U20-Damen: Dramatischer Schlussspurt!13. Juli 2013

Die deutsche U20-Damen-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft im türkischen Samsun die Hoffnung auf den Klassenerhalt durch einen kaum noch für möglich gehaltenen Schlussspurt am Leben erhalten. Der heutige 58:55 (15:12, 9:16, 10:14, 24:13)-Erfolg des Teams von Bundestrainer Harald Janson (Foto) gegen Ungarn bedeutet für die abschließende Partie Morgen gegen Schweden oder Litauen (14.30 Uhr) ein finales “do or die”-Spiel. Nur der Sieger bleibt in der europäischen A-Gruppe. Laura Hebecker traf einmal mehr für die deutsche Mannschaft am besten (14 Punkte).

Elisabeth Dzirma, Lena Gohlisch, Laura Hebecker, Ilka Hoffmann und Anna Heise standen in der veränderten deutschen “Ersten Fünf”. Beide Teams starteten aufgeregt und mit mehreren Fehlwürfen in Folge, Deutschland leistete sich zudem schnell drei Ballverluste (4:4, 4. Min., 4 Punkte Hebecker). Dann gelang der DBB-Auswahl der erste Lauf und nach sechs Minuten und Punkten von Hoffmann, Hebecker und Dzirma lag man mit 10:4 vorne. Per Tip-in mit anschließendem Freiwurf erhöhte die eingewechselte Katharina Müller auf 13:4 (7. Min.). Deutschland dominierte in dieser Phase in jeder Hinsicht eindeutig und besaß in Hebecker eine konstant punktende Korbjägerin. Da war es unerklärlich, dass die restlichen Minuten im ersten Viertel viel zu ungeduldig und hektisch agiert und den Ungarinnen der Anschluss erlaubt wurde (15:12).

Jeglicher Rhythmus war dahin, der “Rausch” des guten Starts verloren. Die DBB-Damen agierten zu wenig aggressiv (nur ein Foul bis dato) und wirkten ohne erkennbaren Grund plötzlich unsicher. Nach einem 0:10-Lauf und sechs punktlosen Minuten holte Janson seine Spielerinnen zu einer Auszeit zusammen (15:16, 14. Min.). Nichts, aber auch gar nichts wollte offensiv mehr gelingen, aber zum Glück war die deutsche Defense einigermaßen stabil, sodass Ungarn aus der deutschen Angriffsschwäche nur wenig Kapital schlagen konnte. Es war nun ein echtes Abstiegs-Endspiel, in dem es keinen Schönheitspreis zu gewinnen gab. Nach schier endlosen sieben Minuten gab es durch Gohlisch und van der Velde wieder Bewegung auf der deutschen Seite des Scoreboards (19:16, 16. Min.), aber es dauerte kaum eine Minute bis zum erneuten Führungswechsel (19:22, 17. Min.), was Janson zu einer weiteren Auszeit veranlasste. Ungarn hatte bis dahin überhaupt erst einen Dreier versucht, Deutschland war bei neun Versuchen aus der Distanz erfolglos geblieben. Gohlisch holte die Führung für ihr Team zurück (24:23), als noch weniger als zwei Minuten zu spielen waren. Erstaunlich, dass die Deutschen bei einer um 20 Prozent schwächeren Wurfquote (30 – 50 Prozent) überhaupt noch im Spiel waren, wenngleich der Halbzeitstand von 24:28 nicht viel Mut machte.

Deutschland rennt Rückstand hinterher

Direkt nach Wiederbeginn schlug ein ungarischer Dreier im deutschen Korb ein (24:31). Deutschland rannte mit einer weiterhin nur bei 30 Prozent liegenden Wurfquote dem Rückstand verzweifelt hinterher (28:37, 24. Min.). Janson musste erneut eine Auszeit nehmen, denn die Überlegenheit der Ungarinnen war größer geworden. Der Rückstand wurde zweistellig und viel sprach in diesen Minuten nicht mehr für die deutsche Mannschaft. Offensiv lief weiterhin nichts zusammen, die Würfe fanden einfach ihr Ziel nicht (0/12 Dreier). Auch Ungarn spielte keinesfalls überragend, konnte den Vorsprung aber jetzt recht konstant behaupten (34:42, 30. Min.).

Im Schlussabschnitt versuchten die ING-DiBa-Korbjägerinnen noch einmal mit aller Macht ein Comeback. Man kämpfte weiterhin weniger mit dem Gegner als vielmehr mit den eigenen Nerven und mit der eigenen Wurfschwäche (16/57). Unter diesen Voraussetzungen erschien eine Aufholjagd utopisch (36:46, 34. Min.). Beim 41:48 knapp fünf Minuten vor dem Ende keimte Hoffnung auf, die Dzirma mit ihren Freiwurftreffern zum 43:48 bekräftigte. Gohlisch traf sogar den ersten deutschen Dreier nach 36 Minuten (46:50), Ungarn schien die Luft auszugehen. Ein “and one” von Hoffmann bedeutete das 49:50, als noch 2´50 Minuten auf der Uhr standen. Hoffmann war es auch, die 90 Sekunden vor dem Ende einen Dreier zum 54:55 versenkte. Die Dramatik war kaum noch zu überbieten, als van der Velde zur deutschen 56:55-Führung vollstreckte (´58). Dzirma erhöhte per Freiwurf auf 57:55 und 19 und 15 Sekunden vor der Schlusssirene nahm Ungarn jeweils eine Auszeit. Jetzt kam Deutschland zugute, dass es noch “Fouls zu geben” hatte. Vier Sekunden vor dem Ende blockte van der Velde einen ungarischen Wurfversuch, dann wurde Dzirma gefoult und traf einen Freiwurf. Der letzte Dreierversuch der Ungarinnen verfehlte sein Ziel, Deutschland durfte jubeln.

“Heute hatten wir auf einigen Positionen die Qualität, um am Ende auch das Glück zu erzwingen. Nach 0 von 15 zuvor haben wir die beiden letzten Dreier getroffen und so den Sieg doch noch geschafft. Die Spielerinnen haben sich sehr gefreut und sich das Endspiel Morgen verdient. Wir werden uns jetzt das Spiel Litauen gegen Schweden anschauen und uns dann gut auf unser Finale vorbereiten”, meinte Janson nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Katharina Müller (Herner TC, 5), Mary Ann Mihalyi (Chemcats Chemnitz), Levke Brodersen (TV Saarlouis Royals), Elisabeth Dzirma (Bender Baskets Grünberg, 8), Isabell Meinhart (Bender Baskets Grünberg), Lena Gohlisch (Berlin Baskets/ASV Moabit Berlin, 10), Ilka Hoffmann (Eisvögel USC Freiburg, 11), Caroline Van der Velde (Herner TC, 4),  Laura Hebecker (SV Halle LIONS, 14), Lena Bradaric (TuS Bad Aibling Fireballs), Carla Bellscheidt (BBZ Opladen, 2), Anna Heise (University of Maine/USA, 4).

Sämtliche Information zur Europameisterschaft der U20-Damen gibt es unter diesem Link

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