YOG: DBB-3×3-Teams straucheln20. August 2014

Am dritten Wettkampftag des 3×3-Wettbewerbs bei den Olympischen Jugendspielen in Nanjing hatten die beiden deutschen Teams u.a. gegen zwei der Turnierfavoriten anzutreten. Dabei mussten die DBB-Mädchen mit Luana Rodelfeld, Patricia Broßmann und Annika Küper ohne Aliyah Konate (Muskelverhärtung) gegen Spanien in eine 13:16-Niederlage einwilligen, während die DBB-Jungen mit Jannes Hundt, Anton Zraychenko und Alexander Herrmann gegen Litauen auf verlorenem Posten standen (15:21).

Das Team von Bundestrainer Kay Blümel, das heute gänzlich ohne den am Rücken verletzten Jonas Niedermanner auskommen musste, hatte schon zuvor mit dem 14:15 gegen Uruguay eine schmerzliche Niederlage kassiert und sollte nach dem morgigen “Ruhetag” (Einzelwettbewerbe) am Freitag wieder punkten, um sich nicht vom Weg ins angestrebte Achtelfinale abbringen zu lassen.

In der insgesamt 1.500 Zuschauer fassenden Wutaishan Arena herrschte bei den 3×3-Spielen einmal mehr eine tolle Atmosphäre. Wie schon bei der ersten Austragung der Youth Olympic Games 2010 in Singapur zählt die Basketball-Variante zu den beliebtesten Wettbewerben beim Publikum. Das freute auch FIBA-Präsident Yvan Mainini und Generalsekretär Patrick Baumann, die ebenso wie der Ex-NBA und spanische Ex-Nationalspieler Jorge Garbajosa unter den Zuschauern weilten.

Im Spiel gegen Uruguay hatten sich die DBB-Jungen die Niederlage letztlich selber zuzuschreiben. Außerdem fehlte das letzte Quäntchen Kraft, da es angesichts des Ausfalls von Niedermanner keine Verschnaufpausen für die Spieler gab. Gegen das Ein-Mann-Team aus Südamerika (“eigentlich ein Must-Win”/O-Ton Blümel) musste eine schwache Leistung konstatiert werden. Es wurde viel zu sehr versucht, das Spiel mit Würfen von außen zu gewinnen, was bei einer Trefferquote von 29% (9/31) nicht funktionierte.

Bereits nach sechs Minuten hatte Uruguay fünf Teamfouls, so dass häufige Penetrations eigentlich das Mittel gewesen wären. Die DBB-Auswahl versuchte ihr Glück aber lieber mit Distanzwürfen. “Da wir zudem unterirdisch von der Freiwurflinie waren (1/8), ging das Spiel gegen einen deutlich schwächeren Gegner in die Hose”, bilanzierte Kay Blümel hart, aber treffend. Jannes Hundt punktete zwar am meisten und traf u.a. drei Zweier, aber auch er konnte mit insgesamt neun Punkten die ärgerliche Niederlage nicht verhindern. Uruguay verteilte die Spielzeit gleichmäßig auf alle vier Spieler und hatte am Ende auch das nötige Glück.

Gegen die noch ungeschlagenen Litauer musste man schon vor dem Spiel von eher geringen Chancen für die deutschen Jungen ausgehen. Inspiriert von den Mädchen zeigte die deutsche Mannschaft eine sehr starke Leistung, die gegen Uruguay locker zum Sieg gereicht hätte. Bis zum 11:9 (6.) bestimmte die deutsche Mannschaft das Geschehen, ehe Kristupas Zemaitis die “Kelle” auspackte und der deutschen Mannschaft vier Dreier in Folge einschenkte, die dem Spiel die Wende gaben. Am Ende waren die Akkus der deutschen Mannschaft, bei der Alex Herrmann, anders als noch gegen Uruguay, seine bisher stärkste Leistung auspackte, leer, sodass die Balten verdient das Feld als Sieger verließen.

“Eine ganz starke Leistung unserer Jungen. Dieser Einsatz gegen Uruguay und der Sieg wäre keine Frage gewesen. Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen und darauf hoffen, dass am Freitag Jonas Niedermanner wieder mit von der Partie sein kann”, so Kay Blümel anschließend.

“Mit dem Spiel gegen Litauen dürfen wir zufrieden sein, aber wenn man den ganzen Tag sieht, sind wir natürlich enttäuscht. Gegen Uruguay haben wir katastrophal gespielt und einen Pflichtsieg verschenkt. Jetzt gilt es abhaken und auf die nächsten Tage schauen. Wir wollen so viele Siege wie möglich holen”, blickte Jannes Hundt schnell wieder voraus.

Durchaus Chancen besaßen die DBB-Mädchen im Vergleich mit dem vermeintlichen Topteam aus Spanien. Doch letztlich schlug der Ausfall von Aliyah Konate zu stark ins Gewicht. Außerdem wäre eine bessere Freiwurfquote als 33 % (3/9) nötig gewesen, um eine Überraschung schaffen zu können. Mit hohem Einsatz machten das DBB-Team den Spanierinnnen das Leben schwer und waren stets auf Augenhöhe.

“Ich bin stolz auf die Mädchen. Das war mit Abstand das beste Spiel bisher. Leider fehlte uns am Ende durch den Ausfall von Aliyah Konate (Muskelverhärtung) ein wenig die Kraft”, wertete Coach Michael Kasch.  Angeführt von der Ex-DBB-Bundesfreiwilligendienstleistenden Julia Spiegel gab es lautstarke Unterstützung durch die Teilnehmer des dsj-Camps.

“Das war ein super Spiel. Auch wenn wir verloren haben. Jetzt hat man gemerkt, man ist bei Olympia. Wir konnten das Niveau mithalten, man war als Team zusammen, das hat schon sehr viel Spaß gemacht”, sagte Annika Küper zum Spiel.

Mädchen: Für Deutschland spielten:

(vs. Spanien): Patricia Broßmann (6), Luana Rodefeld (3), Aliyah Konate dnp, Annika Küper (4)

Jungen: Für Deutschland spielten:

(vs. Uruguay): Jannes Hundt (9), Jonas Niedermanner dnp, Anton Zraychenko (4), Alexander Herrmann (1)

(vs. Litauen): Jannes Hundt (4), Jonas Niedermanner dnp, Anton Zraychenko (4), Alexander Herrmann (7)

 

Bildzeilen
oben: Beide deutschen Teams wünschen sich auf dem Feld im “huddle” viel Glück für die Spiele.
links: Jannes Hundt in Aktion.
rechts: Luana Rodelfeld und Patricia Broßmann im Olympischen Dorf.

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