U20-Herren verlieren entscheidendes Gruppenspiel12. Juli 2014

Die deutsche U20-Herren-Nationalmannschaft hat das entscheidende letzte Gruppenspiel bei der EM auf Kreta (Griechenland) in der Verlängerung gegen Serbien knapp verloren. Mit einem Erfolg hätte man die Zwischenrunde mit zwei Punkten erreicht, so spielt man jetzt um die Plätze 13-20. Gegen die Serben, Anwärter auf eine Medaille bei der Europameisterschaft, musste sich das Team von Bundestrainer Frank Menz erst in der Overtime mit 68:76 (20:14, 10:23, 14:20, 19:6, 5:13) geschlagen geben. Bester Werfer im Spiel gegen die Serben war Max Ugrai (16 Punkte). Übermorgen geht es für das DBB-Team gegen die Tschechische Republik weiter, die in ihrer Gruppe Letzter geworden waren.

Gegen die bisher ungeschlagenen Serben schickte Frank Menz Max Ugrai, Ismet Akpinar, Dominic Lockhart, Kenneth Ogbe (Foto) und Robin Jorch zu Beginn aufs Parkett. Die ersten Punkte erzielten die Serben durch ihren Topscorer Jankovic. Im nächsten Angriff war Lockhart von Außen erfolgreich und erzielte die erste Führung für die DBB-Herren. Auch der zweite Dreier-Versuch von Ugrai war gut (6:2, 3. Min.). Deutschland verteidigte stark und war wachsam unter den Brettern und so stand es nach fünf Minuten 10:4. Die zweite Hälfte des ersten Viertels verlief ausgeglichen, doch mit leichten Vorteilen für die ING-DiBa-Korbjäger. Lockhart und Thiemann trafen zum 14:7 nach acht Minuten. Nach einer Auszeit verkürzte Serbien per Dreier zum 14:10 (9. Min.) und blieb auf Schlagdistanz. Die letzte Minute verlief hektisch. Nach dem 14:12 Anschlusstreffer war es Ugrai, der den Vorsprung des DBB-Teams mit einem Drei-Punkte-Spiel erhöhte. Den Abschluss auf ein starkes erstes Viertel setzte Kenneth Ogbe per Dreier (20:14) mit dem Buzzer.

Der stark aufspielende Salic erzielte die ersten Zähler auf Seiten der Serben zu Beginn des zweiten Viertels, ehe Akpinar seine ersten Punkte verbuchen konnte (23:18, 12. Min.). Die Partie wurde nun ruppiger und Serbien erhöhte den Druck. Punkte von Thiemann zum 26:21 sorgten aber weiter für die nötige Sicherheit im deutschen Spiel. Nach 14 Minuten wurde Ismet Akpinar beim Wurf gefoult und erhöhte auf 29:21, doch die Serben antworteten prompt per Dreier. Sieben unbeantwortete Punkte durch Serbien brachten den 30:30 Ausgleich nach 17 Minuten. Frank Menz nahm die Auszeit, um sein Team nochmal neu einzustellen. Doch auch dies brachte nichts. Das deutsche Team hatte den Faden verloren und Serbien traf jetzt fast nach belieben. 45 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff war es Jankovic, der das 30:37 besorgte. Die deutsche U20 blieb bis zur Halbzeit mehr als fünf Minuten ohne Korberfolg.

Die ersten Punkte für das DBB-Team besorgte Ugrai, allerdings hatte zuvor bereits Serbien getroffen (33:40, 21. Min.). In der Anfangsphase der zweiten Hälfte unterliefen beiden Mannschaften immer wieder Fehler, doch das serbische Team blieb am Drücker und nutzte die Schwächen des Gegners weiter aus. Nach 24 Minuten flog ein Dreier durch den Ring der Deutschen und es stand 36:47. Die ING-DiBa-Korbjäger trafen in dieser Phase der Begegnung zu selten die richtige Entscheidung und die Wurfquote ging mehr und mehr nach unten (33 Prozent). Mitte des Viertels rief Frank Menz sein Team zur Auszeit zusammen. Deutschland arbeitete danach besser unter dem Korb, konnte sich jedoch für den Aufwand nicht bel0hnen. Drei Wurfchancen boten sich in einem Angriff, keine konnte genutzt werden und auf der Gegenseite war Serbien nur mit Fouls zu stoppen (36:51, 26. Min.). Erneut blieben die Schützlinge von Frank Menz mehr als fünf Minuten ohne Korberfolg, ehe Jorch mit fünf Zählern zum 41:54 einnetzte. Auf serbischer Seite war es Jovan Novak, der mit 20 Punkten immer wieder Nadelstiche setzen konnte. Dieser traf auch den nächsten Dreier Serbiens, nachdem Malik Müller für Deutschland verwandelt hatte (44:57, 29. Min.), und setzte damit den Schlusspunkt auf das dritte Viertel.

