EM-Quali: DBB-Damen unterliegen in Kroatien17. November 2019

Die deutsche Damen-Nationalmannschaft hat heute einen großen Schritt in Richtung Eurobasket Women 2021 knapp verpasst. Im zweiten Qualifikationsspiel unterlag das Team von Bundestrainer Patrick Unger in Kroatien nach wechselhaftem Spielverlauf mit 86:93 (20:26, 34:18, 13:26, 19:23). Damit steht Deutschland nach dem 105:40-Auftaktsieg gegen Nordmazedonien auf Platz zwei in der Qualifikationsgruppe I. Die neun Gruppenersten und die besten fünf Gruppenzweiten qualifizieren sich für die kontinentalen Titelkämpfe 2021 in Frankreich und Spanien. Die Qualifikationsspiele werden in einem Jahr fortgesetzt (siehe unten).

Unger begann wieder mit Svenja Brunckhorst, Emma Stach, Satou Sabally, Sonja Greinacher und Marie Gülich (Foto). Es ging sofort sehr intensiv zur Sache. Beide Teams begegneten sich mit aggressiver Defense. Stach netzte einen Dreier zur deutschen 5:3-Führung nach knapp drei Minuten, Gülich attackierte den gegnerischen Korb mit kräftigem Zug. Kroatien versuchte es mit ungeheurem Tempo und hatte zweimal in Folge Erfolg (7:12, 4.), auch weil Deutschland zwei „einfache“ Würfe hatte liegen lassen. Die deutsche Defense hatte noch nicht den richtigen Zugriff und vorne war Gülich bis dahin die Alleinunterhalterin (14:22, 8.). Unger bat sein Team zur Auszeit. Kroatien war jetzt die bessere Mannschaft, die die deutschen Fehler hochprozentig ausnutzte. Aber Deutschland wehrte sich und kam durch Luisa Geiselsöder zum 18:25 (9.). Greinacher besorgte nach schönem Pass von Alexandra Wilke das 20:25 (10.), Auszeit Kroatien.

Gülich agierte sehr effektiv und war von den Kroatinnen nicht zu kontrollieren, aber das Problem lag nach wie vor in der Defense (22:30, 12.). Topscorerin Ivana Dojkic kam ähnlich wie Gülich immer wieder zum Zuge. Es folgten die besten Minuten der DBB-Auswahl. Stach und Greinacher warfen ihr Team nach einigen Stopps auf 28:30 heran (13.), erneute Auszeit Kroatien. Deutschland hatte den Anschluss geschafft und die Gastgeberinnen beeindruckt (30:30, Wilke, 14.). Wilke holte per Dreier die deutsche Führung, das Momentum war ganz klar auf Seite der DBB-Korbjägerinnen, die durch die ersten Punkte von Sabally zum 36:30 und nach zwei Freiwurftreffern gar zum 38:30 kamen (15.). Brunckhorst netzte ebenfalls aus der Ferndistanz, das DBB-Team war in diesen Minuten überhaupt nicht zu stoppen und legte einen 21:0-Lauf hin (43:30, 16., Sabally). Kroatien erholte sich in der Folge etwas (48:40, 18.), aber jetzt war Sabally bestens im Spiel. Zum Seitenwechsel sprach ganz viel für die Gäste, nur das dritte Foul von Gülich tat weh (54:44).

Nach der Pause galt es für Deutschland, Kroatien möglichst nicht wieder in die Partie kommen zu lassen. Die Gastgeberinnen versuchten naturgemäß alles, um wieder in einen Rhythmus zu kommen und den Rückstand zu verkürzen. Und hatten zunächst Erfolg (48:54, 22.). Sabally und Gülich waren zur Stelle, „reparierten “ schnell und hielten ihre Mannschaft auch nach 24 Minuten zweistellig vorne (62:52). Nur eine knappe Minute später war Kroatien plötzlich wieder heran (58:62), die ING-Korbjägerinnen wackelten. Zu durchsichtig agierte die deutsche Offensive jetzt (60:62, 26.), Auszeit Deutschland. Die Arena stand Kopf, als Dojkic per Dreier zur kroatischen Führung traf (62:63, 28.). Sabally antwortete ebenfalls von „downtown“, aber Kroatien war jetzt „on fire“. Nach drei Vierteln hieß es 67:70 aus deutscher Sicht.

Man musste um die DBB-Damen, die das 69:76 hinnehmen mussten (32.), bangen. Ähnlich wie Deutschland im zweiten Viertel dominierten jetzt die Spielerinnen vom Balkan. Deutschland investierte alles und kam einmal mehr durch Sabally zum 73:78 (34.). Gülich kassierte ihr viertes Foul, Sabally ging nach einem unsportlichen Foul an die Linie: 75:78. Brunckhorst besorgte im folgenden Angriff das 77:78, alles war wieder offen, Auszeit Kroatien. Es ging jetzt um jeden Ballbesitz, jeden Pass, jeden Wurf. Kroatien schaffte das 77:83 (37.), wieder musste die DBB-Auswahl aufpassen. Dojkic punktete zum 77:85, Auszeit Deutschland. Noch einmal schlug das Unger-Team zurück, aber zwei Minuten vor dem Ende verfehlte ein Dreier von Sabally sein Ziel (79:85). An der Freiwurflinie machte der Forward dann das 81:85 (1´51), Auszeit Kroatien. Die Spannung war fast zu greifen. Nach weiteren Fehlwürfen auf beiden Seiten rauschte eine Minute vor dem Ende ein kroatischer Dreier durch deutsche Netz: 81:88, die Entscheidung war gefallen.

„Wir haben defensiv im 1-1 nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele Rebounds abgegeben und aufgehört die einfachen Würfe zu treffen oder sogar zu nehmen. Am Ende ist es dann ein enges Spiel, das in die eine oder andere Richtung gehen kann. Wir wissen, dass hier mehr drin war, aber es hilft uns jetzt nichts zu hadern. Wir müssen uns in Deutschland den direkten Vergleich gegen Kroatien sichern und in den anderen Spielen gut spielen, dann ich noch alles drin“, sagte der Bundestrainer nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Svenja Brunckhorst (TSV Wasserburg 1880, 7), Jennifer Crowder (flippo Baskets BG 74 Göttingen), Ama Degbeon (Pszczolka Polski Cukier AZS UMCS Lublin /Polen, 2), Luisa Geiselsöder (XCYDE Angels Nördlingen, 2), Sonja Greinacher (Arka Gdynia/Polen, 8), Marie Gülich (Arka Gdynia/Polen, 17), Satou Sabally (Oregon Ducks/USA, 33), Finja Schaake (BC pharmaserv Marburg), Theresa Simon (BC pharmaserv Marburg), Emma Stach (PINKK Pécsi 424/Ungarn, 7), Stephanie Wagner (BC pharmaserv Marburg), Alexandra Wilke (BC pharmaserv Marburg, 10).

Boxscore

Kommende EM-Qualifikationsspiele
Do., 12. November 2020: Deutschland – Lettland
So., 15. November 2020: Nordmazednien – Deutschland

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