U20-Herren: Nackenschlag im Schlussviertel15. Juli 2014

Die deutschen U20-Herren müssen bei der Europameisterschaft auf Kreta weiter kämpfen, um nicht in die Abstiegsrunde zu rutschen. Nach der 58:70 (10:14, 19:18, 11:14, 18:24)-Niederlage gegen Russland steht das Team von Bundestrainer Frank Menz morgen vor einem kleinen “Endspiel” gegen Ungarn. Dann wird sich entscheiden, ob man um die Plätze 13-16 spielt oder in der Abstiegsrunde der letzten vier Teams, von denen sich nur eines rettet. Um der Abstiegsrunde zu entgehen ist ein Sieg gegen Ungarn mit mindestens sieben Punkten Differenz nötig, einen Sieg von Russland gegen die Tschechische Republik vorausgesetzt. Heute steuerte Robin Jorch die meisten Punkte bei (15).

Den 4:0-Start der Deutschen konterten die Russen umgehend (4:8, 5. Min.), weil das DBB-Team dem Gegner mehrfach den Offensivrebound überließ. Menz versuchte eine hohe Intensität aufs Feld zu bringen und wechselte in gewohnt kurzen Intervallen. Malik Müller brachte wie schon gestern direkt Impulse in das Spiel der deutschen Mannschaft (10:11, 7. Min.), aber insgesamt durfte man den Auftritt beider Teams als zerfahren beschreiben. Keine Mannschaft konnte sich offensiv in einen Rhythmus bringen, die Russen lagen auch nach zehn Minuten noch leicht in Führung (10:14). Deutschland war mehr als drei Minuten ohne Punkt geblieben und hatte sechs Offensivrebounds abgegeben.

Die “Durstrecke” der ING-DiBa-Korbjäger verlängerte sich auf sechs Minuten, ehe Müller an der Freiwurflinie traf. Auch Russland waren keine Punkte gelungen und Johannes Thiemann glich aus (14:14, 13. Min.). Es war buchstäblich so, dass man sich gegenseitig neutralisierte. Wobei die deutsche Defense noch wirkungsvoller agierte und bei den Russen rein gar nichts mehr zugelassen hatte (16:14, 14. Min.). Die Partie blieb völlig offen (22.22, 17. Min., Dreipunktspiel Max Ugrai), kein Team konnte sich absetzen. Ärgerlich, dass sich der gerade besser ins Spiel gekommene Ugrai noch vor dem Seitenwechsel sein drittes Foul einhandelte. Die Russen hatten zudem jetzt immer zum richtigen Zeitpunkt einen Dreier parat. So auch vier Sekunden vor dem Ende der ersten Hälfte, als sie zum 29:32 trafen.

Auch zu Beginn des dritten Viertels begegneten sich beide Mannschaften mit dürftigen Wurfquoten. Es war ein intensiver Kampf, dem man die große Bedeutung anmerken konnte. Das DBB-Team wollte mit aller Macht die Führung wieder zurück und hatte durch Thiemann per Dunking auch Erfolg (33:32, 23. Min.). Aber die Russen blieben am Drücker und es ging Kopf an Kopf mit wechselnden Führungen weiter. Deutschlands Dreierversuche wollten einfach nicht fallen, während die Russen gerade aus der Distanz immer wieder Nadelstiche setzten (35:37, 26. Min.). Da hatte Ugrai mit dem vierten Foul bereits wieder Platz auf der Bank genommen. Die Situation spitzte sich für die DBB-Auswahl langsam zu (40:44, 29. Min.). Menz nahm eine Auszeit, aber Russland baute den Vorsprung bis zum Viertelende aus (40:46).

Auch die ersten Würfe der DBB-Auswahl im Schlussabschnitt verfehlten ihr Ziel und es sprach zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel für ein Comeback (40:51, 33. Min.). Spätestens jetzt musste man nicht mehr nur an einen Sieg, sondern an ein möglichst günstiges Ergebnis denken, um gegen Ungarn noch eine realistische Chance zu haben. Doch Deutschland war jetzt völlig von der Rolle, während Russland Punkt um Punkt davon zog (40:54, 34. Min.). Erst nach über siebenminütiger Flaute punktete Deutschland wieder, durch Ismet Akpinar zum 42:57 (35. Min.). Mit letzter Kraft versuchten die deutschen Spieler in den Schlussminuten den Rückstand noch zu verkürzen, und das gelang auch durch den agilen Kevin Bryant (Foto, 49:59, 37. Min.). Am Ende leuchtete trotzdem ein frustrierendes 58:70 von der Anzeigetafel, das den DBB-Akteuren jetzt eine sehr schwierige Aufgabe gegen Ungarn beschert.

“Nach fünf guten Spielen haben wir uns heute zum falschen Zeitpunkt ein schlechtes geleistet. Der Druck war groß, aber die Russen haben auch bisher eindeutig unter Wert gespielt. Auch hatten wir erstmals im Turnier Foulprobleme, was unseren Wechselrhythmus beeinflusst hat. Bis zu den letzten beiden Dreiern von Robin Jorch hatten wir eine Quote von 1/16, das war heute einfach zu wenig. Ich traue der Mannschaft aber zu, morgen gegen die Ungarn wieder ein gutes Spiel zu machen und mit dem nötigen Vorsprung zu gewinnen”, blickte Frank Menz kämpferisch nach vorne.

Für Deutschland spielten:
Niklas Geske (Iserlohn Kangaroos/Phoenix Hagen),  Maximilian Ugrai (s.Oliver Basketball Akademie Würzburg, 5). Max Merz (FRAPORT SKYLINERS, 1), Malik Müller (Virginia Tech/USA, 9), Kevin Bryant (Sunrise Christian Academy Kansas/USA, 9), Ismet Akpinar (ALBA Berlin, 4), Dominic Lockhart (Baskets Akademie Weser-Ems/EWE Baskets Oldenburg, 2), Johannes Joos (BBA Ludwigsburg/MHP Riesen Ludwigsburg, 2), Kenneth Ogbe (University of Utah/USA), Robin Jorch (RSVE Teltow/Kleinm./Stahnsdorf, 15), Helge Baues (Eisbären Bremerhaven), Johannes Thiemann (Brose Baskets/FC Baunach, 11).

Weitere Termine:
16.07.2014, 13:45: Deutschland – Ungarn

Alle Informationen und Statistiken finden Sie unter diesem Link

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