WNBL-Play-Offs stehen vor der Tür8. März 2013

Seit Mittwochabend (6.März) ist die reguläre Saison 2012/13 der WNBL bereits Geschichte. Der letzte Spieltag in den vier Divisionen (Nord, West, Süd, Südwest) ist gespielt und die vier besten Mannschaften der jeweiligen Division haben sich für die Play-Offs qualifiziert. Was so nüchtern klingt, war für viele Teams bis zur letzten Sekunde eine äußerst spannende und nervenaufreibende Angelegenheit. So kam es beispielsweise am Mittwochabend in der Gruppe Süd zum entscheidenden Spiel um den Gruppensieg zwischen den Basket-Girls Rhein-Neckar und der BSG Basket Ludwigsburg.

Duelle um die Tabellenspitze

Überhaupt war die Saison der WNBL geprägt von den Duellen um die Tabellenspitze. In allen Divisionen zeichnete sich relativ frühzeitig ein Zweikampf um den Gruppensieg ab. Im Norden war es das Duo Junior Panthers Osnabrück und TuS Lichterfelde, das am Ende der Saison lediglich durch die bessere Differenz getrennt war. Auch in der Gruppe West war es bis zuletzt spannend und Gruppensieger Hagen zog im Top-Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Göttingen kurz vor Saisonende sogar den Kürzeren. „Wir waren zwar durch Verletzungssorgen gehandicapt, haben aber verdient in Göttingen verloren“, ordnet  der Hagener Cheftrainer Tobit Schneider die Situation in seiner Gruppe ein. Souverän zog im Südwesten zwar der Rhöndorfer TV ungeschlagen seine Kreise, die Rhein-Main Baskets Langen als Gruppenzweiter waren auch hier der härteste Konkurrent, den die Rhöndorferinnen im Hinspiel (das Rückspiel wurde wetterbedingt abgesagt und ging 20:0 an Rhöndorf) nur knapp bezwingen konnten. Das gleiche Bild auch im Süden. Wie erwähnt wurde der Gruppensieger erst am letzten Spieltag ermittelt – und das am Ende mit nur einem Punkt Vorsprung. 54:53 setzten sich die Mädchen der Basket-Girls Rhein-Neckar gegen Ludwigsburg durch.

Deutliche Ergebnisse sorgen früh für klare Verhältnisse

Im Kampf um die Gruppensieger, wie etwa im Süden, war zwar häufig für Spannung gesorgt, doch das Leistungsgefälle zwischen den zwei Topteams der jeweiligen Gruppe und den übrigen Mannschaften blieb auch der Bundestrainerin der Damen Alexandra Maerz nicht verborgen. „Gerade zu Beginn der Saison gab es einige Probleme, was die Ausgeglichenheit und die sportliche Leistungen anging. Es gab viele deutliche Ergebnisse, wie es in den letzten Jahren nicht vorgekommen ist. Im Laufe der Saison hat sich das zwar relativiert und es gab einige Überraschungen und Außenseitererfolge, ich hoffe aber auf eine ausgeglichenere Saison 2013/14.“ Ein Blick auf die Tabellen und Ergebnisse bestätigt diesen Eindruck, auch weil die Dritt- und Viertplatzierten ebenfalls schon relativ früh feststanden und sich die Teilnahme an den Play-Offs sicherten.

Zweiklassengesellschaft

Für die übrigen drei Teams der verschiedenen Gruppen geht es nun um den Klassenerhalt und perspektivisch darum, die Zweiklassengesellschaft in der nächsten Saison aufzubrechen. Stefan Raid, Vizepräsident des Deutschen Basketball Bundes, ist zuversichtlich: „Die reguläre Spielzeit hat gezeigt, dass die Spielerinnen, aber auch die Vereine und Trainer weiter an Qualität hinzu gewonnen haben. Diese Entwicklung wird sich auch zukünftig fortsetzen.“ Zunächst aber steht der Klassenerhalt im Vordergrund. In einem Play-Down Modus werden die Absteiger am 24.März ausgespielt. Jeweils zwei Teams einer Division (die auf Rang 5 und 7 Platzierten) treffen auf ein Team (Rang 6) einer anderen  Division (West trifft auf Nord, Süd auf Südwest). Die Sieger und Zweitplatzierten dieser Turniere sind dann für die WNBL 2013/14 qualifiziert, der Verlierer hat im nächsten Jahr keine Spielberechtigung in der höchsten U17-Liga.