Im letzten Spielabschnitt verkürzten Jorch, Geske und Müller den Rückstand früh auf 50:58 (32. Min.). Als dann auch Kevin Bryant zum 52:58 traf, keimte wieder Hoffnung auf DBB-Seite auf. Erst Recht, nachdem Müller von Downtown den Anschluss herstellte und Serbien sichtlich überrascht von der Gegenwehr war (55:58, 33. Min.). Deutschland verteidigte nun leidenschaftlich, was allerdings zwei Freiwurftreffer Serbiens zur Folge hatte. Ebenfalls von der Freiwurflinie zeigte Ogbe keine Nerven und versenkte zwei Mal zum 57:60 (35. Min.). Beide Teams schenkten sich in der Schlussphase nichts und verteidigten hart am Mann. Die Sensation lag in der Luft, nachdem Müller einen Dreier aus der Ecke zum 60:60 verwandelte. Deutschland war jetzt überlegen, was auch die Statistiken belegten. Mehr Rebounds, bessere Wurfquoten, mehr Fastbreakpunkte, mehr Assists. Lohn der Mühe war die 61:60 Führung (38. Min.). 59 Sekunden vor dem Schlusspfiff war Novak aufgewacht und eroberte die Führung für Serbien per Dreier zurück. Auszeit Deutschland, 36 Sekunden vor dem Ende. Der bereits im gesamten Turnier stark aufspielende Max Ugrai glich an der Linie zum 63:63 aus und brachte die DBB-Mannschaft in die Verlängerung.

Zu Beginn der Overtime trafen beide Teams je einen Freiwurf, ehe Jorch das 66:65 erzielte (43. Min.). Zwei bittere Dreier musste das DBB-Team dann in der Folge schlucken und lag urplötzlich mit 66:71 zurück (110 Sekunden zu spielen). Nachdem Serbien zwei Freiwürfe verwandelt hatte, verkürzte Ugrai auf 68:73. Die Vorentscheidung fiel dann 18 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung durch die Punkte Serbiens zum 68:76. Deutschland lief die Zeit davon und der Dreier von Ogbe wollte nicht fallen. Nach großem Kampf musste sich die deutsche U20-Nationalmannschaft am Ende Serbien mit 68:76 geschlagen geben und spielt ab Montag um die Plätze 13-20. Die letzten drei Plätze würden den Abstieg bedeuten, der jetzt verhindert werden soll. Die bisher gezeigten Leistungen sprechen dabei klar für die deutsche Mannschaft.

Einem sichtlich geknickten Frank Menz fehlten nach dem Spiel fast die Worte: “Das ist so bitter. Wir bekommen Glückwünsche von anderen Trainern und Teams, für die Leistung, die wir in den letzten Spielen gezeigt haben. Aber statt mit zwei Punkten in die Zwischenrunden zu gehen und eventuell um Medaillen zu spielen, spielen wir um die letzten Plätze. Wir haben heute gegen einen Titelaspiranten wieder eine Hammer-Leistung abgerufen und waren nah an der Sensation. Das ist schon frustrierend. Diese Gruppe ist die schwerste der EM und wir hätten es beinahe geschafft. Das ist bitter.”

Für Deutschland spielten:

Ismet Akpinar (ALBA Berlin, 6), Helge Baues (Eisbären Bremerhaven, dnp), Kevin Bryant (Sunrise Christian Academy Kansas/USA, 2), Niklas Geske (Iserlohn Kangaroos/Phoenix Hagen, 2), Johannes Joos (BBA Ludwigsburg/MHP Riesen Ludwigsburg, 2), Robin Jorch (RSVE Teltow/Kleinm./Stahnsdorf, 9), Dominic Lockhart (Baskets Akademie Weser-Ems/EWE Baskets Oldenburg, 8), Max Merz (FRAPORT SKYLINERS), Malik Müller (Virginia Tech/USA, 11), Kenneth Ogbe (University of Utah/USA, 5),  Johannes Thiemann (Brose Baskets/FC Baunach, 7), Maximilian Ugrai (s.Oliver Basketball Akademie Würzburg, 16).

Weitere Termine:
14.07.2014, 13:45: Deutschland – Tschechische Republik
15.07.2014, 13:45: Deutschland – Russland
16.07.2014, 13:45: Deutschland – Ungarn

Alle Informationen und Statistiken finden Sie unter diesem Link

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