Guter Start der U20-Herren reicht nicht aus10. Juli 2013

Die U20-Herren des Deutschen Basketball Bundes (DBB) haben bei der Europameisterschaft im estnischen Tallinn ihr zweites Vorrundenspiel verloren. Die ING-DiBa-Korbjäger von DBB-Bundestrainer Harald Stein starteten gegen die favorisierten Litauer gut, verloren im zweiten Spielabschnitt den Faden und unterlagen am Ende mit 62:74 (14:11, 9:23, 18:16, 21:24). Am morgigen Donnerstag wartet mit den Griechen die nächste Herausforderung; Sprungball ist um 12:30 Uhr deutscher Zeit. Im heutigen Spiel zeichnete sich Bogdan Radosavljevic mit 19 Punkten als bester Werfer aus.

Die deutsche Mannschaft startete mit Alexander Blessig (Foto), Kenneth Ogbe, Fabian Bleck, Leon Tolksdorf und Bogdan Radosavljevic in die Begegnung, in der von Beginn an Würze war. Blessig eröffnete sie aus deutscher Sicht von der Freiwurflinie, nach dem unmittelbaren Ausgleich der Litauer reihten sich auf beiden Seiten Fehlwürfe. Der Intensität tat dies allerdings keinen Abbruch: beide Mannschaften, die gestern siegreich in das Turnier gestartet waren, wollten das Spiel gewinnen, um einen großen Schritt in Richtung Zwischenrunde zu machen. Center Radosavljevic zeigte sich auch in der heutigen Anfangsphase bestens in Form und brachte Deutschland mit vier Punkten zum 7:6-Zwischenstand (5. Min.). Die DBB-Herren kamen dank ihrer guten Penetration im ersten Spielabschnitt oft an die Freiwurflinie und behielten dort eine weiße Weste: Radosavljevic traf den sechsten Freiwurf nachdem zuvor Ogbe punkten konnte (10:9, 7. Min.). Bundestrainer Stein spielte bereits in den ersten zehn Minuten mit einer sehr breiten Rotation bestehend aus elf Spielern – der Erfolg gab ihm Recht: Deutschland lag zur Viertelpause mit 14:11 in Führung.

Litauen begann das zweite Viertel stärker und profitierte zudem von dem Wurfpech der DBB-Herren. Deutschland tat sich offensiv nun merklich schwer und kam minutenlang nicht erfolgreich zum Korb. Nach sieben unbeantworteten Punkten der Litauer nahm Bundestrainer Stein eine Auszeit, um seine Mannschaft neu einzustellen und die Führung zurückzuerobern (14:18, 14. Min.). Radosavljevic und Richter brachten den Bann für das deutsche Team, aber Litauen agierte schlichtweg zwingender und erfolgreicher (18:25, 17. Min.). Nachdem die Balten zwischenzeitlich zweistellig davongezogen waren, half Blessigs Distanzwurf, die Aufholjagd der DBB-Herren einzuleiten. Richter legte nach, doch Deutschland leistete sich zu viele Ballverluste, aus den Litauen dann Kapital schlug. Nach einem tollen Start folgte zunächst die Ernüchterung und so lag das Stein-Team vor der Halbzeitpause mit 23:34 zurück.

Schwache Freiwurfquote und Ballverluste ebnen den Weg für die Niederlage

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Litauen die dominierende Mannschaft: mit einem krachenden Dunking eröffnete Chatkevicius das Viertel. Deutschland kämpfte und stemmte sich dagegen, die vereinzelten Punkte von Radosavljevic und Bleck waren aber zu wenig. Es regnete immer wieder Dreipunktewürfe und so wuchs der Rückstand der DBB-Herren weiter an (27:42, 24. Min.). Vier Punkte des nimmermüden Centers Radosavljevic brachten da Hoffnung, die Probleme beim Ballvortrag und plötzliche Schwächen an der Freiwurflinie blieben aber. Die Litauer schienen aber unbeeindruckt: auch der zweite Dreipunktewurf von Radosavljevic, der in der Offensive zunehmend auf sich alleine gestellt war, wurde beantwortet. Merz streute noch einmal einen Distanzwurf zum 38:48 ein und hauchte Deutschland wieder Hoffnung ein. Zwei Brembly-Punkte nach Ogbe-Zuspiel und ein Freiwurf von Hans Brase ließen die DBB-Herren das Viertel positiv abschließen und brachten einen machbaren Rückstand für das Schlussviertel (41:50).

