U20-Herren unter den TOP 12 Europas!16. Juli 2011

Deutschland besiegt amtierenden U19-Weltmeister Litauen – Wahnsinns-Spiel des Menz-Teams – Bestes Ergebnis seit 13 Jahren

Die U20-Herren des Deutschen Basketball Bundes stehen bei der Europameisterschaft im spanischen Bilbao unter den besten zwölf Teams. Die Mannschaft von DBB-Bundestrainer Frank Menz setzte sich im letzten Vorrunden-Spiel nach erneutem tollen dritten Viertel mit 88:73 (26:31, 18:14, 17:7, 27:20) gegen den amtierenden U19-Weltmeister Litauen durch und nimmt damit einen wichtigen Sieg mit in die Zwischenrunde. Zuletzt gelang einer deutschen Mannschaft vor dreizehn Jahren, unter den besten zwölf Teams in Europa zu sein. Das Menz-Team, bei dem heute Niels Giffey (Foto, 16 Punkte) aus der starken Teamleistung herausragte, wandelt damit auf den Spuren der erfolgreichen Generation des 1978-Jahrgangs um Dirk Nowitzki, die 1998 bei der U22-EM auf Sizilien den 7. Platz belegte.

Aus Ole Wendt, Mathis Mönninghoff, Patrick Heckmann, Danilo Barthel und Daniel Theis bestand die Starting Five von Bundestrainer Frank Menz auch im dritten Vorrunden-Spiel. Die Begegnung wurde von Beginn an aggressiv und auf hohem Niveau geführt, ging es doch für beide Mannschaften um viel. Deutschland zeigte wenig Respekt für die favorisierten Litauer, die vor wenigen Tagen mit ähnlichem Team U19-Weltmeister wurden. Wendt und Mönninghoff hatten auch heute ein gutes Händchen und trafen aus der Distanz, doch auch Litauen zeigte sich wurfstark. Mitte des ersten Viertels war die hochklassige Partie ausgeglichen (13:13, Daniel Theis). Mönninghoffs Distanzwurf brachte den ING-DiBa-Korbjägern die erste Führung – doch Litauen agierte fehlerfrei von jenseits der Dreipunktelinie (vier von vier Würfen) und leitete so den erneuten Führungswechsel zu Gunsten der Balten ein. Malte Ziegenhagen wurde exzellent von Konstantin Klein in Szene gesetzt und traf kurz vor Ablauf der Spielzeit zum 26:32-Viertelstand.

Das DBB-Team gestaltete das Spiel auch im zweiten Viertel offen und ließ die Litauer dank Punkten von Barthel und Wendt nicht davonziehen. Deutschland kompensierte durch eine geschlossene Mannschaftsleistung offensiv wie defensiv sogar den bisherigen Ausfall von Patrick Heckmann, der noch keine Bindung zum Spiel gefunden hatte (31:34, 12. Min.). Litauen traf nach wie vor hochprozentiger, das deutsche Team zeigte viel Herz und gestaltete das Spiel weiter komplett offen: Der stark aufspielende Barthel traf aus der Distanz zum 37:38 (14. Min.). Während Litauen in dieser Phase offensiv extrem von Peciucevicus abhing, spielte die deutsche Mannschaft variabler und war so schwer auszurechnen. So war es erneut Ziegenhagen, der zum Ende des Spielabschnitts aufdrehte und zum 44:44-Ausgleich traf. Leider zählte der erfolgreiche Tip-In von Giffey nach Kramers Distanzwurf zum Buzzer nicht, dennoch war das DBB-Team mit dem 44:46-Halbzeitstand mehr als im Soll.

Bei Patrick Heckmann platzte nach dem Seitenwechsel der Knoten – seine vier Punkte in Serie eroberten dem DBB-Team die Führung zurück (48:46, 22. Min.). Litauen wusste sich gegen die nun wie in einem Rausch spielenden Deutschen nur noch mit Fouls zu helfen; Wendt & Co. blieben jedoch cool von der Linie (50:46). Giffeys Distanzwurf brachte Deutschland die bis dato höchste Führung und den litauischen Trainer zur Weißglut. Doch auch nach der Auszeit war es die Mannschaft von Frank Menz, die das Geschehen bestimmte und sich auch von fragwürdigen Pfiffen nicht aus dem Konzept bringen ließ. Mönninghoffs Händchen blieb heiß, Ziegenhagen und Klein hingegen eiskalt von der Linie – eine gute Kombination, die Deutschland die 61:53-Führung vor dem Schlussviertel einbrachte.

