YOG: Tagebuch aus Nanjing25. August 2014

Nach einer kurzen Pause melden wir uns wieder aus Nanjing.

Die überwältigenden Eindrücke hören nicht auf. Wir besuchten das Massaker-Museum Nanjing. Wer sich jetzt ein „typisch deutsches“ Museum vorstellt liegt falsch, auch das ist etwas anders in China. Da es sich bei dem Massaker um eine schlimme Tat handelt, erwarteten wir einen ruhigen Ort mit ein paar Hintergrundinformationen. Doch die Realität sah etwas anders aus. Riesige Menschenmassen drückten sich durch die Räume des Museums und der Lärmpegel ähnelte dem eines chinesischen Restaurant. Auch die Tatsache, dass wir für einige interessanter als das Massaker waren, war ein wenig befremdlich.

Nun wieder zu den erfreulichen Dingen, es standen wieder Besuche der Wettkämpfe an. Ich (Julia) hatte mich für Hockey entschieden und somit Glück gehabt, dass Beachvolleyball auf dem gleichen Gelände war und wir somit die Chance hatten auch da mal reinzuschauen. Wie fürs Beachvolleyball gerufen sahen wir seit unserer Ankunft das erste(!) Mal die Sonne und es wurde so richtig heiß, das hielt uns aber natürlich nicht davon ab, unsere Athleten mit allem was wir hatten zu unterstützen. Leider reichte es bei beiden Hockeyteams am Ende nicht. Wobei die Mädels mit Gastgeber China auch ein extrem schweres Los gezogen hatten. Auch für uns war es nicht leicht uns gegen die immer euphorischer werdenden Chinesen bemerkbar zu machen, die sich wohl den ein oder anderen Anfeuerungsspruch von uns abgeschaut hatten ;).

Bei den Beachvolleyballerinnen lief es dagegen besser. Die beiden Vizeweltmeisterinnen schlugen den Kongo locker in zwei Sätzen. Zum Schluss bekamen wir noch das Kompliment, dass es mit uns vielleicht auch zum Weltmeistertitel gereicht hätte.

Für den Freitag stand ein Tagesausflug zu den Purple Mountain auf dem Programm. Es hieß, wir fahren mit der Seilbahn hoch und laufen runter. Scheinbar ging bei dieser Planung wohl etwas schief, da wir den Berg raufliefen und runter fuhren. Hierbei möchte ich nochmal erwähnen, dass die Sonne schien, es um die 30 Grad hatte und hier eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit herrscht… einige kämpften mehr oder weniger mit dem Berg, aber wir schafften es alle hoch und waren danach sehr froh über die Dusche! Am Abend ging es dann nochmal gemütlich mit allen in ein chinesisches Restaurant, in dem es wieder alle kulinarischen Leckereien gab.

Da unsere Betreuer (noch) gut mit uns können, bekamen wir den Samstagmorgen frei. Was für uns bedeutete, das Nanjinger Nachtleben zu erkunden. Es gibt hier tatsächlich eine Art „Kneipen- und Discoviertel“ das 9/12. Dort traf man dann auch einige andere die auf Grund der Spiele in Nanjing sind. Einige Discos in diesem Viertel können auf jeden Fall mit europäischen Discotheken mithalten 😉

Am Samstagmittag (für uns morgen) bekamen wir Besuch von Stefan Raid, Kay Blümel, Mike Kasch, Annika Küper und Jonas Niedermanner. Wir konnten uns in kleinen Gruppen austauschen und die anderen Campteilnehmer konnten ein bisschen mehr über das 3×3 erfahren. Am Abend standen wieder Besuche der Wettkämpfe auf dem Programm. Ich hatte mich für Leichtathletik entschieden und es ging wieder ins Olympiastadion. Gefühlt wurde ich an diesem Abend wieder 50-60 Mal fotografiert und durfte auch Autogramme geben. (Wir deutschen waren weitaus interessanter als die US Amerikaner). Auch für die Athleten lief es ganz gut. Wir konnten einige Medaillen bejubeln, nur leider keine Goldene…

Hier in China lernt man viele neue Leute kennen. So auch gestern im Stadion, saß ein Franzose hinter mir mit dem wir uns nett unterhalten haben, der auch ein T-Shirt der französischen Olympiamannschaft anhatte (ich dachte mir nichts bei). Auf dem Rückweg klärte mich dann jemand auf, wer genau da hinter mir saß, denn es war Pascal Gentil, der in Athen 2004 Bronze in Taekwondo gewann. Das hatte ich irgendwie während dem Gespräch nicht mitbekommen. Am heutigen Tag waren wir ins Goethe-Institut zum Sporttag eingeladen. Auch ein paar deutschen Athleten konnten sich ein wenig Zeit nehmen und teilnehmen.

Am Nachmittag ging es für uns dann wieder zu Wettkämpfen. Für Jan und mich stand endlich Basketball auf dem Programm. Es war der letzte Tag der Vorrunde. Für die Mädels ging es gleich zu Beginn gegen China, was ein echt harter Brocken war. Doch wir konnten am Ende mit guten Gewissen singen „Ihr habt gekämpft – wir habens gesehen!“. Danach ging es weiter mit dem Spiel der Jungs gegen die noch immer sieglosen Indonesier. Leider wurden diese wohl unterschätzt und so unterlagen unsere Jungs in der Verlängerung. Durch die Verlängerung ging es gleich im Anschluss weiter mit den Mädels, die die Vorrunde mit einem Sieg gegen Estland beenden wollten, was dann auch gelang.

So langsam macht sich der dauerhafte Schlafmangel bei allen bemerkbar. Die Entscheidung, ob und was am Abend gemacht wird, dauert länger. Das für und gegen nochmal rauszugehen wird abgewogen. Da morgen ein Ausflug in eine chinesische Berufsschule ansteht wird wahrscheinlich das „Für“ für einen ruhigen Abend gewinnen. 😉

Bis demnächst!

#wirfuerD

Julia

 

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