Maxi-Basketball: Deutschlands Damen werden in Maribor dreimal Europameister25. Juli 2018

Die 10. Europameisterschaft in Maribor ist vorbei und wir waren ähnlich wie vor zwei Jahren wieder sehr erfolgreich. Deutschland stellte wieder die größte Delegation aller Nationen und übertraf dabei das Ergebnis von Novi-Sad von 2016 noch einmal. Diesmal waren es 22 Mannschaften (Neun Damen- und 13 Herrenteams), die fünf Endspiele und fünf weitere Halbfinals bei insgesamt 104 Spielen bestritten. Die Ausbeute:  Drei Gold- zwei Silber und eine Bronzemedaille.

Strahlende Gesichter bei unseren Damen mit einer überragenden Bilanz. Sie gewannen die Titel in den Altersklassen Ü40, Ü50 und Ü60 und eine weitere Bronzemedaille in der Kategorie Ü45.

Ich beginne mal mit den Jüngsten, die sicher nicht als Favoriten angetreten waren. Aber sie konnten als neuer Europameister mit großartigen Leistungen in fünf Spielen begeistern. Zehn Mädels und zwei Coaches erreichten vier Siege gegen die Ukraine, Slowenien B, Ungarn und Russland sowie den besonders überzeugenden Sieg im Endspiel gegen die erste Mannschaft von Slowenien mit 71:65. Das Coachteam mit Nils Klauck und Dean Jenko hatte eine sehr ausgeglichene Mannschaft mit vielen ehemaligen Bundesligaspielerinnen zur Verfügung, aus der vielleicht Mirna Paunovic und Rebecca Brincat Thoresen herausragten, wobei besonders im Endspiel Ozana Klein, Mirna Kasper in der Offensive und Jana Gehrmann-Vorbau in der Verteidigung gegen die 1,97 ehemalige WNBA-Spielerin Rankica Sarenac ebenfalls ein tolles Spiel lieferten. Herzlichen Glückwunsch, einfach super.

Die Mädels der Mannschaft Ü50 sind über die Jahre sicherlich die fleißigsten Medaillensammler. Doro Kern, schon 2006 Europameister in der Kategorie Ü35, war wieder dabei und Tessa Winter und die wieder überragende Uli Hessenauer verteidigten den Titel aus Novi Sad, den sie dort bei Ü45 gewonnen hatten. Ungeschlagen mit vier Siegen bis ins Endspiel gelangt waren dann die Mädels auch vom ewigen Gegner Estland beim 58:44 nicht aufzuhalten. Toll, diese Konstanz über die vielen Jahre, mit einem herzlichen Glückwunsch.

Für die Mannschaft Ü60 begann die Erfolgsserie bereits 2004 in Finnland. Auch dort gewannen Nada Peter und Karin Asshoff mit Ulli Ruez an der Seitenlinie schon Bronze. Nada und Ulli blieben dabei und für Karin gab es nach vielen Jahren jetzt ein Deja Vu mit der Krönung der Goldmedaille nach vier Siegen und dem überragenden Endspielsieg 62:42 gegen Lettland.

Die Damen bei Ü45 und Ü55 waren nicht ganz so erfolgreich, aber es gab eine Bronzemedaille bei der Ü45 mit dem 54:38 Sieg über Ungarn. Der Europameister Litauen und die Polinnen waren zu stark für unsere Mädels. Den Damen Ü55A gelang nur ein Sieg gegen Tschechien B und das reichte nur zu Platz vier, die zweite Mannschaft blieb leider sieglos und das war dann der sechste Platz in dieser Kategorie.

Drei weitere Mannschaften waren bei den Damen auch noch am Start und zeigten bei der starken Konkurrenz durchaus sehr ansprechende Leistungen. Die neue Mannschaft Ü40 Germany B startete mit einem Herzschlagfinale. Gegen Slowenien B lag die Mannschaft 0,13 Sekunden mit 37:40 zurück, schaffte den sensationellen Ausgleich und gewann in der Verlängerung. Am Ende blieb für das Team der achte Platz und für Lina Darboven der erste Platz in einem gesonderten 3-Punkte Wettbewerb.

Die Mannschaft Ü50B gewann leider nur einmal und erreichte Platz sechs, Ü50C gewann zwei Mal und wurde Siebter.

Die Erfolge unserer Mädels konnten die Männer nicht toppen, hier gab es nach sehr guten Leistungen zwei Silbermedaillen und drei vierte Plätze als beste Ergebnisse.

Starten wir mit den Medaillengewinnern, der Überraschungsmannschaft Ü55A, die sich vor Beginn nicht so viel ausgerechnet hatte. Vier Siege in der Vorrunde und im Halbfinale führten sie schließlich ins Finale. Die Siege waren z.T. sehr knapp, besonders gegen die starken Italiener A und B sowie im Halbfinale mit 55:52 gegen Russland. Im Finale wartete dann die Übermannschaft der Weltmeister des letzten Jahres aus Slowenien mit dem überragenden Dusan Hauptman. Diese Jungs waren einfach eine Nummer zu groß für uns, die Slowenen gewannen schließlich mit 91:56. Die Silbermedaille ist ein sehr großer Erfolg.

