EuroBasket 2017 Tel Aviv

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Tel Aviv-Jaffa (hebräisch תל אביב-יפו Tel Aviv-Jafo, Tel-Aviv bedeutet Frühlingshügel; arabisch تل أبيب يافا Tall Abīb Yāfā), oft auch nur Tel Aviv, ist eine Großstadt in Israel. Das 1909 gegründete Tel Aviv war ursprünglich ein Vorort der bereits seit der Antike bestehenden Hafenstadt Jaffa. 1950 wurden beide Städte zum heutigen Tel Aviv-Jaffa vereinigt. Der Name „Tel Aviv“ ist einer poetischen Übersetzung des Titels des utopischen Romans „Altneuland“ von Theodor Herzl entliehen. Darin steht „Tel“ (vielschichtiger Siedlungshügel) für „alt“ und „Aviv“ (Frühling) für „neu“. Der Name kommt bereits im Buch Ezechiel vor, wo er einen anderen Ort bezeichnet.

Bedeutung

Tel Aviv ist mit ca. 412.000 Einwohnern nach der Hauptstadt Jerusalem die zweitgrößte Stadt Israels. Der Großraum von Tel Aviv namens Gusch Dan umfasst ein dicht besiedeltes Gebiet mit den Nachbarstädten Ramat Gan, Giw’atajim, Cholon, Bat Jam und Bnei Brak, die bis zu 14 km von der Mittelmeerküste entfernt liegen, und ist mit etwa 3,8 Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum des Landes.

Nach der Staatsgründung Israels richteten die meisten Länder ihre Botschaften in Tel Aviv ein, da der Status Jerusalems gemäß den Teilungsbeschlüssen der UN als unklar galt. Nachdem Israel 1980 Ostjerusalem annektiert und im Jerusalemgesetz das „vollständige und vereinigte Jerusalem“ zur Hauptstadt Israels erklärt hatte, forderte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner Resolution 478 alle Staaten, die ihre Botschaften in Jerusalem hatten, dazu auf, diese abzuziehen. Deshalb befinden sich heute alle diplomatischen Vertretungen in und um Tel Aviv. Auch haben die Tel Aviv Stock Exchange, die wichtigste Börse des Landes, sowie der israelische Nachrichtendienst Mossad hier ihren Hauptsitz.

Eine bedeutende Rolle spielte die Stadt bei der Staatsbildung Israels. Hier gab David Ben-Gurion, der erste Premierminister des Landes, die Unabhängigkeitserklärung ab. Die Zeremonie dauerte nur etwa eine halbe Stunde, da Israel unmittelbar danach von mehreren arabischen Staaten angegriffen wurde. Diese Kampfhandlungen waren der Beginn des Palästinakrieges.

 

TelAvivmodern-400Sehenswürdigkeiten

Tel Aviv
Herausragend ist die sogenannte Weiße Stadt (hebräisch העיר הלבנה, ha-ʿir ha-lewana), eine Sammlung von über 4.000 Gebäuden in Tel Aviv, die überwiegend im Bauhaus- und Internationalen Stil errichtet wurde. Sie wurden in den 1930er Jahren von zahlreichen Architekten erbaut, die aus Dessau und Berlin flohen, um dem nationalsozialistischen Terror zu entgehen. Die Gebäude konzentrieren sich im Stadtteil der Weißen Stadt, der seit 2003 zum UNESCO-Welterbe gehört. Am Dizengoff-Platz befindet sich das neue Bauhaus-Zentrum. Hier beginnen die Führungen zu Bauhausgebäuden, und hier befindet sich ein Laden mit historischen und kunstgeschichtlichen Bauhaus-Artikeln.

Am Rothschild-Boulevard liegt die Independence Hall (Bet ha-ʿAzmaʾut). Am 14. Mai 1948 rief David Ben Gurion am Standort des heutigen Museums rief den Staat Israel aus. Vor dem Museum befindet sich ein Gedenkstein zum Aufbau Tel Avivs mit einem Bibelzitat aus dem Buch Jeremia (Jer 31,4 EU). Das Tel Aviv Museum of Art zeigt klassische und zeitgenössische Kunst. Das Eretz Israel Museum dokumentiert Geschichte und Archäologie. Die Geschichte der Juden wird in der Diaspora dokumentiert, welches im Museum Beit Hatefutsot aufliegt. Am ehemaligen Zweitwohnsitz des Politikers befindet sich das Ben-Gurion Museum. Das Hagana-Museum ist ein Museum der Geschichte der jüdischen Untergrundorganisation, Vorläufer der israelischen Armee. Das Palmach-Museum ist einer Spezialeinheit der Hagana gewidmet. Es liegt beim Eretz-Israel-Museum im Norden. Der Person Jitzchak Rabin widmet sich das Jitzchak-Rabin-Zentrum. Es liegt zwischen dem Eretz-Israel-Museum und dem Museum der Palmach, zu der Rabin in jungen Jahren gehörte. Sehenswert ist auch die lutherische Immanuelkirche in der American Colony (המושבה האמריקאית). Das Charles Bronfman Auditorium ist Heimat des Israel Philharmonic Orchestra und mit 2482 Plätzen größter Konzertsaal der Stadt.