Der starke Radosavljevic und der immer stärker werdende Merz sorgten für Erfolgsmomente und brachten die deutsche Mannschaft auf 46:52 (32. Min.) heran. Zudem gelang es dem Stein-Team nun wieder, Litauen durch Zug zum Korb mit Fouls zu belasten; sicherlich einer der Gründe, warum Steins Konterpart nun seine Spieler um sicher versammelte. 30 Sekunden später war das Spiel erneut unterbrochen: dieses Mal allerdings von Bundestrainer Stein, der nach einem 0:5-Lauf seiner Mannschaft Einiges zu sagen hatte. Doch auch nach der zweiten Unterbrechung blieb Litauen am Drücker und punktete durch treffsichere Schützen. Drei Minuten vor Spielende versuchte es Deutschland mit dem Mut der Verzweiflung von der Dreierlinie und dank Tolksdorf und Ogbe kam noch einmal Hoffnung auf (55:64). Sechs litauische Punkte in Serie sorgten allerdings für die Entscheidung: die DBB-Herren mussten sich mit 62:74 geschlagen geben – mit dem schlechten Gefühl in der Magengegend durch die schwache Freiwurfquote (37 Prozent) und die Ballverluste (15 gegenüber neun auf Seiten der Litauer) einen großen Teil selbst verschuldet zu haben.

Bundestrainer Harald Stein schlug in die gleiche Kerbe: “Es war – bis auf die Ballverluste und die Phasen, in denen wir uns das Leben durch die Ballverluste selber schwer gemacht haben – ein gutes Spiel von uns. Die Litauer sind ein sehr cleveres und gut eingespieltes Team, das Serbien ja gestern nicht umsonst geschlagen hat. Uns hat sicherlich in den einen oder anderen Situation das Momentum und das Quäntchen Glück gefehlt, sodass unsere kleinen Comebacks das Spiel nicht mehr gedreht haben. 15 Ballverluste sind aber einfach zu viel: gestern hatten wir nur sechs und heute im ersten Viertel gar keinen. Danach haben wir dann im zweiten Viertel direkt acht gehabt, aus denen eine Mannschaft wie Litauen natürlich Profit schlägt. Das muss, genauso wie die Freiwürfe, morgen gegen die Griechen wieder besser werden. Wir Trainer gucken uns jetzt das Spiel Griechenlands gegen Serbien an. Für die Griechen ist das heute das erste Spiel des Turniers, sodass wir gut regenerieren müssen, um morgen wieder fit zu sein. Mit Griechenland haben wir uns ja in diesem Sommer bereits beim Turnier in der Türkei ein enges Spiel geliefert, das erst in der Verlängerung entschieden wurde.”

Für Deutschland spielten:
Alexander Blessig (Florida Gulf Coast University / USA, 5), Hans Brase (Princeton University/USA, 1), David Brembly (Trefl II Sopot/Polen, 6), Mauricio Marin (FC Bayern München), Stephan Haukohl (Erdgas Ehingen/TuS Urspringschule), Fabian Bleck (NOMA Iserlohn / Phoenix Hagen, 2), Max Merz (Fraport Skyliners/Eintracht Frankfurt, 8), Leon Tolksdorf (University of Connecticut/USA, 8), Kenneth Ogbe (Erdgas Ehingen/TuS Ursrpingschule, 9), Kevin Bryant (Erdgas Ehingen/TuS Urspringschule), Johannes Richter (TSV Breitengüßbach / Brose Baskets Bamberg, 4), Bogdan Radosavljevic (FC Bayern München, 19).

Spieltermine EM-Vorrunde (deutsche Zeiten):

Donnerstag, 11. Juli 2013, 12.30 Uhr: Deutschland – Griechenland
Freitag, 12. Juli 2013, 17.00 Uhr: Deutschland – Serbien

Alle Spiele, Statistiken etc. gibt es unter diesem Link

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