U20-Damen: Dramatik mit Happy End!8. Juli 2014

Für die deutsche U20-Nationalmannschaft der Damen rückt bei der B-Europameisterschaft im bulgarischen Sofia der Aufstieg in die A-Gruppe langsam immer näher. Mit dem 69:66 (13:18, 16:13, 23:19, 17:16)-Erfolg gegen Gastgeber Bulgarien, der am Vortag beim 71:74 gegen Litauen seine erste Niederlage kassierte, verteidigte das Team von Bundestrainerin Aleksandra Kojic seine Spitzenposition und ist jetzt als einziges Team noch ungeschlagen. Litauen unterlag heute in der Höhe überraschend mit 44:68 gegen Ungarn und ist morgen der nächste Gegner der Deutschen.

In einer sehr nervös und hektisch geführten Anfangsphase neutralisierten sich beide Teams nahezu (10:9, 6. Min., Isabell Meinhart). Man hatte sich gegenseitig offensichtlich gut gescoutet. Die folgenden Minuten gehörten dann den von den eigenen Fans angefeuerten Gastgeberinnen, die auch von einigen unnötigen Fouls der DBB-Auswahl profitierten und die Führung übernahmen (10:17, 9. Min.). Zwar lag man bei den Rebounds vorne, aber das altbekannte Manko des DBB-Teams, die hohe Anzahl von Ballverlusten, schlug  jetzt durch. Die wieder einmal stark von der Bank kommende Meinhart wehrte sich per Dreier, nach dem ersten Viertel hieß es 13:18.

Fortan blieb es einige Minuten beim knappen Rückstand der Deutschen, die die ersten vier Freiwürfe vergaben. Bulgarien hatte bereits nach zwei Minuten des zweiten Viertels die Foulgrenze überschritten. Kojic versuchte es mit verschiedenen Aufstellungen, hatte aber bis dato noch nicht die richtige Formation gefunden. Nach 14 Minuten traf wieder Meinhart zum 17:20, Levke Brodersen ließ das 19:20 folgen, Bulgarien flüchtete sich in eine Auszeit. Vier Punkte in Folge von Ama Degbeon (Foto) und es hieß 23:22 aus deutscher Sicht nach 17 Minuten. Die Partie wogte nun auf höherem Niveau hin und her, aber die unendliche Geschichte der deutschen Ballverluste nahm leider kein Ende. Dennoch war zur Pause aufgrund der klaren Reboundüberlegenheit noch alles drin (29:31). Die hervorragend reboundende Marie Gülich hatte da schon drei Fouls angesammelt.

Für sie warf sich Noemie Rouault jetzt “in die Schlacht” und spielte ihre Stärken aus. Doch besonders Bulgariens Topscorerin, Guard Iva Kostova, bekam man nicht recht in den Griff. Neben Gülich hatten jetzt auch Degbeon und Alina Hartmann schon drei Fouls auf dem Konto. Degbeon hielt mit ihren Punkten zum 33:36 nach 23 Minuten den so wichtigen Anschluss, Katharina Müller traf kurz später zum 35:36. Die große Ausgeglichenheit der deutschen Mannschaft schien einmal mehr bei dieser EM zum Tragen zu kommen, als Rouault ihr Team wieder nach vorne warf (37:36, 24. Min.). Es blieb hochspannend (43:43, 27. Min.), kein Team gab auch nur eine Spur nach, aber die nicht zu kontrollierende Kostova handelte sich ihr viertes Foul ein. Ein Mini-Zwischenspurt des DBB-Teams brachte eine Mini-Führung (48:44), die auch nach 30 Minuten Bestand hatte (52:50).

Mit Sprungwurf von Rouault und Fastbreak von Mary Ann Mihalyi legte Deutschland im Schlussabschnitt zum 56:50 vor (32. Min.). Bis dahin hatte das Kojic-Team nach dem Seitenwechsel sehr gut auf den Ball aufgepasst. Gülich bekam ihr viertes Foul, Meinhart und Hartmann folgten kurz später, es wurde langsam eng (56:54, 33. Min.). Der bulgarische Korb war jetzt wie vernagelt, der Ausgleich die Folge (56:56, 34. Min.). Dramatik pur, anders kann man kaum beschreiben, was in diesen Minuten auf dem Spielfeld geschah. Die zurück gekehrte Kostova verkürzte nach 36 Minuten auf 60:58, dann fiel das 60:62, die Ballverluste der DBB-Damen schienen das Spiel zu entscheiden.

Hartmann schied mit fünf Fouls aus und verzweifelt wurde auf deutscher Seite ein klarer Kopf gesucht, um das Momentum noch einmal auf die eigene Seite umschlagen zu lassen. Degbeon und Rouault trafen zum 64:62, als noch drei Minuten zu spielen waren. Mit unfassbarem Kampfgeist versuchte Deutschland jeden Ball unter den gegnerischen Korb zu bringen und dort die Vorteile auszuspielen. Die jetzt überragende Rouault und Kostova lieferten sich ein packendes Duell (66:66, ´57). Acht Sekunden vor dem Ende traf Elisabeth Dzirma zum 68:66 und wurde dabei gefoult. Den fälligen Bonusfreiwurf verwandelte sie ebenfalls. Dann blockte Rouault Kostova beim Dreier: Sieg für Deutschland!!!

“Auch ein dreckiger Sieg ist ein Sieg! Wir haben heute zwei Gewitter überlebt: eines auf dem Weg zur Halle, als sogar der Bus anhalten musste, und eines in der Halle gegen Bulgarien. Es war ein aggressiv geführtes Kampfspiel. Wir haben den Bulgarinnen die Zonenpresse fast weggenommen und waren im offenen Schlagabtausch am Ende eine Spur cooler. Es wird hier bis zum Ende ganz eng zugehen, wir feiern erst, wenn wir es geschafft haben. Heute freuen wir uns ein bisschen”, so die Bundestrainerin nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Pia Dietrich (TV Langen / Rhein-Main Baskets), Mary Ann Mihalyi (ohne Verein, 4), Levke Brodersen (TV Saarlouis Royals, 6), Elisabeth Dzirma (Bender Baskets Grünberg, 5), Hannah Wischnitzki (TG Neuss), Isabell Meinhart (Bender Baskets Grünberg, 7), Aline Stiller (SG 1886 Weiterstadt), Noemie Rouault (TuS Lichterfelde, 16/13 Rebounds), Katharina Müller (Herner TC, 4), Marie Gülich (BBZ Opladen / evo NB Oberhausen, 11/10), Alina Hartmann (DJK Bamberg, 4), Ama Degbeon (BC pharmaserv Marburg / Bender Baskets Grünberg, 12).

Die kommenden deutschen Spiele im Überblick (deutscher Zeit):
09.07.2014: Deutschland – Litauen (12:45 Uhr)
11.07.2014: Deutschland – Portugal (19:30 Uhr)
12.07.2014: Deutschland – Bosnien & Herzegowina (12:45 Uhr)
13.07.2014: Deutschland – Rumänien (12:45 Uhr)

Alle Informationen rund um die EM finden Sie hier.

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