Bei der Mannschaft 60A lief es in Vor- und Zwischenrunde bei fünf Siegen ebenfalls sehr gut, besonders gegen Italien und Litauen. Das Finale war erreicht und mal wieder gegen den Dauerrivalen Moldawien, der letztendlich mit 50:56 die Oberhand behielt. Leider hinterließ dieses Spiel einen bitteren Nachgeschmack, wie schon in den vergangenen Jahren lief auch diesmal bei Moldawien einiges merkwürdig, einige Spieler waren im letzten Jahr für die Ukraine am Start, einer scheint noch keine 60 zu sein und von einem weiteren ist die Identität unklar. Uwe Horn hat das alles recherchiert und einen Protest gegen diese Mannschaft bei der FIMBA eingereicht, Ende noch offen. So schmeckt die Silbermedaille ziemlich bitter.

Leider gab es keine weitere Medaille bei den Männern, denn alle Spiele um Platz drei gingen verloren. Den Anfang machten die Ü45iger, die diesmal endlich die Chance auf eine Medaille hatten. Im Halbfinale gegen Montenegro lief es bis kurz vor dem Halbzeitpfiff sehr gut, aber dann machte der tiefere Kader der Gegner sich deutlich bemerkbar und nur noch der überragende Dean Jenko konnte mit sein 45 Punkten dagegenhalten, aber letztlich wurde mit 76:96 verloren, und um Platz drei war gegen Serbien auch nicht mehr drin, was blieb war der vierte Platz. Dass Dean Jenko mit 31,8 Punkten pro Spiel der fleißigste Punktesammler aller Herren der gesamten EM war, ist nur ein kleiner Trost.

Ähnlich erging auch den 65igern mit der A-Mannschaft. Litauen war im Halbfinale zu stark und durch Verletzungen dezimiert war auch gegen Russland nicht mehr drin. Nach großem Kampf verlor unser Team mit nur noch sieben gesunden Spielern 38:44, immerhin gegen einen Olympiasieger von 1972 in München.

Die 70iger waren bis ins Halbfinale ungeschlagen aber dann mussten unsere Oldies die Überlegenheit der Italiener beim 28:40 und der Letten beim 36:41 anerkennen. Trotzdem insgesamt eine super Leistung. Glückwunsch. Hier war eine Nachricht besorgniserregend, einer unserer Spieler kam mit einem Pneumothorax ins Krankenhaus, Gott sei Dank befindet er sich wieder in relativ guter Gesundheit. Gute Besserung weiterhin.

In der 50iger Kategorie lief es überhaupt nicht. Alle drei angetretenen Teams verbuchten jeweils zwei Siege und wurden schließlich Neunter, Elfter und Zwölfter in diesem Turnier. Auch die beiden anderen 55iger Mannschaften landeten auf hinteren Plätzen, 55C mit zwei Siegen auf Platz 14 und 55B mit einem Sieg auf Platz 17. Erfreulicher war das Ergebnis in der Altersklasse Ü60, hier waren wir mit der 2. Mannschaft im Viertelfinale vertreten, und es reichten dann zwei weitere Siege gegen Italien und Serbien zum sehr guten fünften Platz. Die Mannschaft 60C wurde mit einem Sieg letztlich Zwölfter. Bliebe noch ein Wort für die sehr engagierte Mannschaft 65B. Trotz deutlicher Steigerung gegenüber dem letzten Jahr gelang der Mannschaft von Willi Hahn kein Sieg, das war leider nur der sechste Platz.

Es war eine überragende und sehr erfolgreiche Europameisterschaft 2018. Die Damen haben bei diesem Turnier ihre führende Stellung in Europa fest untermauert. Wie bei der letzten EM wurden drei Titel gewonnen, dazu kam noch eine Bronzemedaille. Das ist einfach großartig. Wir haben ein ausgezeichnet organisiertes Turnier in Maribor erlebt, in tollen Hallen, (ich glaube, es gibt in keiner deutschen Stadt so viele gute Hallen mit Parkettfußböden) mit sehr guten Helfern, Organisatoren und Schiedsrichtern. Hier machte Andreas Schreiner mit der Leitung von zwei Endspielen einen sehr guten Job.

Vielen Dank nach Maribor, wir freuen uns alle auf die WM vom 25. Juli.- 4. August 2019 in Espoo (einem Vorort von Helsinki), Finnland.

Bis bald

Euer Ducki
Prof. Dr. Hans-Jürgen Duchstein
Deutscher Repräsentant der FIMBA

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