U20-Herren verpassen erneute Sensation22. Juli 2011

Deutschland unterliegt trotz couragierter Leistung und tollem Comeback im Schlussviertel – DBB-Team morgen gegen Montenegro um Platz Fünf
Die U20-Herren des Deutschen Basketball Bundes haben bei der Europameisterschaft im spanischen Bilbao keine weitere Sensation schaffen können und mussten sich im EM-Viertelfinale trotz toller kämpferischer Leistung und fantastischem Comeback im letzten Viertel gegen extrem treffsichere Franzosen mit 59:68 (13:16, 10:16, 16:20, 20:16) geschlagen geben. Dennoch kann die deutsche Mannschaft mit der heutigen und auch den bisherigen Leistungen bei dieser EM hochzufrieden sein. Noch immer hat das Team von Bundestrainer Frank Menz, das erstmals seit 13 Jahren wieder unter den TOP 8 in Europa stand, die Chance, eine hervorragende Platzierung zu schaffen. Ab morgen spielt Deutschland um Platz Fünf. Beste Werfer im deutschen Team waren Dennis Kramer (Foto FIBA Europe, 16 Punkte), dessen vier Dreipunktewürfe Deutschlands Comeback in der Schlussphase einleiteten, und Daniel Theis (11 Punkte).

Auch im Viertelfinale vertraute Bundestrainer Frank Menz seiner aus Ole Wendt, Mathis Mönninghoff, Patrick Heckmann, Danilo Barthel und Daniel Theis bestehenden Starting Five. Das DBB-Team begann stark und übernahm durch Punkte von Heckmann und Barthel früh die Kontrolle über das Spiel (4:3, 3. Min.). Zwischen den beiden defensiv extrem starken Teams entwickelte sich eine kampfbetonte Partie, in der die Spieler auf beiden Seiten um jeden Zentimeter kämpfen mussten. Giffeys Distanzwurf zum 7:7-Ausgleich war wichtig und gab Deutschland in der spannenden Partie auf hohem Niveau Selbstbewusstsein. Menz versuchte mit unterschiedlichen Verteidigungsstrategien, die französische Auswahl nicht ins Spiel kommen zu lassen und hatte damit Erfolg. Insbesondere der französische Topscorer Evan Fournier wurde exzellent von den ING-DiBa-Korbjägern bewacht und kam im ersten Viertel lediglich auf zwei Punkte. Nach zehn Minuten war das EM-Viertelfinale nahezu ausgeglichen, da Heckmann mit dem Buzzer traf (13:16).

Mit Kahudis Dreipunktewurf begann der zweite Spielabschnitt; die Punkte von Wendt und Mönninghoff hielten das Spiel jedoch offen. Deutschlands Verteidigung brachte Frankreich nun zur Verzweiflung – zwei Mal hintereinander schaffte es die Equipe Tricolore nicht, ihren Angriff in 24 Sekunden abzuschließen (17:19, 13. Min.). Die beiden Distanzwürfe des treffsicheren Westermanns taten weh, allerdings war das Menz-Team kämpferisch stets auf der Höhe, was Voigtmanns Tip-In zum 19:22 verdeutlichte. Deutschland ärgerte die bisher ungeschlagenen Franzosen mit ihren eigenen Waffen und hielt das Spiel trotz gravierender Unterschiede in der Trefferquote aus der Distanz (Frankreich mit über 60 Prozent, Deutschland unter 15) offen. Dem DBB-Team gelang es in dieser Phase des Spiels aber leider nicht, die optische Überlegenheit in Punkte umzumünzen. Nach fünf unbeantworteten Punkten Frankreichs nahm Bundestrainer Menz eine Auszeit und brachte Theis zurück ins Spiel, der auf Grund von zwei frühen Fouls zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Sein Dunk nach Mönninghoff-Pass zum 23:32 kurz vor dem Seitenwechsel machte nach vier punktlosen Minuten des DBB-Teams Mut für die zweite Halbzeit.

