U20-Herren verpassen Viertelfinal-Einzug17. Juli 2013

Die DBB-U20-Herren haben in ihrem letzten Zwischenrundespiel bei der Europameisterschaft im estnischen Tallinn gegen die Auswahl Montenegros mit 64:75 (12:22, 16:18, 17:14, 19:21) verloren und verpassen damit erstmals seit zwei Jahren den Einzug ins Viertelfinale. Die Mannschaft von Bundestrainer Harald Stein lief in der heutigen Partie nach schwachem Start einem Rückstand hinterher, kämpfte sich im letzten Viertel noch einmal heran und musste aber dann doch in die Niederlage einwilligen. Bester Werfer war Bogdan Radosavljevic mit 22 Punkten. Die deutsche Mannschaft tritt ab Freitag um die Plätze 9-12 an.

Mit Alexander Blessig, Kenneth Ogbe, David Brembly, Leon Tolksdorf und Hans Brase wählte DBB-Bundestrainer Harald Stein jene Aufstellung, mit der gegen die serbische Mannschaft der Einzug von der Vorrunde in die Zwischenrunde gelungen war. Auch heute sollte der Sprung in die nächst höhere Runde gelingen, doch nach einem schnellen Dreipunktewurf Montenegros, mussten Tolksdorf und Brembly erst einmal einen Fehlstart verhindern (4:5, 3. Min.). Deutschland lief auch im weiteren Verlauf des ersten Spielabschnitts einem Rückstand hinterher und tat sich gegen Montenegro, das ebenfalls um den Viertelfinal-Einzug kämpfte, schwer (6:10, 5. Min.). Brases Präzenz in der Zone und sein Dunk nach Tolksdorf-Zuspiel waren da immens wichtig; doch defensiv bekam das DBB-Team den starken Vrbica nicht in den Griff. Während die Auswahl Montenegros aus allen Lagen trafen, lief bei der deutschen Mannschaft in den ersten zehn Minuten noch nicht viel zusammen. Folglich lag das Stein-Team nach zehn Minuten mit 12:22 zurück.

Auch im zweiten Viertel blieb die Verteidigung das Kernproblem der ING-DiBa-Korbjäger. Mazedonien kam immer wieder gefährlich zum Korb, da die deutschen Spieler oftmals einen Schritt zu spät waren. Johannes Richters Impulse von der Bank halfen offensiv, verkürzten den Rückstand aber nicht nachhaltig (17:26, 13. Min.). Bogdan Radosavljevic, heute ebenfalls als Einwechselspieler, sorgte dann aber doch für Nachhaltigkeit und markierte sechs Punkte in Folge. Damit war der Rückstand wieder einstellig (22:30) und der mazedonische Trainer sah sich gezwungen, eine Auszeit zu nehmen, um den Spielfluss der deutschen Mannschaft zu stoppen. Nach der Unterbrechung lief die Offensiv-Maschine um Vrbica wieder auf vollen Touren: mit fünf unbeantworteten Zählern setzte sich Mazedonien wieder ab. Radosavljevics Dreipunktewurf war die Antwort Deutschlands, Vrbica, der bereits zur Halbzeit 23 (!) Punkte auf seinem Konto hatte, sorgte für seine Farben für den Halbzeitstand. Mit 28:40 ging es in die Halbzeitpause, in der Bundestrainer Stein seinen Spielern sicherlich einiges zu sagen hatte.

Deutschlands großer Kampf wird nicht belohnt

Mit zwei erfolgreichen Dreipunktewürfen in den beiden ersten Angriffen startete die deutsche Mannschaft nach der Pause hervorragend. Defensiv schafften sie aber zu selten einen Stopp, sodass Montenegro weiterhin in Führung blieb. Bundestrainer Stein versuchte es mit diversen Formationen, doch die Mazedonier zeigten sich davon nur wenig beeindruckt und spulten ihre Angriffe herunter. (36:46, 25. Min.). Doch mit viel Kampfgeist und verbesserter Verteidigung rief das DBB-Team, angeführt von Brembly und Radosavljevic nun zum Angriff: Deutschland, das Vrbica in diesem Spielabschnitt keinen Punkt zugestand, spielte sich vor Beginn des Schlussviertels noch einmal einstellig auf 45:54 heran. Noch was alles drin in dieser Partie, in der die Bankspieler zu Gunsten des Stein-Teams möglicherweise den Unterschied ausmachen könnten.

Haukohls Freiwurf eröffnete die letzten zehn Minuten dieser nun immer intensiver werdenden Basketball-Partie. Radosavljevic vollendete nach Merz-Pass krachend – und Deutschland war wieder in Schlagdistanz (48:54). Fatic unterbrach den Lauf der ING-DiBa-Korbjäger nur kurz, denn Haukohl stand erneut an der Linie und versenkte beide Bonuswürfe. Die Trefferquote Montenegros sank weiter, Deutschlands Verteidigung war nun der eines Viertelfinal-Einzugs würdig. Ogbe schickte sich an, die Geschehnisse der ersten drei Spielabschnitte weiter auf den Kopf zu stellen und traf zum 53:56 (34. Min.). Es war nun ein offener Schlagabtausch der beiden Mannschaften, in dem Haukohl nur durch Fouls zu stoppen war und gute Nerven an der Linie zeigte. Zudem übernahm Radosavljevic viel Verantwortung und brachte Deutschland zweieinhalb Minuten vor Spielende auf 59:63 heran. Die Spannung war in den Schlussminuten zum Greifen: Deutschland gab nicht auf, obwohl Vrbica einen wichtigen Distanzwurf für Montenegro traf. Das DBB-Team tat, was es tun musste: treffen und schnell foulen. Da Montenegro sich von der Freiwurflinie keine Blöße gab, musste Deutschland trotz des beeindruckenden Comebacks in die 64:75-Niederlage einwilligen. Die U20-Herren verpassen damit erstmals nach zwei Jahren den Einzug in das EM-Viertelfinale und spielen ab Freitag um die Plätze 9-12.

DBB-Bundestrainer Harald Stein sagte nach dem Spiel: “Montenergo hat gut gespielt und verdient gewonnen. Wir haben zu viele einfache Dinge liegen gelassen und nicht so gut umgesetzt, wie wir uns das eigentlich vorgenommen hatten. Montenegro hat einfach sehr, sehr gut getroffen und wir sind offensiv nicht so in unsere Struktur gekommen. Es ist natürlich unser Anspruch, jetzt zu zeigen, dass wir nicht in den unteren Bereich der EM gehören, sondern weiter nach oben. Wir haben den Tag morgen zur Regeneration und dann wollen wir den einstelligen Platz angreifen. Ich bin auf die Reaktion der Jungs gespannt.”

Für Deutschland spielten:
Alexander Blessig (Florida Gulf Coast University / USA, 3), Hans Brase (Princeton University/USA, 4), David Brembly (Trefl II Sopot/Polen, 11), Mauricio Marin (FC Bayern München), Stephan Haukohl (Erdgas Ehingen/TuS Urspringschule, 8), Fabian Bleck (NOMA Iserlohn / Phoenix Hagen), Max Merz (Fraport Skyliners/Eintracht Frankfurt), Leon Tolksdorf (University of Connecticut/USA, 4), Kenneth Ogbe (Erdgas Ehingen/TuS Ursrpingschule, 4), Kevin Bryant (Erdgas Ehingen/TuS Urspringschule), Johannes Richter (TSV Breitengüßbach / Brose Baskets Bamberg, 8), Bogdan Radosavljevic (FC Bayern München, 22).

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