Schwarze Stunde für U20-Herren22. Juli 2006

63:70-Niederlage gegen Ungarn – Abstieg in die B-Gruppe
Die deutsche U20-Nationalmannschaft hat es bei der EM in Izmir / Türkei versäumt, im letzten Moment den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und den Abstieg in die B-Gruppe zu vermeiden. Gegen Ungarn unterlag das Team von Bundestrainer Emir Mutapcic mit 63:70 (21:15, 18:16, 16:17, 8:22), nachdem man das Spiel bis in das Schlussviertel kontrolliert hatte. Morgen geht es im abschließenden Spiel gegen Weißrussland um Platz 15 oder 16 (9.30 Uhr).

Deutschland begann überraschend ohne Scharfschütze und Topscorer Nikita Khartchenkov und legte durch den stark beginnenden Jan-Christian Both, Achmadschah Zazai und Johannes Lischka einen prima Start hin (8:0, 3. Min.). Khartchenkov kam beim Stand von 10:5 (6. Min.) ins Spiel und führte sich nur wenige Sekunden später mit einem erfolgreichen Dreier gleich gut ein. Als Marius Huth nach acht Minuten das 18:9 erzielte, durfte man das DBB-Team auf einem guten Weg wähnen. Kurz vor Viertelende nutzten die Ungarn die Chance zur Resultatsverbesserung nach einem unsportlichen Foul von Konstantin Karamatskos nur teilweise (21:15).

Khartchenkov blieb der dominierende deutsche Scorer und hatte nach einem Dreier zum 26:17 (12. Min.) bereits zehn Punkte erzielt. Die DBB-Auswahl profitierte bis hierhin von der guten eigenen Wurfquote über 50 Prozent, während die Ungarn nur rund jeden dritten Wurf ins Ziel brachten. Doch dann vergaben die deutschen Spieler einige Chancen, und Coach Mutapcic bat nach 14 Minuten zur Auszeit, um den kleinen Lauf der Ungarn zu stoppen (26:21). Ungarn kam bis auf 26:24 heran, ehe der gerade eingewechselte Lucca Staiger wieder deutsche Punkte auf die Anzeigetafel brachte und Huth zum 30:24 nachlegte (16. Min.). Die Scouter hatten zu diesem Zeitpunkt einen Spielstand von 30:22 ermittelt, dabei einen ungarischen Dreier aber nur als einen Punkt gezählt. Der im Turnierverlauf gemeinsam mit Johannes Lischka am meisten verbesserte deutsche Spieler Lucca Staiger erhöhte mit einem Dreier auf 35:25 (18. Min.)und brachte damit wieder etwas Ruhe ins deutsche Spiel. Zum Seitenwechsel war das Spiel für die ING-DiBa-Korbjäger aber noch lange nicht gewonnen (39:31, Lischka mit der Schlusssirene).

Wieder erzielte Both die ersten Punkte nach dem Seitenwechsel, er war zu diesem Zeitpunkt der mit Abstand beste Rebounder der gesamen Partie (8). Es entwickelte sich verbissen geführter „Abstiegskampf pur“, in dem die Ungarn nicht aufsteckten (41:35, 23. Min.). Wieder nahm Mutapcic eine frühe Auszeit. Die Ungarn brachten jetzt ihre eigentliche Stärke – Dreipunktewürfe – besser zur Geltung und kamen weiter auf (44:41, 24. Min., 46:45, 26. Min.). Die DBB-Auswahl wehrte sich aber mit aller Macht dagegen die Führung abzugeben. Der sehr starke Both besorgte das 50:45 nach 28 Minuten und das 52:45 noch in der gleichen Minute, Leo Niebuhr ar das 54:45 (29. Min.). Stand nach Viertel 3: 55:48.

Ein erneuter erfolgreicher Dreier gab den Ungarn wieder Hoffnung (55:51, 32.Min.), dann hieß es nur noch 55:53. Die Nerven bei den Deutschen lagen blank, mehrere Ballverluste hintereinander mussten verkraftet werden. Ungarn vergab von der Dreipunktelinie die Chance erstmals in Führung zu gehen, Marius Huth blieb an der Freiwurflinie sicher (57:53, 33. Min.). Die deutsche Defense fand einfach kein Mittel gegen Ungarns Dreier (57:56), im Scouting ging es erneut drunter und drüber, so dass zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, welche Mannschaft in Führung liegt. Dann war es laut Scouting soweit, Ungarn ging – natürlich per Dreier – mit 59:58 in Führung (35. Min.). Zwar konterte Lischka zur deutschen 60:59-Führung, aber ein weiterer Dreier – der mittlerweile 11. – brachte Ungarn umgehend wieder in Front (38. Min.). Exakt 90 Sekunden vor dem Ende erzielten die Ungarn das 64:60, 30 Sekunden später das 66:60. Deutschland war geschlagen und die Spieler verließen maßlos enttäuscht mit hängenden Köpfen das Spielfeld.

Deutschland
Jan-Christian Both (BG 74 Göttingen, 18), Jannik Freese (BS/Energy/SG Braunschweig, 1), Marius Huth (TuS Lichterfelde, 6), Patrick Horstmann (SG Urspringschule/TSG Ehingen), Konstantin Karamatskos (USC Freiburg), Nikita Khartchenkov (BC Chimki Moskau/Russland, 13), Oliver Komarek (USC Heidelberg/Post SG Mannheim), Robert Kulawick (TuS Lichterfelde/ALBA Berlin, 1), Johannes Lischka (TV Lich, 8), Leo Niebuhr (BS/Energy/SG Braunschweig, 5), Lucca Staiger (SG Urspringschule/TSG Ehingen, 9), Achmadschah Zazai (SG Braunschweig, 2).

Live-Score sowie alle Spieltermine, Ergebnisse und Statistiken unter www.fibaeurope.com

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