Glückwunsch! U20-Damen auf EM-Platz 6!16. Juli 2006

Revanche gegen Belgien missglückt – Trotzdem großer Erfolg für den DBB
Die deutsche U20-Nationalmannschaft der Damen hat bei der Europameisterschaft in Sopron/Ungarn einen hervorragenden 6. Platz belegt und damit für einen der größten Erfolge einer weiblichen DBB-Auswahl auf internationaler Ebene gesorgt. Im abschließenden Spiel unterlag das DBB-Team Belgien mit 72:76 (28:11, 18:12, 15:26, 11:27)-Erfolg und verpasste damit die Revanche für das verkorkste Eröffnungsspiel. Der Einzug des deutschen Nachwuchses in die europäische Spitze macht dennoch große Hoffnung für künftige A-Nationalmannschaften, denn viele der aktuellen U20-Spielerinnen dürften in einigen Jahren im A-Kader auftauchen.

Zunächst einmal gab es bereits nach zwölf Sekunden beim Stand von 2:2 eine mehrminütige Unterbrechung, da die Netze nicht in ordnungsgemäßem Zustand waren und alle Treffer ohne jede Berührung passieren ließen. Die Netze wurden also kurzerhand „geflickt“. Bleibt die Frage, warum die Unparteiischen diese Mängel erst bei Spielbeginn bemerkten… Dann konnte es aber richtig losgehen. Und zwar besonders für die hochmotivierte deutsche Mannschaft, die nach drei Minuten durch Lea Mersch mit 9:2 in Führung ging. Der unbedingte Wille, den Schmach der ebenso deutlichen wie unerwarteten Schlappe im ersten Aufeinandertreffen mit Belgien zu tilgen, war dem Team von Bundestrainerin Aleksandra Kojic anzumerken. Beim 18:9 (8. Min.) war die Führung zwar weiter deutlich, aber erneut hatten bereits drei deutsche Spielerinnen zwei Fouls auf ihrem Konto (Skuballa, Feike, Görg). Die Foulbelastung, der wohl größte Makel der U20-Damen bei dieser EM. Die bärenstarke beginnende Romy Bär erhöhte per Dreier gar auf 23:11 (9. Min.), Karolin Holtz mit zwei erfolgreichen Freiwürfen auf 25:11, Romy Bär neun Sekunden vor dem Viertelende erneut per Dreier auf 28:11. Belgien schien konsterniert.

Fast schon sensationell mutete der deutsche Vorsprung nach elf Minuten an (32:11, Nadine Grieb). Auch in der Folge behielt Deutschland klar die Oberhand (41:21, 18. Min.), aber auch die Foulanzahl stieg weiter an (Skuballa und Feike je 3). Zum Seitenwechsel (46:23) glaubte kaum jemand mehr an ein Comeback der Belgierinnen, wie es ihnen in der ersten Partie gelungen war. Kein einziger belgischer Dreipunktewurf hatte bei elf Versuchen den Weg in den deutschen Korb gefunden.

Weiterhin bravourös hielten die deutschen Damen den Gegner im 3. Viertel auf Distanz (53:31, 24. Min.), aber für Skuballa und Görg wurde das jeweils 4. Foul notiert. Würden die Kräfte reichen, um den Sieg ins Ziel zu bringen? Das war aus deutscher Sicht die Frage der letzten 15 Minuten. Belgien kam mit neun schnellen unbeanworteten Punkten näher heran (55:45, 27. Min.), Jessica Feike saß zu diesem Zeitpunkt bereits mit fünf Fouls auf der Bank. Zum Viertelende erholte sich die DBB-Auswahl etwas und ließ Belgien nicht näher heran (61:49). Die konstant punktende und reboundende Anna Görg (Foto) erzielte das 63:49 nach 32 Minuten, ehe die Begegnung auf die Schlussgerade einbog.

Nach wie vor schenkten sich beide Teams nichts und kämpften verbissen um den 5. Platz. Beim 64:60 (34. Min.) musste man sich ernsthaft Sorgen um dass Kojic-Team machen, das mit einer Auszeit versuchte den belgischen Lauf zu stoppen. Bis auf 64:62 kam Belgien auf, bevor Romy Bär endlich wieder Punkte für Deutschland erzielte (36. Min., 66:62). Kurz später stand es 66:66, Belgien war drauf und dran die Führung zu übernehmen. Wieder Bär besorgte das 68:66, Mersch traf einen Freiwurf zum 69:66 (38. Min.). 105 Sekunden vor dem Ende ging Belgien erstmals in Führung (71:72), Bär glich jedoch 24 Sekunden vor dem Ende mit einem Freiwurf aus. Belgien konterte umgehend zum 72:74 und 16 Sekunden vor dem Ende zum 72:76. Die Kraft der deutschen Mannschaft hatte nicht ganz gereicht.

Deutschland:
Karla Babica (St. Francis New York, USA, nicht eingesetzt), Romy Bär (Basketgirls Chemnitz, 21), Jessica Feike (evo NB Oberhausen, 2), Anna Görg (BG Dorsten, 22), Nadine Grieb (ASC Theresianum Mainz, 6), Karolin Holtz (SV Halle, 4), Katrin Hübner (SV Halle), Lea Mersch (evo NB Oberhausen, 2), Laura Rahn (SC Rist Wedel, 3), Pia Schiffer (evo NB Oberhausen), Margret Skuballa (BG Dorsten, 12), Birte Thimm (evo NB Oberhausen, n.e.).

Weitere Ergebnisse und Statistiken unter www.fibaeurope.com 

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