Ganz bitterer Abend für die U18-Jungen20. Juli 2013

Bundestrainer Kay Blümel (Foto) hatte das Spiel zuvor als “erstes Endspiel” für seine Jungs tituliert. Und somit war klar, dass die heutige Partie der U18-Jungen-Nationalmannschaft bei der B-Europameisterschaft im mazedonischen Strumica gegen Estland eine hohe Bedeutung hatte, denn beide Teams gingen ungeschlagen in das Aufeinandertreffen. Aus dem ging Deutschland nach einer bitteren 55:80 (10:21, 14:17, 21:24, 10:18)-Niederlage geschwächt hervor und muss nun die kommenden Spiele gegen Georgien (21. Juli) und die Niederlande (22. Juli) unbedingt gewinnen, um im Aufstiegsrennen zu bleiben. Christian Sengfelder war mit 15 Punkten Deutschlands erfolgreichster Punktesammler.

Mit einem “wiederhergestellten” Johannes Joos im Kader, aber auch mit den leicht angeschlagenen Lukas Meisner und Jan-Niklas Wimberg nahm die DBB-Auswahl die Partie auf. In der “Affenhitze” (O-Ton DBB-Delegationsleiter Uwe Albersmeyer) erwischte der Gegner den besseren Start (3:6, 3. Min.), während die DBB-Korbjäger nicht in Tritt kamen und den Esten um deren 2,10 m Center Karl Kask zu viele einfache Punkte gestatteten (3:9, 4. Min.). Gar nichts lief bei den Deutschen zusammen. Das konnte Blümel nicht gefallen, der seine Spieler beim 3:12 zur Auszeit rief (6. Min.). Bis dahin war der Spielverlauf dem des ersten Spieles gegen Norwegen sehr ähnlich. Die deutliche Ansage des Bundestrainers zeigte anschließend Wirkung, denn es gab einen spürbaren Ruck im deutschen Team. Sengfelder und Zinn trafen zum 10:14 (8. Min.), aber wie schon den ganzen Sommer über verhinderten zu viele Ballverluste eine weitere Resultatsverbesserung (10:18, 9. Min.). Nur 25 Prozent Wurfquote und bereits fünf Ballverluste ließen kein besseres Viertelergebnis als das ernüchternde 10:21 zu.

Sengfelder war in diesen Minuten der einzige deutsche Akteur, der kräftig dagegen hielt und dafür auch mit Punkten belohnt wurde (14:21, 13. Min.). Blümel hatte wie gewohnt bereits alles zwölf Spieler eingesetzt, noch jedoch ohne die passende Formation zu finden. Die deutsche Defense stand jetzt allerdings besser und zwang die Esten zu schwierigen Würfen, die sie lange nicht mehr so hochprozentig wie zu Beginn verwandelten. Da aber die deutsche Offense bis auf Sengfelder, der zu allem Überfluss noch mit einer blutenden Armwunde vom Feld musste,  nicht existent war, legte Estland wieder drauf (14:25, 14. Min.).

Wie mit unsichtbaren Fesseln agierten die DBB-Korbjäger, wirkten gelähmt in ihren offensiven Aktionen (14:29, 15. Min.). Auch hinten fiel man wieder in alte Muster zurück und Estland nutzte die Fehler und Lücken in der deutschen Defense gnadenlos aus. Wimberg dunkte dann, zeigte damit einen der wenigen Glanzmomente in der DBB-Offensive zum 18:31 (16. Min.) und machte Hoffnung auf eine Kehrtwende. Aber Estland blieb in ganz vielen Aktionen mindestens einen Schritt voraus und dominierte ganz eindeutig (18:36, 18. Min., Auszeit Deutschland). Ferner traf endlich den ersten Dreier für Deutschland, nach zuvor sieben Fehlversuchen im deutschen Team. Und auch Sengfelder wirkte wieder mit, sodass es zur Pause wieder ein kleines bisschen “freundlicher” aussah (24:38).

Deutsche Aufholjagd, aber immer wieder Rückschläge

So konnte es einfach nicht weitergehen und so legte Deutschland vollen Einsatz in den Start des dritten Viertels. Akpinar übernahm nun Verantwortung und führte sein Team nach 23 Minuten auf 32:42 heran. Der Einsatz stimmte hundertprozentig, aber ein weiterer Rückschlag folgte prompt: 32:47 nur eine Minute später. Deutschland kam nicht ins Laufen und hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Fastbreak erfolgreich abschließen können. Einige der stärksten estnischen Spieler kamen in Foulprobleme, aber immer wieder trafen die Esten für Deutschland schmerzhafte Dreier (36:50, 25. Min.). Ferner machte das 40:52 nach 26 Minuten und es lag eine Wende förmlich in der Luft, doch fanden die Esten immer die passende Antwort. Deutschland spielte mehr gegen seine 17 Ballverluste als gegen die Esten und war sehr mit sich beschäftigt (43:56, 28. Min., Meisner). Nach 30 Minuten gab es kaum noch Hoffnung (45:62).

Beim 46:69 nach 32 Minuten musste man das Spiel als verloren werten und konnte nur noch auf eine eventuelle Resultatsverbesserung hoffen, die bei eventuellen direkten Vergleich hätte hilfreich sein können. Doch auch wenn das DBB-Team unermüdlich alles versuchte: wirklich viel passte an diesem Tag nicht zusammen und Deutschland musste in eine ganz bittere Niederlage einwilligen. “Wir haben es zu keinem Zeitpunkt auch nur im entferntesten geschafft, auch nur Teile unseres Plans umzusetzen. Die Esten konnten penetrieren, an die Dreierlinie passen, wieder penetrieren, kurz, sie konnten machen, was sie wollten. Außedem hat uns die nötige Härte im Angriff gefehlt, wir waren viel zu weich und völlig ohne Spannung. Alle möglichen taktischen Dinge haben wir versucht, nichts hat geklappt. Aber das hilft jetzt alles nichts mehr, wir müssen nach vorne schauen und zunächst darauf setzen, dass Estland und die Niederlande Morgen so spielen, dass wir noch realistische Chancen behalten” meinte ein enttäuschter Bundestrainer nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Constantin Ebert (Würzburg Baskets Akademie, 1), Robert Zinn (BSG Ludwigsburg, wechselt zu den Brose Baskets Bamberg, 2), Lukas Meisner (SG Braunschweig, 7), Joschka Ferner (TSV 1861 Nördlingen, wechselt zu ratiopharm Ulm, 5), Ismet Akpinar (BC Hamburg / Piraten Hamburg, wechselt zu ALBA Berlin, 10),  Jan-Niklas Wimberg (Baskets Akademie Weser-Ems, 2), Björn Rohwer (BBC Rendsburg), Johannes Joos (BSG Ludwigsburg, 3), Stefan Ilzhöfer (BSG Ludwigsburg, wechselt zu den FRAPORT SKYLINERS), Lars Schlüter (ratiopharm Akademie Ulm), Christian Sengfelder (TSV Bayer 04 Leverkusen, wechselt nach Ehingen, 15), Konstantin Kovalev (ALBA Berlin, 10).

Die Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft im Überblick (deutscher Zeit):
Sonntag, 21. Juli 2013, 14:15 Uhr: Deutschland – Georgien
Montag, 22. Juli 2013: 12:00 Uhr: Deutschland – Niederlande

Alle weiteren Infos zur B-EM (Ergebnisse, Tabellen, Statistiken etc.) finden Sie hier

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