U18-Jungen müssen um Klassenerhalt zittern30. Juli 2010

Niederlage gegen die Ukraine, und direkten Vergleich verloren

Die deutsche U18-Nationalmannschaft der Jungen hat es bei der Europameisterschaft in Vilnius/Litauen verpasst, sich bereits am vierten von sechs Spieltagen der Relegationsrunde den Klassenerhalt zu sichern. Gegen die Ukraine unterlag das Team von Bundestrainer Kay Blümel mit 59:74 (15:15, 18:20, 7:18, 19:21) und verlor noch dazu den direkten Vergleich (Hinspiel 73:59). In den verbleibenden Spielen gegen Schweden (31.7.) und Bulgarien (1.8.) muss nun noch mindestens ein Sieg her, um in der A-Gruppe zu verbleiben.

Blümel schickte Ole Wendt, Mathis Mönninghoff, Patrick Heckmann, Philipp Neumann und Denis Kramer als erste Fünf auf das Parkett. Nach sehr zähem Beginn muss es für Mönninghoff fast wie eine Befreiung gewesen sein, als er einen Dreier zum 7:7 versenkte (5. Min.), war er doch im gesamten Turnier noch überhaupt nicht in Fahrt gekommen. Wie schon im ersten Spiel gegen die Ukraine spielte deren Top-Akteur Olexiy Len, der bis dahin beider EM im Schnitt ein “double double” aufgelegt hatte (16,5 Punkte, 12,2 Rebounds), zu Beginn keine Rolle. Mönninghoff netzte zum zweiten Mal von “downtown” ein und schien sich aus seinem “Wurf-Sumpf” befreien zu können. Insgesamt prägten ganz schwache Wurfquoten auf beide´n Seiten das erste Viertel, aber zumindest im Rebound agierten die Deutschen viel aufmerksamer als noch im Hinspiel, als man den Ukrainern sage und schreibe 21 Offensivrebounds gestattet hatte (15:15, 10. Min.).

Nach zwölf Minuten (15:19) wurde es Blümel zu bunt, und er versuchte seinen Mannen in einer Auszeit die richtige Einstellung zu vermitteln. Wie “gewohnt” hatte Kramer da schon drei Fouls auf seinem Konto. Schlapp und ausgegepumpt präsentierte sich die DBB-Auswahl, die die Ukraine bis auf 18:26 (15. Min.) ziehen lassen musste, ehe Mönninghoff seinen dritten Dreier traf und auch Kevin Bright (Foto) aus der Distanz swishte (24:28, 17. Min.). Bevor es in die Kabinen ging, waren die ING-DiBa-Korbjäger wieder dran am Gegner (33:35), hatte aber unter den Körben vermehrt Foulprobleme (Martin Breunig 3, Kramer 3, Neumann 2). Außerdem hatte die katastrophale Wurfquote im Zweierbereich (4/22) viele Bemühungen zunichte gemacht. 

Bright und Neumann brachten Deutschland zu Beginn des dritten Viertels in Führung (37:35), aber es folgte eine minutenlange Durststrecke mit einem wahren Fehlwurf- und Ballverluste-Festival, das im 40:51 (29. Min.) gipfelte. Die Wurfquote des DBB-Teams stagnierte im nur schwer messbaren Bereich, Kramer leistete sich sein viertes Foul und nach drei Spielabschnitten gab es nicht mehr viel Hoffnung für die deutsche Mannschaft (40:53). 

Man musste nun gar um den direkten Vergleich bangen (Hinspiel 73:59 für Deutschland), um den es beim 40:56 (31. Min.) geschehen war. Doch Deutschland rappelte sich auf und kämpfte mit letztem Einsatz um eine Resultatsverbesserung, die dann auch gelang (47:58, 3er Ole Wendt, 33. Min.). Es folgten erneut “wilde” Minuten. Dann machten Mönninghoffs Dreier und Breunigs Leger zum 54:60 kurzzeitig sogar noch Hoffnung auf einen deutschen Sieg (37. Min.), doch die Ukraine konterte ebenfalls mit fünf Punkten in Serie. Der nie aufgebende Neumann rackerte zum 57:65 (38. Min.), aber ausgerechnet in dieser Phase versenkten die Ukrainer ihre Dreier. Der direkte Vergleich hing am seidenen Faden, als Artamonov 45 Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe zum 57:70 traf. Lars Wendt wurde beim Dreier gefoult und besorgte zwei Punkte an der Freiwurflinie, der Ukrainer Belikov sechs Sekunden vor Schluss hingegen nur einen zum 59:71. Doch zum Entsetzen der Deutschen holte sich die Ukraine den Offensivrebound, passte nach außen auf Artamonov, der zwei Sekunden vor der Sirene zum 59:74 vollstreckte und der Ukraine den direkten Vergleich sicherte.

“Das offensive Entscheidungsverhalten meiner Spieler war heute eine einzige Katastrophe. Wir haben versucht, den Ball in den Korb zu tragen. Völlig unnötig kommen wir jetzt noch einmal in Bedrängnis. Der direkte Vergleich spielt keine große Rolle, morgen mit einem Sieg gegen Schweden sind wir gerettet”, meinte Kay Blümel nach dem Spiel.

Deutschland:
Mario Blessing (SG Urspringschule, dnp), Martin Breunig (TSV Bayer Leverkusen, 4), Kevin Bright (SG Urspringschule, 7), Patrick Heckmann (ASC Theresianum Mainz, 5), Dennis Kramer (La Costa Canyon High School), Mathis Mönninghoff (TSV Bayer Leverkusen, 13), Philipp Neumann (Brose Baskets Bamberg/ TSV Breitengüßbach, 17), Joey Ney (ALBA Berlin, 1), Maurice Pluskota (BSG Bremerhaven), Falko Theilig (BBLZ Mittelhessen / LTI Giessen 46ers), Ole Wendt (Paderborn Baskets, 4), Lars Wendt (Paderborn Baskets, 8).

Weitere Informationen und Statistiken unter www.fibaeurope-u18men.com

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