U20-Damen kassieren erste Niederlage11. Juli 2014

Die deutsche U20-Damen-Nationalmannschaft hat die erste Niederlage der EM hinnehmen müssen und das Ziel “Aufstieg” noch nicht erreicht. Im siebten Spiel der B-Europameisterschaft in Sofia /BUL mussten sich die Schützlinge von Bundestrainerin Aleksandra Kojic im heutigen Spiel gegen den Mitaufstiegsaspiranten Portugal nach Verlängerung mit 57:61 (13:22, 8:7, 14:6, 14:14, 8:12) geschlagen geben. Erfolgreichste Schützin auf deutscher Seite war Alina Hartmann mit 15 Punkten. Die morgige Partie gegen Bosnien & Herzegowina sowie am Sonntag gegen Schlusslicht Rumänien sind damit entscheidend für den Aufstieg in die A-Gruppe. Deutschland verteidigte trotz der Niederlage zwar die Tabellenführung, dahinter lauern aber punktgleich Ungarn und einen Sieg zurück Bosnien und Herzegowina sowie Portugal.

Kojic schickte zu Beginn Levke Brodersen, Marie Gülich, Elisabeth Dzirma (Foto), Alina Hartmann und Ama Degbeon aufs Feld, die die ersten zwei Minuten offen gestalten konnten (4:4). In der Folge agierte Portugal wacher und dominanter unter den Brettern und forderte das DBB-Team zusehends. Vier Ballverluste auf DBB-Seite und sieben Zweitchancen für Portugal brachten einen Rückstand von 8:14 (5. Min.). Nach dem 8:16 nahm Kojic die erste Auszeit, die zunächst jedoch keine Sicherheit ins Spiel brachte (8:20, 8. Min.). Fast vier Minuten blieben die ING-DiBa-Korbjägerinnen ohne Korberfolg, ehe Ama Degbeon den 11:20 Anschluss erzielte. Auch wenn die Reboundarbeit gegen Ende besser wurde, ging man doch mit 13:22 in das zweite Viertel.

Die ersten drei Minuten verliefen zerfahren. Auf beiden Seiten war der Korb wie vernagelt und so dauerte es bis zur 14. Minute, ehe Hartmann zunächst zum 15:22 traf, ehe sie, schön angespielt von Brodersen, zum 18:22 Anschluss einnetzte. Auf der Gegenseite waren dann aber auch die Portugiesinnen treffsicher (18:24, 14. Min.). Mitte des Viertels taten sich beide Teams erneut schwer, die Defense der Gegner zu knacken und die Systeme erfolgreich zu Ende zu spielen. Es dauerte mehr als zwei Minuten, ehe Portugal zum 18:26 traf. Deutschland konterte in Person von Ama Degbeon (21:26, 17. Min.), ließ im Anschluss jedoch erneut zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt, leistete sich ein paar Ballverluste und ging mit einem 21:29 Rückstand in die Pause.

Aleksandra Kojic musste die richtigen Worte gefunden haben, denn obwohl die Portugiesinnen die ersten Punkte in Hälfte zwei erzielen konnten, dominierten in der Folge die DBB-Damen das Geschehen. Zwei Treffer von Gülich und einer von Hartmann verkürzten den Abstand auf 27:31 (25. Min.). Deutschland hatte die portugiesischen Schützen jetzt viel besser im Griff und sicherte sich auch unter dem Brett mehr und mehr Bälle. Zwar konnten die Ballverluste nicht ganz abgestellt werden, doch hielt man die Gegner weiterhin punktlos. Elisabeth Dzirma verkürzte auf 29:31 (26. Min.) und Portugal rief zur Auszeit, in deren Folge Deutschland jedoch den Ausgleich erzielen konnte (Rouault, 28. Min.). Nach schier endlosen sieben Minuten netzten dann jedoch die Portugiesinnen zweifach ein (31:35 (29. Min.), ehe Noemie Rouault auf 33:35 verkürzte. Nach einem Schnellangriff glich Mary Ann Mihalyi mit der Sirene zum 35:35 aus und brachte Deutschland den psychologischen Vorteil.

