U20-Damen: Niederlande wieder harter Prüfstein2. Juli 2017

Es sollte eigentlich die Revanche für die deftige 56:80-Niederlage vom Vortag in Zwolle werden. Doch die deutsche U20-Nationalmannschaft weiblich musste vor allem vor der Pause die Überlegenheit der Niederlande auch heute in Herne anerkennen, wie das Endergebnis von 53:65 (10:17, 8:21, 15:18, 20:9) zeigt. Für das Team von Bundestrainer Patrick Unger erzielte Satou Sabally (Foto) die meisten Punkte (16). Es war der letzte Test für Deutschland, am kommenden Freitag beginnt die B-Europameisterschaft im israelischen Eilat mit der Partie gegen die Ukraine.

Den Gastgeberinnen gelang ein deutlich besserer Start als noch am Vortag, als man durch vier schnelle Dreier des Gegners schnell in Rückstand geraten war. Die Konzentration galt in erster Linie der Defense, über die man dann auch zu gelungenen Offensivaktionen kommen wollte. Ex-Lokalmatadorin Anna Lappenküper traf zum 4:6 nach drei Minuten, aber man hatte Probleme mit Laura Westerik, die die ersten acht Punkte für den Gegner erzielte. Der Dreier von Fine Böhmke zum 7:10 nach sechs Minuten tat gut, doch der europäische A-Ligist erwies sich erneut als ganz harter Prüfstein. Vor rund 500 Zuschauern behaupteten die hochprozentig treffenden Gäste ihre Führung über das gesamte erste Viertel hinweg (10:17).

Der offensive Knoten wollte beim DBB-Team nicht platzen. Der Rückstand wuchs auf 10:22, ehe Satou Sabally wieder punktete (12.). Die Niederlande schien jeder Zeit Herr der Lage zu sein, der EM-Neunte des Vorjahres kontrollierte die jetzt recht zerfahrene Partie. Sabally versuchte offensiv das Kommando zu übernehmen und traf zum 16:24 (15.). Die ING-DiBa-Korbjägerinnen investierten viel, um näher an den Gegner heranzukommen, doch wurden sie jetzt zu häufig von eigenen Ballverlusten gestoppt. Minutenlang tat sich so gut wie nichts auf der Anzeigetafel (18:28, 19.). Die Seiten wurden nach einem niederländischen 12:0-Zwischenspurt allerdings beim ernüchternden Stand von 18:38 gewechselt.

Deutschland startete mit neuer Energie in das dritte Viertel. Am deutlichen Rückstand änderte das hingegen nichts mehr. Die Würfe wollten weiterhin nicht fallen, während die Niederlande noch immer deutlich über 50 Prozent scorte. Die Einstellung stimmte im deutschen Team, das nicht verzagte und alles versuchte. Doch der Nachbar erwies sich einfach als zu stark, wobei man jetzt phasenweise mit der deutschen Defense durchaus zufrieden sein durfte. Das dritte Viertel wurde offen gestaltet, im Schlussabschnitt gelang erfreulicherweise noch eine Resultatsverbesserung.

„Wir haben in der ersten Halbzeit nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Schlecht verteidigt und von außen gar nichts getroffen. Das Spiel war heute eine gute Lehre und ich hoffe, dass die Spielerinnen die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Jetzt gilt bei der B-EM: Augen zu und durch!“ so der Bundestrainer.

Für Deutschland spielten:
Lucile Peroche (ChemCats Chemnitz/USV TU Dresden), Theresa Simon (Foto rechts, Wolfpack Wolfenbüttel, 1), Patricia Broßmann (University of San Diego – Toreros, USA, 2), Satou Sabally (Eisvögel USC Freiburg, 16), Flavia Behrendt (Wolfpack Wolfenbüttel, 1), Luana Rodefeld (Eisvögel USC Freiburg, 9), Leonie Schütter (BBZ Opladen), Anna Lappenküper (Indiana University – Purdue/USA, 10),  Laura Zdravevska (BVUK Sharks Würzburg, 2), Anne Zipser (BVUK Sharks Würzburg, 1), Fine Böhmke (ChemCats Chemnitz/USV TU Dresden, 5), Johanna Klug (TSV 1861 Nördlingen/BG Donau-Ries, 6).

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