U20-Damen ziehen den Kopf aus der Schlinge12. Juli 2011

Dramatische Partie in der Relegationsrunde
Die deutsche U20-Nationalmannschaft der Damen scheint bei der Europameisterschaft in Novi Sad/Serbien den Kopf aus der Schlinge ziehen zu können. Im zweiten Spiel der Relegationsrunde holte sich das Team von Bundestrainer Raoul Scheidhauer den ersten Sieg. Gegen Weißrussland gab es einen umkämpften 73:71 (15:19, 21:12, 16:19, 21:21)-Erfolg. Damit hat die DBB-Auswahl bei noch vier ausstehenden Spielen in der Relegationsrunde wieder alle Chancen, den Abstieg in die B-Gruppe zu verhindern. Morgen gegen Rumänien (18.15 Uhr) muss dazu ein weiterer Sieg her.

Wie in allen bisherigen Partien musste das DBB-Team auch gegen die Weißrussinnen direkt einen Rückstand verkraften. 4:13 hieß es nach fünf Minuten. Die Anspannung war groß bei den deutschen Damen, und so fanden sie wieder keinen Rhythmus. Doch es gelang zumindest, den Rückstand bis zum Viertelende zu verkürzen (15:19, weil der Einsatz hundertprozentig stimmte. Emina Karic und Julia Gaudermann hatten einige erfolgreiche Szenen, sodass die deutsche Mannschaft wieder hoffen durfte.

Die positive Phase setzte sich fort, Finja Schaake traf zum 21:21 nach 13 Minuten. Nun zeigten auch die Weißrussinnen Wirkung und flüchteten sich in eine Auszeit. Gaudermann besorgte per Freiwurf die erste Führung für Deutschland. Endlich schien sich das Scheidhauer-Team etwas frei zu spielen und die Begegnung in den Griff zu bekommen. Doch Weißrussland ging wieder in Führung (23:27, 16. Min.), weil Deutschland in dieser Phase einige Chancen vergab. Das änderte sich jedoch in den folgenden Minuten, in denen ein weiterer Ruck durch die deutsche Auswahl ging, die plötzlich mit 33:29 vorne lag (19. Min.). Und das ohne viel Input der bis dato im Turnierverlauf besten deutschen Spielerin, Sonja Greinacher, die noch überhaupt nicht im Spiel war. Zum Seitenwechsel gab es also einige Gründe, mit einem guten Gefühl auf die beiden Schlussviertel zu blicken (36:31).

Nach der 38:31-Führung direkt nach Wiederbeginn leisteten sich die ING-DiBa-Korbjägerinnen wieder eine schwächere Phase, die dazu führte, dass Weißrussland nach 25 Minuten das Blatt gewendet hatte (41:42). Es entwickelte sich eine dramatische Partie auf Augenhöhe mit wechselnden Führungen (48:47, 28. Min.). Aber die deutschen Damen blieben jetzt hartnäckig und setzten mit vereinten Kräften nach (52:47, 30. Min.). Man merkte dem Team an, dass es dieses Spiel mit aller Macht gewinnen wollte. Ein bitterer Dreier des Gegners kurz vor der Viertelpause landete noch im deutschen Korb.

Nach 31 Minuten hatte Weißrussland wieder einen minimalen Vorsprung (52:53), der aber auch nur wenige Sekunden Bestand hatte. Die weiteren Zwischenstände von 57:55 (32. Min.), 59:60 (34. Min.) und 64:63 (35. Min., 3er Christina Schnorr) zeigen die Dramatik des Spieles in diesen Minuten. Zwei Minuten lang tat sich nichts auf dem Scoreboard, dann fiel das 66:63 für Deutschland. Der Live Score der Begegnung war längst ausgefallen, lediglich der Spielstand wurde gelegentlich aktualisiert und konnte verfolgt werden. 90 Sekunden vor dem Ende stand das Spiel weiter auf des Messers Schneide, die DBB-Auswahl lag mit 70:69 vorne, 46 Sekunden vor Schluss mit 72:71. Svenja Brunckhorst machte mit einem erfolgreichen Freiwurf eine Sekunde vor der Schlusssirene den umjubelten 73:71-Erfolg perfekt.

“Wir haben heute nicht schön gespielt, aber mit deutschen Tugenden gewonnen und das Glück erzwungen. Kampf und absoluter Wille haben uns heute ausgezeichnet. Und das werden wir auch in den kommenden Spielen zeigen müssen”, meinte Raoul Scheidhauer nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Svenja Brunckhorst (TSV Wasserburg, 8), Sarah-Marie Frankenberger (Foto, University New Hampshire, 6), Julia Gaudermann (Bender Baskets Grünberg/BC pharmaserv Marburg, 11), Sonja Greinacher (NB 92 Oberhausen, 11), Emina Karic (Herner TC, 15), Julia Kohlmann (SV Halle Lions, 2), Laura Masek (TuS Jena Burgaupark Ladybaskets, dnp), Jule Muegge (Carmel High School/USA, dnp), Finja Schaake (Bender Baskets Grünberg/BC pharmaserv Marburg, 6), Judith Schmidt (Basketball4Girls Chemnitz), Christina Schnorr (Basketball4Girls Chemnitz, 14), Ramona Tews (NB 92 Oberhausen, dnp).

Die kommenden Spiele in der Relegationsrunde
Mittwoch, 13. Juli 2011, 18.15 Uhr: Deutschland – Rumänien
Freitag, 15. Juli 2011, 13.45 Uhr: Deutschland – Slowakische Republik
Samstag, 16. Juli 2011, 13.45 Uhr: Deutschland – Weißrussland
Sonntag, 17. Juli 2011, 13.45 Uhr: Deutschland – Rumänien

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