WNBL: SV Halle Junior-Lions – Herner TC: 85:65 (39:33)29. Februar 2016

Natürlich ging die Schlusssirene im halleschen Jubel über den 85:65-Sieg der JUNIOR-LIONS gegen den Herner TC unter und selbstverständlich formierten sich die Mädchen zum „So sehen Sieger aus“-Bild. Dennoch herrschte danach etwas gebremste Stimmung ob der Begleitumstände des Spiels. Knapp 150 Zuschauer waren in die Halle gekommen, um den amtierenden Deutschen Meister aus Herne zu sehen und freuten sich auf ein Spitzenspiel in der Weiblichen Nachwuchs Bundesliga (WNBL). Beide Teams wussten um die Bedeutung des Spiels und begannen sehr nervös. Mitte des 1. Viertel waren zusammen gerade mal 9 Punkte zu zählen und bereits jetzt war zu sehen, dass sich die Schiedsrichter für eine sehr kleinliche Regelauslegung entschieden hatten. Das hielten sie auch bis zum Schluss durch, ohne eine der beiden Mannschaften über den gesamten Spielverlauf betrachtet zu bevorteilen. Für den Spielfluss und die Spielqualität war das allerdings nicht zuträglich. Zum Ende des ersten Viertels konnte Halle sich mit 18:12 leicht absetzen. Mitte des 2. Viertels kam Hernes beste Zeit. Angeführt von der quicklebendigen Jenny Strozyk drehten die Gäste aus dem Ruhrpott das Spiel mit einem 11:0-Lauf von 26:19 auf 26:30. Janina Schinkel, Laura Schinkel und Anna Hanzalek kassierten dabei Foul um Foul. Headcoach Sandra Rosanke sah sich eine Minute vor der Halbzeit zu einer Auszeit gezwungen, die aber an dem Halbzeitergebnis von 33:39 nichts änderte.
Was Gegenstand der Auszeit war machte die hallesche Trainerin nach dem Spiel klar. „Ich hatte Angst um drei meiner Spielerinnen, die bereits drei Fouls auf dem Konto hatten. Bei manchen Pfiff hätte ich platzen können, aber hilft das ? Also habe ich die Devise ausgegeben keine Fouls mehr, Würfe zulassen und Rebounds holen, denn solange wir auf dem Feld sind können wir immer antworten und wer sich mit den Schiedsrichtern anlegt, sitzt neben mir bis zum Ende des Spiels auf der Bank“.

Mit dieser Marschroute mühten sich die JUNIOR-LIONS, bei denen nun auch Celina Kühn und Lena Büschel über den Kampf immer besser ins Spiel fanden, im dritten Spielabschnitt und erkämpften mit 57:49 die erneute Führung. Immer unzufriedener mit der Spielleitung zeigt sich im 3. Viertel Hernes Coach Mario Zurkowski. Solange die Regelauslegung Halles Spielerinnen in der 1. Hälfte traf, störte ihn das weniger. Ständiges lautstarkes Reklamieren von Schiedsrichter-Entscheidungen verbreiteten eigentlich nur zunehmende Unruhe in seinem eigenen Team auf dem Feld und auf der Bank. Das Foul gegen ihn, Anfang des letzten Spielabschnittes, kam nach dreifacher Ansage ohne Wirkung. Vielleicht hätten die Schiedsrichter ihm danach noch etwas Bedenkzeit geben sollen, aber als er wenig später wieder reklamierte, war für ihn der Arbeitstag zu Ende. Zu diesem Zeitpunkt führte Halle mit 59:49 und das Match war, rückwirkend betrachtet entschieden, obwohl es sich mit vielen Foulpfiffen, leider auch unsportlichen Fouls, und verletzungsbedingten Unterbrechungen noch lange hinzog ohne Werbung für den Basketball zu sein.

Nach Abpfiff meinten einige mitgereiste Herner Fans ein extrem unsportliches Spiel gesehen zu haben. Dem war nicht so. Keine der Verletzungen von drei Herner Spielerinnen war auf ein unsportliches Foul zurückzuführen, eher auf Übermotivation. Dass im halleschen Fan-Lager Rufe wie „Auf Wiedersehen“ nach dem fünften Foul ertönten, sollte mal besprochen werden. Auch die Foulstatistik (20:29) kann nicht als Beleg herangezogen werden. Sie zeigt eher, dass zu viel gepfiffen wurde. Das Herner „Übergewicht“ entstand erst im hektischen letzten Spielabschnitt.
Vermutlich wird ja nach dem Bericht der Schiedsrichter ein „neutrales Auge“ auf das Spieltages-Video schauen und eigene Schlussfolgerungen ziehen.

Eins sollte aber klar sein, die WNBL ist seit sechs Jahren ein Erfolgskonzept und spielt in vielen Vereinen nach der 1. Bundesliga eine große Rolle für die Entwicklung von jungen Talenten. Dass Spielerinnen, die bereits in den beiden Bundesligen oder den Regionalligen eingesetzt werden, einen der Basketball-Realität näheren Spielstil pflegen, kann für die Entwicklung des deutschen Damen-Basketballs nur gut sein.

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