WNBL: Erste Bilanz nach fünf Spieltagen28. November 2012

Seit nunmehr fünf Spieltagen läuft die WNBL-Saison 2012/2013. Unterteilt in vier Gruppen (Nord, West, Südwest und Süd) spielen 28 Mannschaften um die Meisterschaft oder den Verbleib in der weiblichen Nachwuchs-Basketball-Bundesliga.

Titelträger BG Zehlendorf hat sich zurückgezogen und tritt in dieser Spielzeit nicht an, was das Rennen um die begehrte Meisterschaft umso spannender macht. Einen guten Saisonstart erlebten derweil die hochgehandelten Spielerinnen des TSV Hagen 1860, die sich im vergangenen Finale denkbar knapp der BG Zehlendorf mit 78:80 geschlagen geben mussten. Allen voran die im Finale schmerzlich vermisste Center-Spielerin Alina Gimbel trumpft groß auf und zeichnet für 28 Punkte pro Begegnung verantwortlich. Zusammen mit dem Team Göttingen führt Hagen die Gruppe West an. Die meisten Siege konnte bisher das Team des TuS Lichterfelde für sich verbuchen. In der Nord-Gruppe zieht das noch sehr junge Team mit fünf Siegen aus fünf Spielen alleine seine Kreise an der Tabellenspitze. Außerdem noch ungeschlagen sind der Rhöndorfer TV (vier Siege) aus der Gruppe Südwest sowie die BSG Ludwigsburg (drei Siege) aus der Gruppe Süd.

„Der momentane Verlauf überrascht mich nicht sonderlich“, bestätigt DBB-Bundestrainerin Alex Maerz den Tabellenstand zu diesem Zeitpunkt. „Hagen ist als Vize-Meister natürlich ganz oben bei den Favoriten zu sehen. Aber u.a. auch TuS Lichterfelde, das Team Göttingen  oder der Rhöndorfer TV haben gute Voraussetzungen und tolle Spiele gezeigt. Um einen klaren Favoriten zu bestimmen, ist es aber definitiv noch zu früh.“

Zumal nicht eindeutig ersichtlich ist, wie stark die Liga in dieser Saison wirklich ist. Ergebnisse wie 100:44 (TSV Hagen 1860 – Herner TC), 91:40 (Chemnitz – Nördlingen), 82:41 (TuS Lichterfelde – Team Niedersachen) oder der bislang höchste Sieg der Hagenerinnen gegen die Rhein Girls Baskets mit 104:31 lösten Diskussionen über das Leistungsgefälle innerhalb der Liga aus.

Das weiß auch DBB-Bundestrainerin Alex Maerz und macht sich ihre Gedanken: „Das Leistungsgefälle in diesem Jahr ist größer als in den vergangenen Spielzeiten. Es entstehen Resultate, die niemand so wollen kann, weder die Vereine noch wir vom DBB. Denn neben allen wichtigen Aspekten der Sichtung soll die WNBL ja auch das Wettbewerbsniveau anheben und vor allem denjenigen Spielerinnen verantwortungsvolle Rollen ermöglichen, die sich im DBBL-Spielbetrieb noch nicht durchsetzen können. Allerdings halte ich es nicht für richtig, die Liga zu verkleinern.“ Es müssen Gespräche geführt werden.

„Der direkte Dialog mit den Vereinen muss gesucht werden“, ist Alex Maerz überzeugt, denn nur dann können erste Schritte zur Besserung eingeleitet werden. Eines ist ihr besonders wichtig: „Die WNBL ist und bleibt eine Ausbildungsliga, in der auch in schwächeren Teams Talente spielen, die wir nicht übergehen oder sogar verlieren dürfen. Dabei geht es uns nicht immer primär darum, die zum jetzigen Zeitpunkt besten Scorer zu sehen. Diese Spielerinnen werden sich auch parallel in der 2. oder sogar schon in der 1. DBBL durchsetzen.  Wir wollen in der WNBL auch denjenigen Spielerinnen eine Plattform geben, deren technische Ausbildung noch nicht ausgereizt ist, die aber perspektivisch interessant sind.“

Um diesen wichtigen Sichtungsaspekt zu veranschaulichen und an einem Beispiel zu belegen, spricht Maerz die Spielerin Ama Degbeon an: „Ich habe Ama vor etwa zwei Jahren erstmals bei einem WNBL-Spiel in Heidelberg gesehen. Ama hat weder am Bundesjugendlager teilgenommen noch in einem favorisierten WNBL-Team gespielt. Auch ihre Scoring-Werte waren nicht überragend. Trotzdem hat ihr Coach ihr Vertrauen geschenkt. Dabei war er so mutig das Spiel mit dem Gesicht zum Korb zu forcieren. Und das bei einer großen Spielerin mit noch vorhandenen technischen Schwächen. Ama konnte sich mittlerweile zu einer absoluten Leistungsträgerin sowohl in der Nationalmannschaft als auch in der 2. DBBL entwickeln.“

Die Mannschaften hatten nun ein Wochenende Pause und konnten die Zeit nutzen, weiter hart zu trainieren und sich somit auf den kommenden Spieltag vorzubereiten. Bundestrainerin Alex Maerz wird weiter beobachten, wie sich die Teams, einzelne Talente und die gesamte Situation entwickeln. „Jeden Montag verbringe ich Zeit an meinem Arbeitsplatz und informiere mich ausgiebig über den beendeten Spieltag. Dabei schaue ich mir nicht nur die Ergebnisse und Statistiken an, sondern erkundige mich auch telefonisch bei den DBB-Trainerkollegen und den Landestrainern, die direkt vor Ort waren und mir wertvolle Hinweise geben können, wenn ich mir eine Spielerin genauer anschauen soll. Diese Zusammenarbeit ist für mich sehr wichtig, da diese Trainer unsere Sichtungskriterien sehr gut kennen und wichtige Unterstützung dabei leisten, so breit wie möglich die Talente zu beobachten.“

Foto: Team Oberfranken

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