U18-Jungen vor der EM21. Juli 2010

Schwierige Gruppe lässt alles möglich erscheinen

Seit gestern Abend weilt die deutsche U18-Nationalmannschaft in Vilnius (Litauen), wo am Donnerstag die U18-Europameisterschaft beginnt. Die Mannschaft von Bundestrainer Kay Blümel wird nicht erst seit der Finalteilnahme beim Albert Schweitzer Turnier als ein Anwärter auf einen Platz unter den ersten acht gehandelt. Der Jahrgang 92 besitzt genügend Talent, um diesem Anspruch auch gerecht werden zu können. Mit Philipp Neumann steht einer der europäischen Topcenter des Jahrgangs im Team, aber auch Mathis Mönninghoff, Patrick Heckmann und Kevin Bright stehen bereits in vielen Notizbüchern amerikanischer Colleges.

Allerdings hat die DBB-Crew eine der schwerstmöglichen Vorrundengruppen erwischt. Mit Griechenland, Kroatien und Serbien bekommen es die ING-DiBa-Korbjäger durchweg mit Mannschaften zu tun, die als potenzielle Kandidaten für die Top acht oder gar das Halbfinale gelten. Deshalb ist sich Kay Blümel auch bewusst, dass die volle Bandbreite an Ergebnissen möglich ist. „Es kann uns passieren, dass wir alle Mannschaften schlagen, aber auch gegen alle verlieren, was verständlicherweise eine große Enttäuschung wäre.“ Es wird dabei sehr darauf ankommen, mit welcher Einstellung die Neumann & Co. in die Spiele gehen. Zuletzt ließen sie beim Turnier in Slowenien die rechte Einstellung und Konzentration vermissen und mussten gegen Montenegro und gegen die wesentlich schwächeren Israelis Niederlagen einstecken, die Kay Blümel gar nicht schmeckten und seinem Optimismus einen ordentlichen Dämpfer verpassten.

Verzichten muss Blümel bei der Europameisterschaft auf die beim AST bewährten Innenspieler Daniel Theis und Bill Borekambi, die vor allem im Rebound schmerzlich vermisst werden. Nicht mit dabei ist auch Jarelle Reischel, der sich entschied, den Sommer über in den USA zu bleiben, um bei verschiedenen Colleges vorzuspielen, um sich ein Scholarship bei einem der Top-Colleges zu ergattern. Als Ersatz unter den Körben konnte Kay Blümel Dennis Kramer, Sohn des ehemaligen Bonner Spielers und Managers Arvid Kramer, begrüßen, der die Lücke von Borekambi und Theis aber auch nicht komplett schließen konnte, allerdings eine deutlich höhere Offensivqualität, insbesondere von der Drei-Punkte-Linie , in die Waagschale wirft.

Die Gegner der deutschen Mannschaft:

Griechenland:
Griechenland ist traditionell eine der starken Basketballnationen, auch wenn die Hellenen im letzten Jahr einen ordentlichen Dämpfer erhielten und den Abstieg aus der Division A nur knapp vermeiden konnten. Stärkste Waffe ist Linos Chrysikopoulos. Der 2,03m große Forward ist einer der Topspieler in Europa auf seiner Position, sehr variabel vom Shooting Guard bis Power Forward einsetzbar, was die Verteidigung gegen ihn schwer macht. Zweite wichtige Stütze ist Forward Anastasios Antonakis, der mit einem hervorragenden Drei-Punkte-Wurf ausgestattet ist, den er insbesondere bei Pick-&-Popp-Situationen zu nutzen weiß. Guard Spyridon Motsenigos ist der geistige Anführer, der aber auch gerne als Scorer in Erscheinung tritt. Hellas tritt ohne echten Innenspieler bei der EM an, und entsprechend ist die Spielweise der Griechen ausgelegt, mit viel Bewegung, bei der alle Spieler an der Drei-Punkte-Linie auftauchen und auch vor dort gefährlich sein können. Hier wird die deutsche Verteidigung besonders gefordert sein.

Kroatien:
Die Männer von Balkan haben in den letzten Jahren wieder den Anschluss an die Spitze Europas hergestellt, nachdem sie zuvor ein wenig abgetaucht waren. Schlüsselspieler der Kroaten ist erstaunlicherweise der jüngste Spieler der U18-EM. Dario Šarič (Jahrgang 1994), sorgte schon beim Albert Schweitzer Turnier für Aufsehen und wurde mit dem Burkhard Wildermuth Award ausgezeichnet. Das Riesentalent ist ein Allrounder, der aus allen Positionen scoren kann, aber auch über hervorragende Passqualitäten verfügt. Daneben muss man Marin Kukoč erwähnen, Sohn der kroatischen Legende Toni Kukoč, der allerdings nicht das Riesentalent seines Vaters geerbt hat und mit seinen zwei Metern Körperhöhe am besten in Korbnähe agiert. Kroatien verfügt über eine ausgeglichene Mannschaft mit hervorragenden Werfern, die, ähnlich wie die Griechen, ohne echten Innenspieler mit Gardemaß auskommen muss.

Serbien:
Die Serben sind die stärkste Mannschaft der Gruppe D. Hohe Intensität, gepaart mit einer hervorragenden Grundschule und einer extrem aggressiven Verteidigung hieven Serbien in den Kreis der Topfavoriten auf den Titel. Man könnte hier getrost neun der zwölf Akteure als Leistungsträger und herausragende Spieler nennen, so gut besetzt ist der Kader Serbiens. Heraus stechen die Innenspieler Nemanja Bešovič und Nikola Siladji. Gerade 2,15m-Mann Bešovič zuzusehen ist ein Genuss, und Vergleiche mit Tibor Pleiss sind sicherlich angebracht. Ein weiches Handgelenk und stabile Innenspielerbewegungen sind seine herausragenden Eigenschaften. Siladji dagegen ist ein echter Warrior, der überall zu finden ist, hart spielt und zudem extrem gefährlich von der Drei-Punkte-Linie ist.

Überhaupt muss man sagen, dass die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele eine interessante U18-Europameisterschaft versprechen. Keines der beteiligten Teams kam ohne Niederlage durch die Vorbereitung. Schweden ließ durch Siege gegen Frankreich und Spanien aufhorchen. Titelmitfavorit Serbien konnte sich gegen Griechenland zweimal nur knapp behaupten und musste zuletzt eine Niederlage gegen EM-Gastgeber Litauen einstecken. Kroatien konnte das Future-Stars-Turnier in London für sich entscheiden, verlor dabei aber in der Vorrunde gegen Polen. Frankreich holte sich Schrammen gegen Schweden, Polen und Bulgarien und verlor nur knapp das Future Stars Finale in Katowice am Sonntag gegen Spanien. Es scheint eine EM der Überraschungen möglich, da es kaum Mannschaften gibt, die man von vorneherein als Kandidaten für die Abstiegsrunde einstufen kann.

Die deutschen Vorrundenspiele (deutsche Zeit):
22.07. 20:15 Uhr Deutschland – Griechenland
23.07. 18:00 Uhr Deutschland – Kroatien
24.07. 13:30 Uhr Deutschland – Serbien

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