Zum Tod von Richard Winkels18. Februar 2009

„Ein Parlamentarier des Sports von herausragender Erfahrung und Kompetenz“

Der organisierte Sport trauert um Richard Winkels. Am 17. Februar 2009 ist der langjährige ehemalige Präsident und Ehrenpräsident des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen im Alter von 88 Jahren verstorben. Der gelernte Journalist aus dem münsterländischen Warendorf wirkte fünfzig Jahre ehrenamtlich für den gemeinnützigen Sport und setzte auch als Sportpolitiker und Parlamentarier außergewöhnliche Maßstäbe. Von 1987 bis 2005 stand er an der Spitze des LandesSportBundes NRW. Von 1968 bis 1990 gehörte er als Abgeordneter dem Düsseldorfer Landtag an, von 1980 bis 1985 amtierte er als dessen Vizepräsident. Für sein herausragendes bürgerschaftliches Engagement erhielt Winkels viele Auszeichnungen, darunter das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, die Sportplakette NRW und die Ehrenurkunde des Internationalen Olympischen Komitees.

Die Lebensgeschichte von Richard Winkels ist untrennbar mit seiner Heimatstadt und mit seinem bürgerschaftlichen Engagement in Sport und Politik verknüpft. Am 21. Juli 1920 in Beelen (Kreis Warendorf) geboren, trat Winkels mit sieben Jahren dem Turnverein Warendorf bei und begeisterte sich in seiner Jugend für Leichtathletik und Fußball. Die Ausbildung und Tätigkeit als Lokaljournalist während der Nachkriegsjahre – u. a. bei den „Westfälischen Nachrichten“, der „Westfälischen Rundschau“ und später der „Glocke“-  schulte sein Gespür für die alltäglichen Sorgen und Bedürfnisse der „kleinen Leute“, so dass er den Entschluss fasste, sich auch kommunalpolitisch zu engagieren. Seine politische Heimat fand Winkels in der SPD. Als Mitglied des Rates der Stadt Warendorf und des Kreistages setzt er sich aktiv für den Sport und seine Förderung ein. Für seine außerordentlichen Verdienste um die Reiterei und den Modernen Fünfkampf in Warendorf wurden ihm die Ehrenbürgerschaft und die Sportplakette der Stadt verliehen.

Der engagierte Kommunalpolitiker Richard Winkels brauchte nicht lange, um auch die Arena der Landespolitik für sich und den Sport zu erobern. Bereits zuvor in Ämtern der SPD auf Landesebene tätig, zog er 1968 als Abgeordneter in das nordrhein-westfälische Parlament ein, was für sein Wirken im Sport von fundamentaler Bedeutung werden sollte. 1975 übernahm er den Vorsitz des Sportausschusses des nordrhein-westfälischen Landtages. Mit Ausdauer und  Überzeugungskraft wurde er zu einem der Väter der parlamentarischen, parteiübergreifenden „Sport-Fraktion“ und zum Architekten einer stabilen Brücke zwischen Sport und Politik.

Er setzte sich u. a. erfolgreich für einen eigenen Landessportplan ein und war maßgeblich an der Einrichtung einer “Abteilung Sport“ im damaligen Kultusministerium beteiligt.

Mit seiner Wahl zum Vizepräsidenten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 1983 stieg Winkels endgültig in die Ebene der höheren ehrenamtlichen Positionen im Sport auf. Zwei Jahre später wurde er Vizepräsident des LandesSportBundes NRW und Vorsitzender von dessen Bildungswerk. 1987 wählten ihn die Delegierten aus den Sportorganisationen dann als Nachfolger von Willi Weyer an die Spitze des Dachverbandes. Winkels führte den LandesSportBund NRW als Präsident 18 Jahre lang und prägte dessen Geschicke mit seiner herausragenden sportpolitischen Erfahrung und Kompetenz.

„Bei Richard Winkels gingen Sport und Politik eine außergewöhnlich fruchtbare Verbindung ein“, sagt LandesSportBund-Präsident Walter Schneeloch. „Dabei hat er stets an der von ihm selbst geprägten Maxime festgehalten, dass der Sport zwar parteipolitisch neutral, nicht aber politisch abstinent sein muss. Wir werden Richard Winkels, der ein wahrhafter Parlamentarier des Sports genannt werden kann, ein ehrendes Andenken bewahren.“

Auch als Präsident der europäischen Akademie des Sports in Velen, als Kuratoriumsmitglied der Deutschen Sporthochschule Köln, als Vorstandsmitglied des Deutschen Sport- und Olympiamuseums oder als Mitglied des WDR-Rundfunkrates verschaffte Winkels dem gemeinnützigen Sport öffentliche Anerkennung und Einfluss. Die Verantwortlichen in den Sportorganisationen dankten es ihm mit vielen Ehrungen, so der Ehrenplakette des Westfälischen Turnerbundes, der Dr. Willi-Schwarz-Plakette des Rheinischen Turnerbundes, der Goldenen Ehrennadel des Westfälischen Schwimmverbandes oder der Ehrenmitgliedschaft im Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband. Als ihm 1995 der damalige NRW-Ministerpräsident Johannes Rau, mit dem ihn eine tiefe Freundschaft verband, das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichte, gehörte das zweifellos zu den Höhepunkten seiner eindrucksvollen Karriere.

Quelle: LSB Nordrhein-Westfalen




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