Niels Giffey eröffnete den dritten Spielabschnitt mit einem ebenso sehenswerten wie wichtigen Dreipunktspiel. Frankreich attackierte nun vornehmlich die deutsche Zone, blieb aber auch aus der Distanz brandgefährlich. Insbesondere Westermann bereitete der deutschen Verteidigung Kopfzerbrechen, da er sowohl aus der Mittel-, als auch aus der Dreipunktdistanz traumwandlerisch sicher traf. Deutschland blieb trotz zweistelligem Rückstand aggressiv und hängte den Franzosen bereits früh Teamfouls an (28:43, 25. Min.).Die beiden deutschen Big Men Theis und Barthel waren es, die das DBB-Team mit tollen Aktionen und sicheren Nerven an der Freiwurflinie wieder heranbrachten. Auch Ziegenhagen bleib von der Linie cool und Deutschland verkürzte Punkt um Punkt (38:46, 29. Min.). Zwei clever herausgespielte Dreipunktewurfe Frankreichs in der letzten Minute brachten das DBB-Team vor den letzten zehn Minuten jedoch wieder deutlicher in Rückstand (39:52).

Das Wurfpech blieb dem DBB-Team leider auch im letzten Spielabschnitt treu: Auch die noch so schön herausgespielten Würfe wollten einfach nicht fallen. Mit dieser Hypothek war es für die deutsche Mannschaft extrem schwer, die Aufholjagd einzuleiten (43:57, 35. Min.). Dennis Kramer erlöste die ING-DiBa-Korbjäger vier Minuten vor Schluss und traf aus der Distanz zum 46:59. Sein zweiter erfolgreicher Dreipunktewurf brachte Deutschland wieder auf zehn Punkte heran (51:61, 38. Min.). Auch nach der französischen Auszeit traf der wie im Rausch spielenden Kramer vom oberen Zonenrand und auf einmal war Deutschland wieder im Spiel (57:62). In der hektischen Schlussphase behielt Frankreich die Nerven und sicherte sich den Halbfinaleinzug von der Freiwurflinie. So unterlag das DBB-Team Deutschland trotz couragierter Leistung und tollem Comeback mit 59:68. Die nach dem Spiel untröstliche deutsche Mannschaft erzielte damit das beste Ergebnis gegen den Medaillen-Favoriten aus Frankreich und spielt nun ab morgen um Platz Fünf.

DBB-Bundestrainer Frank Menz erklärte nach dem Spiel: “Wir haben gegen eine extrem starke französische Mannschaft auf höchstem europäischen Niveau ein offenes Spiel gehabt. Am Ende hing es an der Dreipunktestatistik – in allen anderen Werten waren wir den Franzosen ebenbürtig. Unsere Jungs sind jetzt natürlich geknickt, aber wir haben morgen und übermorgen die Chance, dieses Turnier mit Siegen zu beenden und das ist jetzt unser Ziel.”

Morgen um 13.30 Uhr spielt das DBB-Team gegen die Mannschaft Montenegros um Platz Fünf.  

Für Deutschland spielten:

Danilo Barthel (Fraport Skyliners Frankfurt, 6), Niels Giffey (University of Connecticut/USA, 6), Patrick Heckmann (Boston College/USA, 6), Konstantin Klein (BiG Gotha, 5), Dennis Kramer (University of San Diego/USA, 6), Mathis Mönninghoff (Gonzaga University/USA, 4), Dennis Ogbe (Tennessee Tech University/USA), Falko Theilig (Fraport Skyliners Frankfurt), Daniel Theis (Spotup Braunschweig/Phantoms Braunschweig, 11), Johannes Voigtmann (Funkwerk Baskets SC Jena, 2), Ole Wendt (webmoebel Baskets, 6) und Malte Ziegenhagen (Tulane University/USA, 2).

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