„Wichtiger als Medaillenerfolge ist ein kontinuierlicher Aufbau“18. August 2005

DBB-Vizepräsident für Jugend und Schulsport Ingo Weiss zieht Bilanz

Während für die Damen- und Herren-Nationalmannschaft der Saisonhöhepunkt – die Teilnahme an den Europameisterschaften – noch bevor steht, haben die Jugendnationalmannschaften ihre Reisen nach Estland (U16w), Ungarn (U18w), Bulgarien (U16m) und Serbien & Montenegro (U18m) schon mehr oder weniger erfolgreich absolviert. Für Ingo Weiss (Foto), Vizepräsident für Jugend und Schulsport, ist das Ende des Basketball-Sommers ein geeigneter Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen und das Abschneiden des DBB-Nachwuchses zu analysieren.

“Wir gehören mit allen Mannschaften, ausgenommen der U16-Mädchen, in die A-Gruppe und somit zu den besten Teams Europas. Ich bin äußerst zufrieden“, erklärt Ingo Weiss. Die U16-Jungen von Bundestrainer Kay Blümel gewannen alle ihre Spiele bei der B-EM und stiegen somit ungeschlagen wieder ins europäische Oberhaus auf. Das Ziel Aufstieg knapp verpasst haben hingegen die Mädchen von Bundestrainer Rene Spandauw. Sie werden nächstes Jahr hochmotiviert einen neuen Versuch starten. Beide U18-Teams hätten mehr erreichen können, wäre es nicht schon in der Vorrunde zu Begegnungen mit den ganz starken Gegnern oder späteren Europameistern gekommen. Dennoch veranlasse der 9. Platz der Mädchen von Bundestrainer Reiner Chromik und der 14. Platz der Jungen von Bundestrainer Heimo Förster durchaus zur Zufriedenheit. Das neue Trainerkonzept, nämlich die Jugend Bundesligatrainern mit viel Erfahrung anzuvertrauen, scheine der richtige Weg zu sein.

Insgesamt betrachtet spielen die deutschen Teams allerdings nicht um die Medaillen mit, sondern freuen sich über 9. Plätze und den Klassenerhalt. Die Gründe für den Unterschied zur europäischen Spitze sieht Ingo Weiss hauptsächlich in zwei Aspekten: „In manchen, vor allem südeuropäischen Nationen wird noch konzentrierter gearbeitet. Zum einen gibt es mehr Trainer, die eine stärkere individuelle Ausbildung ermöglichen. Und ebenso von Vorteil ist, dass die Spieler in Leistungszentren oder Internaten zusammen sind und intensiver trainiert werden können.“

Bedeutsamer als frühe Medaillenerfolge ist für Ingo Weiss ein kontinuierlicher Aufbau der jungen Talente auf hohem Niveau: „Ohne zu viele frühe Erfolge ist die Jugend wenigstens noch nicht übersättigt. Sie haben die Möglichkeit auf internationalen Turnieren Erfahrungen zu sammeln und die nötige Härte zu entwickeln. Wichtiger ist, mit den Erwachsenen Erfolg zu haben.“ Das große Ziel aller Nachwuchs-Korbjäger ist natürlich, langfristig in der A-Nationalmannschaft zum Einsatz zu kommen. Laut Ingo Weiss gibt es hier nur wenige Quereinsteiger, zwischen 80 und 90 Prozent der Spieler haben vor ihrem Debüt in der Nationalmannschaft die gesamten (Jugend-) Maßnahmen des DBB durchlaufen. Die Perspektiven für die Schützlinge von Blümel & Co. stehen also nicht schlecht…

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