WNBL: Die “kleine Schwester” wird erwachsen16. Juni 2011

DBB-Nationalspielerin Sarah Austmann über die weibliche Nachwuchsbundesliga
Seit nunmehr fünf Jahren gibt es die Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL). Sie ist als fester Bestandteil der Basketball-Landschaft in Deutschland etabliert; langsam aber sicher profitieren die drei Gesellschafter Deutscher Basketball Bund (DBB), Beko Basketball Bundesliga sowie die AG 2. Basketball-Bundesliga von ihrer gemeinsamen Maßnahme. Im Jahre 2009 kam die Jugend Basketball Bundesliga (JBBL) hinzu und erweiterte die Palette der Entwicklungsplattformen für talentierte Youngster. Zeitgleich wurde die WNBL ins Leben gerufen, um auch im weiblichen Nachwuchsbereich für professionellere Strukturen zu sorgen. Wenn die NBBL den Startschuss für konzentrierte Talentförderung darstellt, dann darf die WNBL ohne Zweifel als “kleine Schwester” bezeichnet werden … die erstaunlich schnell laufen gelernt hat, wie DBB-Nationalspielerin Sarah Austmann (Foto) berichtet.

Austmann selbst hat in Oberhausen ihre basketballerische Grundausbildung erhalten und während ihrer Jugendkarriere vier Deutsche Meisterschaften eingestrichen. Beste Voraussetzungen also, um ihr immenses Wissen im U17-Bereich an talentierte Spielerinnen weiter zu geben. Als Co-Trainerin der WNBL-Mannschaft von evo NB Oberhausen hatte sie nennenswerten Anteil daran, dass die Mädels aus dem Ruhrpott 2011 in die Playoffs einzogen, wo in der ersten Runde allerdings gegen den späteren Vizemeister Mittelhessen schließlich Endstation war. “Die Liga tut allen gut, denn sie ist der erste Schritt in Richtung Profi- und Bundesliga-Basketball”, erklärt Austmann. “Die WNBL ist sehr gut organisiert und hat klare Strukturen, wodurch vielen Mädels erstmals klar wird, was sie tun müssen, um als Spielerin nach oben zu kommen.” Alles fängt damit an, dass der weibliche Jugendbereich deutlich mehr Aufmerksamkeit genießt. „Früher war die U16 oder die U18 eine Jugendmannschaft wie jede andere auch“, erinnert sich die 25-Jährige. “Das Label “Bundesliga” sorgt dafür, dass an den verschiedenen Standorten die Rahmenbedingungen heraufgesetzt werden. So wird nicht nur im Training intensiver und professioneller gearbeitet, sondern beispielsweise auch vermehrt auf die Ernährung geachtet.”

Erklärtes Ziel von JBBL und NBBL ist es, die Jugendspieler idealerweise so weit zu weit zu fördern, dass sie nach Abschluss ihrer Jugendkarriere im Alter von 19 Jahren bereit für den Schritt in die ProB, ProA, oder Beko BBL sind. Erfolgreiche Beispiele belegen, dass dieses Konzept Früchte tragen kann. Per Günther führte seine Phoenix Hagen Juniors im Jahre 2007 ins erste NBBL TOP4, um in der Folgesaison für die Volmestädter in der „Jungen Liga“ groß aufzuspielen und sich für das Oberhaus zu empfehlen, wo er als Starter in Ulm zum DBB-Nationalspieler reifte. Einen anderen Weg schlug Niels Giffey ein, der insgesamt vier Jahre in der NBBL für ALBA Berlin spielte, drei Mal in Serie das TOP4 erreichte, 2009 vor heimischem Publikum gar die U19-Krone gewann und anschließend ans College ging, um dieses Frühjahr mit den UConn Huskies die NCAA-Meisterschaft zu feiern. Auch die WNBL hat sich zum Ziel genommen, talentierte Spielerinnen ans Oberhaus oder die DBB-Auswahl heran zu führen. “Der direkte Schritt von der WNBL in die Damen-Bundesliga ist sicherlich noch ein wenig groß, aber insgesamt hilft die Liga schon jetzt dabei, interessante Spielerinnen aufs nächste Level zu hieven”, konstatiert Austmann. “Ich denke, dass man im U17-Bereich klar erkennen kann, wer nach oben will und das Zeug dazu hat – denn die Spielerinnen müssen es wirklich wollen.”

Vieles habe mit der richtigen Einstellung zu tun. Es geht um Opferbereitschaft, Hingabe und den Willen ein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Austmann: “In Oberhausen haben wir viel versucht, den Spielerinnen zu vermitteln, was es heißt, im Leistungsbereich aktiv zu sein. Es bedeutet, dass der Alltag zum Teil umstrukturiert werden muss, um erfolgreich arbeiten zu können.” Auch wenn das öffentliche Auge oftmals eher den Herrenbereich im Fokus hat, so darf nicht vergessen werden, dass die “kleine Schwester” WNBL in nur zwei Jahren ebenfalls erstaunlich schnell erwachsen geworden ist. Umso schöner ist es zu sehen, dass Nationalspielerinnen wie eben Sarah Austmann aktiv an der Jugendförderung partizipieren – und durch die EM-Teilnahme der Damennationalmannschaft gleichzeitig vorleben, wohin die Reise für einige der jungen Mädchen eines Tages gehen könnte.

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