Das Momentum, das sich das DBB-Team so hart erarbeitet hatte, blieb auch im vierten Viertel auf Seiten Deutschlands: Dank Heckmanns Steal und anschließendem Lay-Up führte Deutschland erstmals zweistellig. Litauen stellte erneut taktisch um und versuchte so, den Lauf des DBB-Teams zu stoppen. Doch vor allem dank Ziegenhagen und Barthel, die vor dem Spiel nur wirkliche Experten auf der Rechnung hatten, behauptete Deutschland die Führung und war auf dem besten Weg, einen ebenso überraschenden, wie wichtigen Sieg zu landen (68:55, 33. Min.). Defensiv arbeiteten die Menz-Schützlinge hervorragend, sodass Peciucevicus, Litauens Go-to-Guy der ersten Halbzeit, nun komplett blass blieb. Nach Wendts beeindruckendem Dreipunktspiel fünf Minuten vor Spielende zum 75:62 roch es nach Vorentscheidung. Litauen versuchte alles, um mittels Distanzwürfen und schnellen Fouls noch einmal in das Spiel zurückzukommen und verringerte den Rückstand so aus ihrer Sicht in den einstelligen Bereich. Menz nahm beim 76:71 und zwei Minuten Spielzeit eine Auszeit, um sein Team auf die hektische und intensive Schlussphase einzustimmen. Deutschlands Verteidigung stand sicher und mit Theis krachendem Dunk zum 78:71 eine Minute vor Spielende wurden alle Zweifel an einem Comeback Litauens ausgeräumt. Das DBB-Team gewann das hochklassige Match am Ende verdient mit 88:73 und greift nach dem morgigen Ruhetag am Montag in der Zwischenrunde nach weiteren historischen Erfolgen.

DBB-Bundestrainer Frank Menz zog nach dem Spiel vor seiner Mannschaft den Hut: “Die Jungs haben heute klasse gespielt und extrem gut verteidigt. Ich bin sehr stolz auf die Art und Weise, wie wir als Team gearbeitet haben und gegen die Litauer, die hier eine Medaille wollten, aufgetreten sind. Wir haben mit dem Einzug in die Zwischenrunde unser erstes großes Ziel erreicht, jetzt warten ab Montag drei Kracher auf uns, auf denen ab jetzt unsere volle Konzentration liegt.”

Während Deutschland ab Montag in der Zwischenrunde gegen Gastgeber Spanien, Griechenland und die Türkei antritt, muss der Medaillenfavorit Litauen den bitteren Gang in die Relegationsrunde antreten.

Für Deutschland spielten:

Danilo Barthel (Fraport Skyliners Frankfurt), Niels Giffey (University of Connecticut/USA, 16), Patrick Heckmann (Boston College/USA, 10), Konstantin Klein (BiG Gotha, 3), Dennis Kramer (University of San Diego/USA), Mathis Mönninghoff (Gonzaga University/USA, 15), Dennis Ogbe (Tennessee Tech University/USA), Falko Theilig (Fraport Skyliners Frankfurt, dnp), Daniel Theis (Spotup Braunschweig/Phantoms Braunschweig, 10), Johannes Voigtmann (Funkwerk Baskets SC Jena), Ole Wendt (webmoebel Baskets, 15) und Malte Ziegenhagen (Tulane University/USA, 11).
 
Der weitere Turnierplan der U20-Herren:  

Sonntag, 17. Juli 2011 – Ruhetag
Montag, 18. Juli 2011, 16.15 Uhr: Deutschland – Griechenland
Dienstag, 19. Juli 2011, 20.45 Uhr: Deutschland – Spanien
Mittwoch, 20. Juli 2011, 16.15 Uhr: Deutschland – Türkei
 
Alle weiteren Informationen zu Europameisterschaft der U20-Herren finden Sie auf der Turnier-Website.  

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