U20-Herren verpassen EM-Medaille24. Juli 2016

Die U20-Herren des Deutschen Basketball Bundes haben bei der Europameisterschaft in Helsinki einen großen Coup knapp verpasst. Gegen die Türkei verlor die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Rödl das kleine Finale und damit das Spiel um die Bronze-Medaille durch ein schwaches letztes Viertel mit 61:76 (19:17, 17:17, 13:13, 12:29). Bester Werfer der deutschen Mannschaft war am heutigen Abend Andreas Obst (Foto FIBA Europe) mit elf Punkten.

Bundestrainer Henrik Rödl vertraute zu Beginn seiner Stammformation bestehend aus Mahir Agva, Karim Jallow, Jonas Grof, Jan Niklas Wimberg und Andreas Obst. Deutschlands Center gelangen die ersten Punkte der Partie, die die Türken aber umgehend auszugleichen wussten. Im weiteren Verlauf der munteren Anfangsphase trafen auch Grof und Obst, ehe Agva die erneute Führung markieren konnte (8:6, 5. Min). Obst war erneut heiß aus der Distanz und traf einen Dreipunktewurf und auch der eingewechselte Luis Figge führte sich gut ein (13:10). Beide Mannschaften agierten auf hohem Niveau und machten in diesen ersten zehn Minuten nur wenig Fehler. Folglich ging es knapp zu, Leon Kratzer besorgte den 19:17-Viertelstand.

Deutschlands starke Bank zeigte sich im zweiten Spielabschnitt als Georg Beyschlag und Kostja Mushidi zum 26:19-Zwischenstand trafen. Das DBB-Team wirkte spielbestimmend, konnte die Türken aber nicht entscheidend auf Distanz halten. Nach einigen Ungenauigkeiten im deutschen Angriff wurde die Partie wieder etwas knapper (27:25, 14. Min), was Bundestrainer Rödl zu einer Auszeit veranlasste. Nach der Unterbrechung setzte sich Wimberg sehenswert unter dem Korb durch und Deutschlands Verteidigung baute erfolgreich mehr Druck auf. Obst traf zwei Distanzwürfe, Agva legte nochmals nach, das DBB-Team führte erstmals deutlich (34:25). Doch ließen sich die Türken nicht abschütteln, sie lauerten weiterhin auf kleine Fehler der deutschen Mannschaft und bestraften diese eiskalt (34:32, 18. Min). Vor dem Seitenwechsel lagen Rödls Mannen knapp in Führung: 36:34.

Offensiv wurde der dritte Spielabschnitt von beiden Teams zunächst sehr verhalten begonnen, Wimberg brach nach fast fünf punktefreien Minuten den Bann für die deutsche Mannschaft (39:36). Grof legte nach, doch die Türken ließen sich nach wie vor nicht abschütteln (43:40 nach weiteren Wimberg-Punkten). Deutschland arbeitete aber eindrucksvoll unter den Körben, sodass der türkischen Mannschaft nur wenig zweite Wurfmöglichkeiten zugestanden wurden. Ausgerechnet in dieser Phase fing sie Kratzer sein viertes persönliches Foul, gemeinsam mit Agva dominierte er die Bretter. Die Türken eroberten sich die Führung zunächst zurück, doch Mushidi traf mit der Sirene einen Dreipunktewurf zum 49:47.

Während die deutschen Spieler sich noch über den Wurf zu freuen schienen, waren die Türken mit viel Wut im Bauch zurück auf dem Feld und gaben der Partie mit acht Punkten in Serie erneut eine Wendung. Rödl rief zu einer Besprechung, nach der Figge mit einem schönen Dreipunktspiel ein Zeichen setzen konnte. Doch nun lief die deutsche Mannschaft dem Rückstand hinterher was die Türkei clever auszuspielen wusste (52:55, 34. Min). Ulubay und Cevlik trafen scheinbar nach Belieben aus der Distanz, Grof hielt zwar dagegen, aber der Rückstand wuchs weiter (54:67, 37. Min). Weitere Grof-Punkte und ein Obst-Dreier später sah es etwas besser aus: 57:69. Doch die Türken trafen nun aus allen Positionen und Deutschland fand keine Möglichkeit mehr, der Partie nochmals eine Wendung zu geben. Am Ende musste man sich der bitteren 61:76-Niederlage fügen, die das gute Turnier nicht widerspiegelt.

Ähnlich sah es auch Bundestrainer Henrik Rödl: „Es ist gut zu sehen, wie nah wir an einer Medaille dran sind. Der Weg, den wir gehen, ist richtig und er wird uns auch Erfolge bringen. Man muss zugestehen, dass die Türken im letzten Viertel einfach besser waren. Dennoch haben wir zusammengehalten, alles versucht und uns sehr gut präsentiert. Unser Teamgeist war sensationell und hat uns sicherlich auch lange getragen. Ich bin allen dankbar, die im Staff und um das Team gearbeitet haben, es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.“

Für Deutschland spielten:
Mahir Agva (WALTER Tigers Tübingen, 10), Leon Baeck (RheinStars Köln), Georg Beyschlag (FC Bayern München, 5), Luis Figge (Basketball Löwen Braunschweig, 8), Joschka Ferner (ratiopharm ulm), Jan Niklas Wimberg (EWE Baskets Oldenburg, 7), Jonas Grof (Iserlohn Kangaroos / Phoenix Hagen, 8), Tim Schneider (ALBA Berlin, 1), Kostja Mushidi (Mega Leks, 5), Karim Jallow (FC Bayern München, 2), Andreas Obst (Gießen 46ers, 11), Leon Kratzer (Baunach Young Pikes / Brose Baskets Bamberg, 4).

Alle Ergebnisse und Statistiken unter http://www.fiba.com/europe/u20/2016

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