Jaffa
Zu den Sehenswürdigkeiten gehören unter anderem die Immanuelkirche (erbaut 1904, lutherisch), der Uhrenturm (erbaut 1906), die Ausgrabungsstätte Kikar Kedumim, der Al-Saraya al-‘Atika-Palast (Governor’s New Palace), der Leuchtturm Jaffa Light von 1865 (hebräisch: מגדלור יפו), die Moschee Muhamidiya, der Andromedafelsen, das Jaffa Museum of Antiquities und das katholische Kirchengebäude Sankt Peter.

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Verkehr

Luftverkehr
Nahe der Stadt befindet sich in Lod mit dem Flughafen Ben Gurion der größte Flughafen des Landes.

TelAvivTrafficbynight-400Straßenverkehr
Als großes Problem gilt der motorisierte Individualverkehr auf den Einfallstraßen. Staus sind an der Tagesordnung, viele Zufahrtsstraßen sind chronisch verstopft. Im Bereich der Stadt laufen mehrere Autobahnen zusammen. Zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang für 25 Stunden entfällt – als Brauch, den auch weniger streng Gläubige einhalten, und ohne ein staatliches Gesetz – der Autoverkehr bis auf wenige Notdienste, sodass Kinder und Erwachsene zu Fuß und auf Fahrrädern für 25 Stunden den leeren Raum der größten mehrspurigen Stadtstraßen einnehmen.

Die Stadt ist zentraler Knotenpunkt für die Busverbindungen der staatlichen Busgesellschaft Egged, die in Tel Aviv einen mehrstöckigen Busbahnhof unterhält. Er gilt als der größte der Welt. Den Nahverkehr im Großraum Tel Aviv betreibt die Busverkehrsgesellschaft Dan mit 114 Linien, ergänzt durch ein engmaschiges Netz an Scherut genannten Sammeltaxis.

Schienenverkehr
Im Stadtteil Jaffa befand sich der eine Endbahnhof der ersten Eisenbahnstrecke auf heutigem israelischen Gebiet: 1891/1892 wurde die Bahnstrecke Jaffa–Jerusalem in Betrieb genommen. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Jaffa ist museal erhalten.

Israel Railways
Der überhand nehmende Individualverkehr ist einer der wesentlichen Gründe dafür, dass in den zurückliegenden Jahren der Regionalverkehr auf der Schiene durch die Israel Railways erheblich verbessert und ausgeweitet wurde. Tel Aviv liegt an der Eisenbahn-Magistrale des Landes, der Bahnstrecke Naharija–Be’er Sheva. Die weiteren Strecken führen nach Hod haScharon, Modi’in über den Flughafen Ben Gurion und nach Aschkelon.

Stadtbahn
Ein Stadtbahn-System (Tel Aviv LRT), das teilweise im Tunnel geführt werden soll, ist mit mehreren Strecken seit vielen Jahren in Planung. Die Bauarbeiten an der ersten Strecke (Rote Linie) mit 23 km Länge begannen im August 2015. Die Strecke soll vom Hauptbahnhof in Petach Tikwa nach Bat Yam führen. Die Inbetriebnahme ist für 2021 vorgesehen. Die Vorbereitung für den Bau der anderen Strecken ist zwischen Finanz- und Verkehrsministerium umstritten. Zum einen sind schon jetzt bei der Roten Linie erhebliche Kostenüberschreitungen abzusehen, zum anderen sind die Planungen für die weiteren Linien aufgrund des enormen Wachstums des Verkehrs in Tel Aviv inzwischen für eine zu geringe Kapazität ausgelegt.

Hafen
Der Hafen von Tel Aviv war ein zwischen 1938 und 1965 genutzter Hafen in Tel Aviv, Israel neben der Mündung des Flusses Yarkon. Er wurde mit Fertigstellung des Hafens in Aschdod 1965 geschlossen und das Areal wurde ein Lagerbereich. In den 2000er Jahren wurde es renoviert und zu einem Gewerbe- und Naherholungsgebiet umgestaltet. Der Hafen von Tel Aviv war ein Teil eines großen Neubaugebietes, genannt „die Yarkon Fluss-Halbinsel“ in der Nähe der Orient Messe. Die Gegend rund um den Hafen wurde wie das Kraftwerk Reading in den 1930er Jahren gebaut. In Jaffa gibt es einen kleinen Fischerhafen sowie eine Marina.

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Ausgewählte Infos von: https://de.wikipedia.org/wiki/Tel_Aviv-Jaffa

DBB auf Flickr

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