Spannung bei der Titelvergabe

Für die Titelaspiranten der WNBL beginnt am 17. März endgültig die heiße Phase. Die Saisonergebnisse sind dann Schnee von gestern, da die Play-Offs ihre eigenen Gesetze haben. In den Best-of-three Serien entscheidet nur allzu oft die Tagesform und in den engen Matches die mentale und physische Verfassung der Mädchen. „Außerdem muss man abwarten, mit wie viel Verletzungs- und Krankheitssorgen die Vereine in die Play-Offs starten“, so Alexandra Maerz. Die Bundestrainerin geht davon aus, dass „tendenziell die Vereine im Vorteil sind, die Heimrecht besitzen. Die Gruppenersten werden sich wohl unter die Top-Acht spielen.“

Favoritencheck

„Natürlich ist es immer schwierig, Favoriten auszumachen oder Tipps abzugeben. Wahrscheinlich ist der Norden gesamt etwas stärker einzuschätzen als der Süden“, so Alex Maerz. Für sie „ist der TSV Hagen ein heißer Favorit auf den Titel, da sie sich in einer schwierigen Division durchgesetzt haben“. Auch Vizepräsident Stefan Raid ordnet die Situation ähnlich ein: „Favoriten sind zwar schwer zu bestimmen, aber tendenziell würde ich auf eine der Top-Mannschaften im Norden tippen, entweder Hagen oder Göttingen.“ In Hagen dürfte man sich über derlei Zuspruch freuen, denn der Stachel der letzten Saison steckt noch tief. Im Finale 2012 hatte das bis dahin ungeschlagene Team die erste und entscheidende Niederlage kassiert und den Titel knapp verpasst. Das Team von Headcoach Tobit Schneider ist dementsprechend motiviert: „Für uns ist das Top4 eins der gesteckten Saisonziele und hierfür werden wir uns ab sofort mit erhöhtem Trainingsumfang und einigen Testspielen vorbereiten.“ Übersetzt: In Hagen zählt nur der Titel.

Für Thomas Wodny von den Junior Panthers Osnabrück ist das Erreichen der zweiten Runde das Ziel: „Ich denke wir haben eine sehr gute Chance die zweite Runde zu erreichen, dank unseres Heimvorteils. In der zweiten Runde kommt auf jeden Fall ein Team auf Augenhöhe zu uns. Göttingen oder Ahrensburg, da wird dann wohl die Tagesform und Cleverness entscheiden. Falls aber alle Spielerinnen gesund und fit bleiben, starten wir hoch motiviert in die Playoffs und werden gut vorbereitet in die Spiele gehen. Top 8 ist das Ziel, aber Top 4 der Traum.“

Ähnlich sieht das auch der Trainer des ungeschlagenen Rhöndorfer TV Martin Otto: „Es ist zwar schön, es seit Bestehen der WNBL  immer in die Play Offs geschafft zu haben und diese Saison als bisher einzige WNBL – Mannschaft ungeschlagen zu sein, doch da unsere Mannschaft  leider Verletzungsprobleme hat, zählen alle Vorschlusslorbeeren und vorher erreichte Siege nichts mehr, denn das hoch gesteckte Ziel, das Erreichen der TOP 4, wird für uns schwer werden.“

Blick in die Zukunft

Egal, welches Team sich in diesem Jahr den Titel sichert oder welche Teams absteigen. Auf die nächste Saison der WNBL kann man jetzt schon gespannt sein. Das Ziel der Verantwortlichen ist es, die Qualität der Liga weiter zu erhöhen und ausgeglichener zu gestalten. „In der Zukunft wird es wichtig sein, die Qualität in der Breite weiter zu erhöhen. Dazu gehören Trainerfortbildungen und die Weiterentwicklung gemeinsamer Spielkonzeptionen in Zusammenarbeit mit dem DBB, den Vereinen und den Bundestrainern“, lässt Maerz durchblicken. Greift der Plan, wird es in den nächsten Jahren die Zweiklassengesellschaft in der WNBL nicht mehr geben und die reguläre Saison schon so spannend, wie es jetzt die Play-Off Spiele werden. Davon geht auch Stefan Raid aus: „Aufgrund der erfreulichen sportlichen Entwicklungen in dieser Saison sind jetzt mit Beginn der Play-Off Phase einige interessante und enge Spiele und Serien zu erwarten. Im nächsten Jahr wird die gesamte Liga einen weiteren Schritt nach vorne machen.“

Play-Off Informationen im Überblick

Termine:

–          Runde 1: 17.03., 24.03., 07.04.

  • Nord-West:
    • OSC Junior Panthers Osnabrück – Herner TC
    • TuS Lichterfelde – Team Mittelhessen
    • Team Göttingen – Storman Wild Wings
    • TSV Hagen 1860 – BG 2000 Berlin
  • Süd-Südwest
    • Basket Grils Rhein-Neckar Heidelberg – SG Weiterstadt
    • BSG Basket Ludwigsburg – TV Saarlouis
    • Rhein-Main Baskets – ChemCats Chemnitz
    • Rhöndorfer TV – Friendsfactory Jahn München

–          Top 8: 21.04., 05.05., 12.05.

–          Top 4: 25.05. – 26.05.

Spielergebnisse und Statistiken finden Sie hier

Foto: Eine Szene aus dem letztjährigen WNBL-Finale zwischen der BG Zehlendorf (am Ball: Noemie Rouault) und dem TSV Hagen 1860.

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