U18-Jungen unterliegen Bulgarien und spielen jetzt um EM-Platz 1131. Juli 2009

Zwölf punktlose Minuten des DBB-Teams vor dem Seitenwechsel – Morgen um 13.30 Uhr gegen Lettland oder Slowenien
Die deutsche U18-Nationalmannschaft der Jungen hat den Frust vom Nicht-Erreichen des Viertelfinales bei der Europameisterschaft in Metz/Frankreich noch nicht verdaut und eine 47:55 (12:10, 5:13, 16:20, 14:12)-Niederlage gegen Bulgarien kassiert. Damit steht das Team von Bundestrainer Kay Blümel morgen ab 13.30 Uhr im Spiel um Platz 11 gegen Lettland oder Slowenien.

Blümel begann erneut mit einer leicht veränderten Starting 5, holte Falko Theilig zurück und beließ Daniel Leithner zunächst auf der Bank. Bulgarien, das in der Vorrunde überraschend gegen die Griechen gewonnen und diese damit in die Abstiegsrunde verbannt hatte, erzielte zwar die ersten Punkte des Spiels, aber ein wie gewohnt stark beginnender Danilo Barthel konterte umgehend zum 5:2 für Deutschland. Bulgarien vergab seine ersten fünf Dreipunktewürfe. Mathis Mönninghoff machte es besser und traf von jenseits der 6,25-Meter-Linie zum 12:6 (6. Min.). Danach herrschte aber minutenlang Flaute im deutschen Angriff, was Bulgarien in einem nun sehr zerfahrenen Spiel mit vielen Fehlern auf beiden Seiten bis zum Viertelende zum Anschluss nutzte (12:10, 10. Min.).

Obwohl Bulgarien aus der Dreier-Distanz weiterhin eine Fahrkarte nach der anderen warf (0/10 zu diesem Zeitpunkt), konnte die DBB-Auswahl keinen Nutzen daraus ziehen und musste den 12:16-Rückstand nach 13 Minuten hinnehmen. Völlig verärgert nahm Blümel eine Auszeit. Doch es wurde nicht besser, der Faden war unerklärlicherweise komplett gerissen. Zudem hatte Philipp Neumann beim 12:19 bereits sein 3. Foul auf dem Konto (14. Min.). Zur Info: Dreier Bulgarien 0/12!. Blümel forderte eine weitere Auszeit vier Minuten vor dem Seitenwechsel, da sich einfach keine Besserung einstellte. Die 0:13-Serie gegen das DBB-Team beendete Barthel dann endlich nach zwölf (!) punktlosen Minuten der deutschen Mannschaft mit zwei erfolgreichen Freiwürfen. Zu diesem Zeitpunkt verdiente die Partie das Prädikat „grausam“, da auch die Bulgaren alles andere als erfrischenden Basketball boten. Aber: sie trafen im 14. Versuch ihren ersten Dreier! (15:22, 18. Min.). Es ist eigentlich kaum zu glauben, dass für die ING-DiBa-Korbjäger zur Pause noch nichts verloren war (17:23).

Die wie auch immer geartete „Ansprache“ von Blümel an sein Team in der Halbzeit fruchtete zunächst überhaupt nicht, denn Bulgarien leget einen Blitzstart ins 3. Viertels hin und vergrößerte seinen Vorsprung (19:30, 23. Min.). Dann raffte sich das deutsche Team auf und versuchte sich in das Spiel hinein zu kämpfen (24:30, Dreier Mönninghoff, 25. Min.). Doch Bulgarien konterte scheinbar unbeeindruckt (24:38, 26. Min.). Da jetzt hin und wieder Dreier der Bulgaren trafen (5/24 nach 26 Minuten) und man selber zu selten erfolgreich war, kam Deutschland trotz kämpferischen Einsatzes einfach nicht näher an den Gegner heran. Blümel probierte verschiedenste Formationen aus, fand aber nicht das passende Team. Kurz vor Viertelende machte Mönninghoff mit seinem 3. Dreier dann wieder etwas Hoffnung (33:43).

Doch die war schnell dahin, als die Begegnung auch im Schlussabschnitt nach bewährtem Muster verlief. Bulgarien musste nur gelegentlich einen Fehler oder Fehlwurf der Deutschen zu eigenen Punkten nutzen, um relativ ungefährdet vorne zu bleiben (35:46, 33. Min.). Man kann den jungen deutschen Spielern nicht vorwerfen, dass sie sich nicht wehrten, aber was sie auch versuchten, war an diesem Tag nicht von Erfolg gekrönt. Dazu kam dann auch noch eine miserable Bilanz von der Freiwurflinie (5/15 nach  34 Minuten). Beim Stand von 39:47 fünf Minuten vor dem Ende rief Blümel seine Mannschaft erneut zusammen, um vielleicht doch noch den richtigen Weg zum Sieg zu finden. Im munteren Fehlwurf-Festival kam Deutschland auch noch etwas näher an Bulgarien heran (42:49, 37. Min.). 49 Sekunden vor dem Ende traf Harald Debelka per Dreier zum 47:53. Doch letztlich konnten sich die Ost-Europäer relativ sicher behaupten.

„Das war mit Abstand das schlechteste Spiel meiner Mannschaft, das ich in diesem Sommer erlebt habe. Und das gegen die mit Abstand schwächste Mannschaft, gegen die wir hier bei der EM gespielt haben. Es ist eine Katastrophe und eine Frechheit, wie wir uns hier heute präsentiert haben. In der 1. Halbzeit hatten wir überhaupt keine Einstellung und Spannung, nach der Pause haben wir es wenigstens versucht. So haben wir es nicht verdient, auch nur an ein EM-Viertelfinale zu denken“, meinte ein restlos bedienter Bundestrainer nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Falko Theilig (BBLZ Mittelhessen, 0), Ole Wendt (Paderborn Baskets, 1), Konstantin Klein (ALBA Berlin, 0), Mathis Mönninghof (TSV Bayer Leverkusen, 14), Anthony Canty (BSG Bremerhaven, 2), Sebastian Koch (Foto, Arden Christ School, 0), Harald Debelka (proveo Merlins Crailsheim, 3), Danilo Barthel (USC Heidelberg, 11), Daniel Leithner (TSV Breitengrüßbach, 0), Justin Raffington (SG Urspringschule, 0), Philipp Neumann (Franken Hexer, 16), Friedrich Lotze (ALBA Berlin, 0).

Komplette Statistik unter www.fibaeurope.com

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