U18-Jungen unterliegen Griechenland22. Juli 2010

Blockade im vierten Viertel
Die deutsche U18-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Vilnius/Litauen den Start verpatzt. Das erste Spiel verlor das Team von Bundestrainer Kay Blümel gegen Griechenland mit 55:65 (12:14, 15:17, 18:14, 10:20). Damit steht die DBB-Auswahl vor den weiteren Spielen in der “Hammergruppe” D gegen Kroatien (23.7.) und Serbien (24.7.) bereits gehörig unter Druck.

Blümel schickte zu Beginn Mario Blessing, Mathis Mönninghoff, Patrick Heckmann, Martin Breunig und Philipp Neumann auf das Parkett. Wichtigstes Ergebnis der ersten drei Minuten war, dass es den Deutschen gelang, dem griechischen Top-Spieler Linos Chrysikopoulos drei schnelle Fouls anzuhängen, der darauf hin auf der Bank Platz nahm. Punktemäßig passierte hingegen in den Anfangsminuten nur sehr wenig (5:7, 6. Min.), weil beide Teams schwach trafen. Doch Heckmann zeigte sich zu Beginn sehr produktiv und brachte Deutschland mit mehreren gelungenen Aktionen mit 10:7 in Front (7. Min.). Nach neun Minuten hatte Blümel bereits elf Spieler eingesetzt, versuchte also mit einer großen Rotation den Druck auf Griechenland hochzuhalten. Im Wesentlichen blieb die Begegnung bis zum Viertelende geprägt von Ballverlusten und Ballgewinnen auf beiden Seiten, ärgerlich war der Dreier von Sokratis Psaropoulos kurz vor der Sirene (12:14).

Zwar versuchten die ING-DiBa-Korbjäger, das Fehlen von Chrysikopoulos vor allem unter den Körben auszunutzen, aber Neumann, Breunig und dann auch Dennis Kramer konnten sich zunächst nicht wie gewünscht durchsetzen und gestatteten den Griechen vor allem viel zu viele Rebounds (9:17). Beim Stand von 12:18 nach 13 Minuten wurde es Blümel zu bunt, und er wusch seinen Schützlingen in einer Auszeit den Kopf. Heckmann gab wieder Gas und verkürzte mit seinem bereits zehnten Punkt auf 16:18 (14. Min.), ehe Neumann zum Ausgleich “stopfte”. Doch vor allem die griechischen Guards Spyridon Motsenigos und Psaropoulos bereiteten der deutschen Defense weiter großes Kopfzerbrechen. Der überragende Heckmann holte per Dreier die deutsche Führung zurück und packte noch zwei Zähler drauf (24:21, 16. Min.), aber der Konter der Hellenen fiel mit zwei Dreiern eiskalt aus. In einer nun turbulenten Partie netzte auch Neumann von “downtown” ein und brachte sein Team wieder heran (27:29, 18. Min.), doch insgesamt fand die Blümel-Truppe in unterschiedlichsten Formationen noch nicht das richtige Mittel, um den Griechen beizukommen. Vor allem Kramer, in vielen Vorbereitungsspielen der deutsche Topscorer, hatte bis zum Seitenwechsel im Angriff ebenso wie Mönninghoff noch überhaupt keinen Touch gefunden (27:31).

Nach der Pause kam Kramer “endlich” zu seinen ersten Punkten (33:37, 24. Min.), aber Deutschland lief immer noch einem griechischen Vorsprung hinterher, der nach einem weiteren Dreier sogar anwuchs. Da saßen Heckmann und Breunig jeweils mit drei Fouls draußen und mussten mit ansehen, wie das Spiel für ihr Team einen immer schlechteren Verlauf nahm (33:42, 25. Min.). Falko Theilig, der sich zwar einige Ballverluste leistete, aber vorne auch Punkte und Assists produzierte, hauchte der deutschen Mannschaft eine Minute später mit seinem Treffer zum 36:42 wieder Leben ein, und beim anschließenden Dunking von Neumann war deutlich zu spüren, dass die DBB-U18 sich noch lange nicht aufgegeben hatte. War das Spiel bei den Rebounds mittlerweile fast ausgeglichen (26:28), unterliefen den DBB-Youngstern aber fortwährend zu viele Ballverluste. Trotzdem: erneut Theilig netzte mit drei Zählern zum 43:43-Ausgleich ein (29. Min.). Längst war das Spiel zu einer Angelegenheit für die Nerven geworden. Blümel blieb seiner recht hohen Wechselfrequenz treu, nach drei Vierteln war alles offen (45:45).

Wieder fing sich die deutsche Defense einen griechischen Dreier zu Viertelbeginn, wieder galt es einen Rückstand wettzumachen. Nach dem 49:50 durch Kevin Bright wogte die Partie mehrfach hin und her, bevor Griechenland binnen kürzester Zeit auf 51:58 davon zog (37. Min.). Deutschland kämpfte aufopferungsvoll um den Anschluss, aber dieses Mal gelang es nicht mehr. Auch mehrere Auszeiten halfen nicht mehr, Griechenland spielte die Partie nun sicher nach Hause.

“Es hat leider nicht gereicht. Wir haben im vierten Viertel den Kopf verloren, es hat eine Blockade gegeben, die wir nicht mehr überwinden konnten. Ich kann meiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben. Jetzt ist es ganz wichtig, mit erhobenem Kopf und Selbstbewusstein in die kommenden Spiele zu gehen. Wir können Kroatien und Serbien schlagen, es hat sich aber bereits jetzt erwiesen, dass wir die mit Abstand schwierigste Gruppe erwischt haben”, meinte Kay Blümel nach der Partie.

Deutschland:
Mario Blessing (SG Urspringschule), Martin Breunig (TSV Bayer Leverkusen, 4), Kevin Bright (SG Urspringschule, 6), Patrick Heckmann (ASC Theresianum Mainz, 20), Dennis Kramer (La Costa Canyon High School, 2), Mathis Mönninghoff (TSV Bayer Leverkusen, 2), Philipp Neumann (Brose Baskets Bamberg/ TSV Breitengüßbach, 11), Joey Ney (ALBA Berlin, 1), Maurice Pluskota (BSG Bremerhaven), Falko Theilig (BBLZ Mittelhessen / LTI Giessen 46ers, 9), Ole Wendt (Paderborn Baskets), Lars Wendt (Paderborn Baskets).

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