Katharina Müller und Alina Hartmann nutzen das Momentum weiter und brachten die ING-DiBa-Korbjägerinnen zum ersten Mal in Führung (39:35, 32. Min.). Zwei Ballverluste brachten die Portugiesinnen jedoch wieder ins Spiel und so stand es nach 34 Minuten 39:39 und Aleksandra Kojic nahm die erste Auszeit im abschließenden Viertel und rüttelte ihre Schützlinge wach, die in Person von Hartmann einen Schnellangriff erfolgreich abschließen konnten (41:39, 35. Min.). Ruhe kam jedoch nicht ins deutsche Spiel. Ein Foulspiel und zwei Turnovers später sah sich das DBB-Team mit einem 41:44 Rückstand konfrontiert, den Ama Degbeon in der 37. Minute auf 43:44 reduzieren konnte. Rouault traf  zwei Minuten vor dem Abpfiff von der Freiwurflinie zum Ausgleich. Die Nerven lagen jetzt blank. 75 Sekunden vor dem Ende vergab Portugal zwei Freiwürfe, was Gülich auf der Gegenseite zur 46:44 Führung nutze. Das fünfte Teamfoul brachte Portugal zurück an die Freiwurflinie, von wo der Ausgleich fiel. 18 Sekunden waren noch zu spielen und Deutschland im Ballbesitz, da leisteten sie sich den nächsten (28.) Ballverlust. Auszeit Portugal. Fünf Sekunden vor dem Ende des Spiel foulte Gülich die Gegenspielerin beim Korbleger, der fiel und Deutschland lag nach verwandeltem Freiwurf mit 46:49 zurück. Kojic nahm die letzte Auszeit und Brodersen den wichtigen Dreier, der mit der Schlusssirene durch die Reuse fiel. Verlängerung!

Trotz dieses Niederschlages ließ sich Portugal nicht unterkriegen und erzielte die ersten Punkte in der Overtime zum 49:51 und blockte die zwei ersten Wurfversuche Deutschlands. Nach 43 Minuten erhöhten die Südeuropäerinnen sogar auf 49:53, Deutschland lediglich die Anzahl der Ballverluste. Doch Zweifel am eigenen Können ließen sie nicht lange aufkommen und erzielten durch Brodersen von Downtown den Anschluss (52:53, 44. Min.). Nach erfolgreichen Freiwürfen Portugals war Hartmann zur Stelle und traf zum 54:55. Den Genickbruch brachten dann erneut zwei Ballverluste und ein Foul, was zu einem 54:59 Rückstand führte. Dieses Mal brachte auch die Auszeit Kojic´s nichts mehr, wenngleich Pia Dietrich mit einem Dreier auf 57:59 verkürzen konnte (6 Sekunden vor Schluss). Portugal traf auf der Gegenseite beide Freiwürfe und Dietrich vergab den letzten Dreier. Der Aufstieg ist damit vertagt. Gegen Bosnien & Herzegowina sollte jedoch morgen gewonnen werden, um das große Ziel vorzeitig klar zu machen.

Aleksandra Kojic fand nach dem Spiel klare Worte: “Mit 31 Ballverlusten gewinnt man kein Spiel! Das hat uns heute das Genick gebrochen. Immer wenn wir näher rangekommen sind, haben wir uns dadurch aus dem Konzept gebracht. In der ersten Halbzeit haben wir viel zu pomadig agiert, dann zunehmend besser gespielt und uns in die Partie gekämpft und Portugal gut verteidigt. Nach den Auszeiten haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen, wie dann auch vor der Verlängerung. In der Overtime war Portugal dann die bessere Mannschaft und sie haben letztendlich verdient gewonnen. 31 Ballverluste konnten wir heute nicht kompensieren. Eins ist klar – wir dürfen uns jetzt nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben alles in der eigenen Hand und morgen werden die Damen Charakter zeigen und gegen Bosnien & Herzegowina alles geben!”

Für Deutschland spielten:
Pia Dietrich (TV Langen / Rhein-Main Baskets, 3), Mary Ann Mihalyi (ohne Verein, 2), Levke Brodersen (TV Saarlouis Royals, 6), Elisabeth Dzirma (Bender Baskets Grünberg, 2), Hannah Wischnitzki (TG Neuss), Isabell Meinhart (Bender Baskets Grünberg, ), Aline Stiller (SG 1886 Weiterstadt), Noemie Rouault (TuS Lichterfelde, 7), Katharina Müller (Herner TC, 2), Marie Gülich (BBZ Opladen / evo NB Oberhausen, 12, 11 Rebounds), Alina Hartmann (DJK Bamberg, 15), Ama Degbeon (BC pharmaserv Marburg / Bender Baskets Grünberg, 8).

Die kommenden deutschen Spiele im Überblick (deutscher Zeit):
12.07.2014: Deutschland – Bosnien & Herzegowina (12:45 Uhr)
13.07.2014: Deutschland – Rumänien (12:45 Uhr)

Alle Informationen rund um die EM finden Sie hier.

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