U18-Jungen verpassen EM-Viertelfinale trotz großen Kampfes29. Juli 2009

59:71-Niederlage gegen Gastgeber Frankreich – Jetzt um die Plätze 9-12

Die deutschen U18-Jungen spielen bei der Europameisterschaft in Metz/Frankreich ab Freitag (13.30 Uhr gegen Bulgarien) um die Plätze 9-12. Gegen Gastgeber Frankreich blieb die Sensation bei der 59:71 (14:13, 13:22, 19:16, 13:20)-Niederlage trotz großen Kampfes aus. Über weite Strecken des Spiels boten die Schützlinge von Bundestrainer Kay Blümel dem Favoriten erfolgreich Paroli. Letztlich hatte Frankreich aber den längeren Atem.  

Mit Ole Wendt für Falko Theilig in der Starting 5 begann Deutschland die Partie. Wer erwartet hatte, dass Frankreich vor eigenem Publikum schnell für klare Verhältnisse sorgen würde, sah sich mehr als getäuscht. Eine glänzend eingestellte deutsche Mannschaft bestimmte die Anfangsphase ganz eindeutig und kam besonders durch einen stark beginnenden Danilo Barthel (Foto) über 7:2 zur 14:6-Führung (6. Min.). Die Franzosen wirkten wie gelähmt, offenbar belastet durch die Bedeutung des Spiels, das bei einem deutschen Erfolg zu einem Desaster für die Franzosen und die gesamte Veranstaltung führen würde. Nach einer Auszeit kamen die Franzosen dann deutlich besser in die Partie, während die DBB-Auswahl jetzt einige Fehler machte, allerdings im gesamten 1. Viertel kein einziges Foul (14:13).

Frankreich übernahm die Führung nach zwölf Minuten, und Blümel versuchte die sich androhende Wende im Spiel mit einer Auszeit abzuwenden und seine Mannschaft neu zu formieren. Aber Deutschland lieferte offensiv gegen die nun intensivere Verteidigung der Franzosen nichts Zählbares mehr ab. Die überragten ihrerseits auch nicht, trafen aber zwei Dreier und spielten langsam einen kleinen Vorsprung heraus (19:26, 16. Min.). Das DBB-Team vergab einen Dreier nach dem anderen (1/12 zu diesem Zeitpunkt) und war auch bei den Rebounds unterlegen (15/23). Kurz: es musste etwas passieren. Der Dreier von Mönninghoff mit seinen ersten Punkten im Spiel zum 22:28 war wie eine Erlösung, aber Frankreich konterte eiskalt zum ersten zweistelligen Vorsprung (22:32, 18. Min.). Blümel nahm eine weitere Auszeit. Zur Pause war für die ING-DiBa-Korbjäger noch alles drin (27:35).

Trotz großen Kampfgeistes und intensiver Bemühungen kam die Blümel-Truppe im 3. Viertel zunächst nicht näher an die Franzosen heran (29:41, 23. Min.). Konnte der Dreier von Harald Debelka für eine erneute Wende sorgen? Zumindest holte Deutschland durch weitere Punkte von Barthel und Neumann zum 36:43 (27. Min.) und dann durch einen weiteren Dreier von Debelka und Zähler von Theilig zum 41:45 auf (28. Min.). Debelka war jetzt so richtig in Wurflaune und netzte kurz vor Viertelende einen weiteren Dreier zum 46:51 ein.

Justin Raffington spielte mittlerweile mit vier Fouls, verkürzte aber mit Freiwürfen auf 48:51. Theilig legte zum 50:51 nach, der Favorit wankte ganz gewaltig (31. Min.) und die Begegnung stand auf des Messers Schneide. Ein unsportliches Foul von Theilig tat in dieser Spielphase natürlich weh, wurde von Frankreich aber nur zu einem Zähler genutzt (52:54, 32. Min.). Ganz wichtig wäre jetzt ein Führungswechsel gewesen. Der gelang den Deutschen aber nicht, obwohl mehrere Chancen dazu vorhanden waren. Der beste Franzose, Evan Fournier, traf konstant und sorgte mit beeindruckender Wurfquote fast im Alleingang dafür, dass seine Mannschaft stets in Front blieb. Fünf Minuten vor dem Ende nahm Blümel eine Auszeit: der Schlussspurt stand an. Doch der kam dann leider eher vom Gastgeber (52:60, 35. Min.). Als Vorentscheidung darf man den erfolgreichen Dreier von Fournier zum 52:63 vier Minuten vor Schluss werten. Doch das DBB-Team gab nicht auf (55:63, Wendt, 37. Min.). Auch knapp zwei Minuten vor dem Ende durfte man noch vom Sieg träumen (58:67). Es reichte aber nicht mehr, um sich noch einmal an Frankreich heran zu kämpfen.

„Meine Jungs haben vor allem im zweiten Viertel ihr Hausaufgaben nicht gemacht. Die Franzosen durften all das machen, wovor wir in einem vierseitigen Paper gewarnt hatten. Über die zweite Hälfte kann man nicht meckern: toller Einsatz, gute Einstellung. Zudem haben uns die Schiedsrichter in den letzten Minuten keinen Pfiff mehr unter dem Korb gegeben. Das war aber nicht spielentscheidend. Jetzt werden wir um einen einstelligen EM-Platz kämpfen!“ meinte Kay Blümel unmittelbar nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Falko Theilig (BBLZ Mittelhessen, 4), Ole Wendt (Paderborn Baskets, 9), Konstantin Klein (ALBA Berlin, 0), Mathis Mönninghof (TSV Bayer Leverkusen, 7), Anthony Canty (BSG Bremerhaven, 0), Sebastian Koch (Arden Christ School, 0), Harald Debelka (proveo Merlins Crailsheim, 9), Danilo Barthel (USC Heidelberg, 15), Daniel Leithner (TSV Breitengrüßbach, 0), Justin Raffington (SG Urspringschule, 4), Philipp Neumann (Franken Hexer, 9), Friedrich Lotze (ALBA Berlin, 2).

Komplette Statistik unter www.fibaeurope.com

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