Interview Damen-Bundestrainer Patrick Unger8. November 2019

Am Sontag, 10. November 2019, versammelt sich die deutsche Damen-Nationalmannschaft in Heidelberg zur Vorbereitung auf die Qualifikation zur Eurobasket Women 2021 in Spanien und Frankreich. Erstmals seit vielen Jahren gehen die DBB-Damen in eine EM-Qualifkation mit der Aussage, eine „realistische Chance“ zu besitzen. Vor dem EM-Qualifikationsspiel der Damen gegen Nordmazedonien am Donnerstag, 14. November 2019, 19.00 Uhr, in Nördlingen haben wir uns mit Damen-Bundestrainer Patrick Unger unterhalten. Neben Nordmazedonien geht es in der Gruppe noch gegen Kroatien und Lettland.

Was passiert in den Tagen vor dem Spiel, wo liegen die Schwerpunkte?
Das wird recht schwierig, denn die Fenster sind ja noch einmal etwas kleiner geworden. Wir werden auch regenerativ etwas machen müssen, um die Spielerinnen spielfähig zu bekommen. Dann geht es darum, alle auf einen Nenner zu bringen. Da Satou Sabally erst noch einen Tag später kommen kann, geht es in erster Linie darum, dass alle zueinander und wir uns selber finden. Jeder Trainer wünscht sich schnelles und aggressives Spiel. Wir haben viele Waffen, müssen aber unbedingt als Team zusammenspielen. Erst danach kommt die Individualität, ich möchte gerne unberechenbar sein!

Was erwarten Sie von wem?
Es ist gut, dass wir unterschiedliche Charaktere im Team haben. Von Svenja Brunckhorst erwarte ich, dass sie auf und abseits des Feldes als Teamkapitänin vorweggeht. Natürlich sollen Marie Gülich und Satou Sabally ihre großen Qualitäten einbringen, die brauchen wir. Und auch Spielerinnen wie Sonja Greinacher, Ama Degbeon oder Emma Stach müssen ihre Rolle finden und werden uns helfen. Generell ist jede Spielerin im Team ganz wichtig.

Sie gehen als Favorit in das Spiel gegen Nordmazedonien. Wie gehen Sie damit um?
Wir haben ja in der zurückliegenden Qualifikation auch mal hohe Niederlagen kassiert, aber wir nehmen die Favoritenrolle an. Man weiß aber nie, was kommt und werden Nordmazedonien auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen, dann gibt es ein böses Erwachen. Aber man darf Neues von uns erwarten, wir sind kein Kanonenfutter mehr, auch wenn mit Leonie Fiebich, Svenja Greunke und Marie Berthold drei wichtige Spielerinnen fehlen. Wenn wir die EM erreichen wollen, ist ein Sieg gegen Nordmazedonien Pflicht.

Wie schätzen Sie die Gruppe mit den Gegnern ein?
Ich glaube, dass es eine machbare Gruppe für uns ist und dass wir mit einer realistischen Chance in die Qualifikation gehen. Wir brauchen einen guten Auftakt und in Kroatien kann dann alles passieren. Die generellen Underdog-Zeiten sind aber vorbei, wir können es schaffen. Deshalb kommt jede Spielerin zu uns, alle wollen unbedingt. Es gibt in der deutschen Damen-Nationalmannschaft generell eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Die Mischung aus jung und alt stimmt und unsere jungen Spielerinnen kennen das Gefühl gar nicht, dass man in ein Spiel geht und von vorneherein keine Chance hat. Wir brauchen diese Selbstverständlichkeit, dass wir jedes Spiel gewinnen können und auch so in die Partien gehen.

Tickets für das Spiel Deutschland – Nordmazedonien (Do, 14.11.2019, 19.00 Uhr in Nördlingen) gibt es hier…

Für die verletzte Marie Bertholdt (pharmaserv Marburg) wurde Jennifer Crowder (flippo Baskets BG 74 Göttingen) nachnominiert.

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