Tolle Erfolge für Rollis bei den Paralympics15. September 2008

Damen gewinnen Silber – Herren spielen um Platz 5

Deutsche Damen gewinnen erste Medaille nach 20 Jahren
Herren stehen nach Erfolg über Japan im Spiel um Platz fünf gegen Israel

Es war 23:24 Uhr Ortszeit Peking als Kapitän Annette Kahl in der National Indoor Arena der chinesischen Hauptstadt die Silbermedaille überreicht bekam und sich damit der große Traum von Edelmetall für die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen bei den XIII. Paralympics erfüllt hat. Zwar verlor der amtierende Europameister das Finale in der National Indoor Arena in Peking gegen die favorisierten US-Amerikanerinnen, doch mit dem Einzug in das Endspiel hatte die Mannschaft bereits zuvor das Ziel eine Medaille zu gewinnen mehr als erreicht und nach Seoul 1988 zum ersten Mal wieder auf dem Podest gestanden.
Die deutsche Herrenauswahl hat das Spiel um Platz fünf erreicht und kann bei einem Erfolg über Israel damit zum zweitbesten Team Europas werden. Im Überkreuzspiel gegen Japan revanchierten sich die deutschen Rollis dabei souverän für die Vorrundenniederlage gegen die Asiaten.

Der in Peking anwesende DBB-Präsident Ingo Weiss (Foto links neben Herren-Bundestrainer Fritz Wiegmann und Dr. Rüdiger Kass, Abteilungsleiter Sport im Bundesministerium des Innern) zeigte sich begeistert über die Erfolge der Rollis: „Ich habe unglaubliche Leistungen gesehen, das war wirklich Rollstuhlbasketball auf allerhöchstem Niveau. Ich freue mich sehr für meinen Kollegen Ulf Mehrens und sein gesamtes Team. Die Erfolge hier sind ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Rollstuhlbasketballs in Deutschland. Dazu darf ich ganz herzlich gratulieren.“

Damen Finale: USA – Deutschland 50:38 (9:12/23:16/39:29)

Die deutschen Damen haben dem Favoriten aus Nordamerika einen harten Kampf geliefert und das Spiel bis zur 13. Minute sogar dominiert. In dieser Phase führte Deutschland mit 8:4 (4.) und 14:11 (13.) ehe nach einer weiteren Auszeit die USA den Druck immens erhöhte und in der Folge der deutsche Spielaufbau erhebliche Probleme hatte. Binnen fünf Minuten drehte das US-Team die Partie zur eigenen 23:14-Führung (18.), der die deutschen Rolli-Damen bis zur Schlusssirene hinterherliefen. Nichts desto trotz darf die Mannschaft um Topscorerin Marina Mohnen stolz auf das erreichte sein und verflog die erste verständliche Enttäuschung bereits bei der emotionalen Siegerehrung. „Wir machen das Schritt für Schritt“, war auch Trainer Holger Glinicki fröhlich gestimmt: „WM 2006 Bronze, jetzt Silber und 2012 in London …“.
USA: Christina Ripp (16/1 Dreier), Carlee Hoffman (10), Sarah Castle (6), Becca Murray (6), Loraine Gonzales (4), Alana Nichols (3), Emily Hoskins (2), Jennifer Ruddell (2), Stephanie Wheeler (1), Patty Cisneros, Mary Milford, Natalie Schneider,
Deutschland: Marina Mohnen (16, Köln 99ers), Maren Butterbrodt (6, Team BEB Niedersachsen), Simone Kues (4, RBV Lüneburg), Edina Müller (4, ASV Bonn), Annika Zeyen (4, RSV Lahn-Dill), Birgit Meitner (2, SV Augsburg), Nicole Seifert (2, Hamburger SV), Nora Schratz (RSC Frankfurt), Gesche Schünemann (3/1, RSV Lahn-Dill), Annette Kahl (Hamburger SV), Alke Behrens (n.e., SG Oldenburg-Sünteltal), Britta Kautz (n.e., ASV Bonn).

Herren Platzierungsspiel: Japan – Deutschland 57:71 (16:16/27:37/43:57)

Die deutschen Herren zeigten sich gegen die Asiaten souverän und bestimmten von Beginn an das Geschehen auf dem Parkett der Pekinger National Indoor Arena. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung setzte sich der EM-Dritte ab dem zweiten Spielviertel ab und hatte insbesondere aus der Distanz im Trierer Dirk Passiwan und unter dem Brett in Dirk Köhler-Lenz aus Wetzlar seine Aktivposten in der Offensive. Nun steht die deutsche Auswahl im Match um Platz fünf im Endklassement und trifft dort wie im kleinen EM-Finale des letzten Jahres auf Israel.
Japan: Reo Fujimoto (20), Hiroaki Kozai (10/1 Dreier), Tomohiko Oshima (7), Kazuyuki Kyoya (6), Akimasa Suzuki (6), Kenzo Maeda (4), Noriyuki Mori (4/1), Shingo Fujii, Keisuke Koretomo, Fumiharu Miura, Tetsuya Miyajima, Satoshi Sato.
Deutschland: Dirk Passiwan (30/1, RSC-Rollis Trier), Dirk Köhler-Lenz (23, RSV Lahn-Dill), André Bienek (4, RSC Frankfurt), Lars Christink (4, Jena Caputs), Lars Lehmann (4, RSC Frankfurt), Jens Schürmann (4, RSC Osnabrück), Sebastian Wolk (2, RSC Frankfurt), Florian Fischer (USC München), Björn Lohmann (ASV Bonn), Andreas Kress (n.e., RSC Frankfurt), Mimoun Quali (n.e., RSC Osnabrück).

Texte: Andreas Joneck

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