Comeback nicht belohnt: U18-Jungen verlieren Kroatien23. Juli 2010

73:81-Niederlage für Blümel-Team – Tolle Aufholjagd wird nicht belohnt – Kramer bester Werfer

Die deutsche U18-Nationalmannschaft hat auch ihr zweites Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft in Litauen verloren. Die Mannschaft von Bundestrainer Kay Blümel unterlag Kroatien nach einer spannenden Partie mit 73:81 (22:25, 17:21, 17:16, 17:19). Deutschland kämpfte sich mehrfach nach größeren Rückständen zurück ins Spiel, musste sich am Ende aber gegen die aus der Distanz extrem hochprozentig treffenden Kroaten geschlagen geben. Bester Werfer im deutschen Team war Dennis Kramer mit 25 Punkten (drei Dreipunktwürfen). Am morgigen Samstag trifft das DBB-Team zum Abschluss der Vorrunde auf Serbien und muss gewinnen, um nicht in die Abstiegsrunde zu rutschen.

Deutschland lag nach einem schwachen Start schnell im Hintertreffen und sah sich nach drei Minuten bereits mit einem zweistelligen Rückstand konfrontiert (2:12, 3. Min.). Das Dreipunktspiel von Philipp Neumann (Foto links) und ein krachender Dunk von Dennis Kramer führte die deutsche Mannschaft wieder heran. Kramer untermauerte seine Vielseitigkeit und war auch aus der Distanz erfolgreich – war aber gemeinsam mit Neumann die einzige offensive Waffe in der Anfangsphase. Der Center war es dann auch, der von der Freiwurflinie bis auf einen Punkt verkürzte (19:20, 9. Min.). Kevin Brights trug sich kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts auch in die Scorerliste ein – von Patrick Heckmann, dem überragenden Spieler im gestrigen Auftaktspiel, war am heutigen Tage noch nichts zu sehen. Nach einem spannenden ersten Viertel auf hohem Niveau lag die deutsche Mannschaft knapp zurück (22:25).

Zu Beginn der zweiten zehn Minuten musste Deutschland zunächst sechs Punkte in Folge hinnehmen. Im weiteren Verlauf des zweiten Spielabschnitts verteidigte Kroatien seine Führung im souverän und hatte immer die passende Antwort parat, wenn die deutsche Mannschaft erfolgreich war. Insbesondere aus der Distanz agierten die Kroaten sehr effektiv und versetzen der deutschen Aufholjagd so immer wieder empfindliche Stiche. Als bei Mathis Mönningshoff offensiv der Knoten zu platzen schien, lief es auf einmal für Deutschland. Nach dem ersten Dreier war der Rückstand wieder einstellig (33:42), mit zwei weiteren erfolgreichen Distanzwürfen sorgte der deutsche Aufbauspieler für einen aufholbaren Rückstand vor dem Seitenwechsel (39:46).

Erneut waren es aber die Kroaten, die mit einem Lauf (10:0) in den ersten drei Minuten starteten und die deutsche Mannschaft vor erhebliche Probleme stellte. Aus der Distanz wirkte gegen die extrem gut aufgelegte kroatische Mannschaft (zwischenzeitlich acht von zwölf Dreipunktewürfen) kein Mittel und da dem DBB-Team in der Offensive kaum etwas gelang, vergrößerte sich der Rückstand weiter. Nach fünf gespielten Minuten erlöste Kramer (Foto rechts) die deutsche Mannschaft zwar mit den ersten Punkten in nach dem Seitenwechsel, der Rückstand war jedoch bereits deutlich angewachsen (41:58, 25. Min.). Martin Breunig und Heckmann trafen zunächst von der Linie, Breunig legte noch einen Drive nach und zwang den kroatischen Trainer damit zu einer Auszeit (47:59, 27. Min.). Doch nicht etwa die Worte des Kroaten fruchteten, vielmehr waren es die Spieler von Kay Blümel, die sich die Worte ihres Trainers zu Herzen genommen hatten. Vor allem Heckmann lief nun heiß, traf erst einen Jumper, dann einen wichtigen Dreipunktewurf und sorgte so zusammen mit Kramer, der mit zwei Dunks auch optisch Eindruck hinterließ, für ein großartiges Comeback der deutschen Mannschaft. Mit nur noch sechs Punkten Rückstand ging es in das Schlussviertel (56:62), in dem für Deutschland noch alles möglich war.

Deutschland aggressive Verteidigung sorgte für zwei Ballverluste gleich zu Beginn des vierten Viertels, die Breunig nutzte, um weiter zu verkürzen (58:62). Der kroatisch Topspieler Saric (20 Punkte) hielt für seine Farben den Vorsprung auf sechs Punkten (60:66 aus deutscher Sicht, 35. Min.), ehe er sein fünftes persönliches Foul kassierte und auf der Bank Platz nehmen musste. Deutschland haderte zwar seinerseits mit unnötigen Ballverlusten und verworfenen Freiwürfen, hatte aber drei Minuten vor Spielende noch immer alle Chancen, den ersten EM-Sieg zu sichern (64:72). Falko Theilig und Dennis Kramer nahmen das Heft für die deutsche Mannschaft in die Hand und verkürzten eine Minute vor Spielende auf 73:75. Kroatien blieb jedoch fehlerfrei von der Freiwurflinie und fügte der deutschen Mannschaft so die schmerzhafte 73:81-Niederlage zu.

Das Team von Bundestrainer Kay Blümel muss nun im morgigen Spiel gegen Serbien (13.30 Uhr) mit mindestens neun Punkten gewinnen, um nicht in die Abstiegsrunde zu rutschen. Dass seine Mannschaft das Potential dazu hat, steht für Blümel außer Frage, allein die Einstellung sei entscheidend: “Wir haben ohne Zweifel das Talent und die Klasse, Top-Mannschaften wie Kroatien zu schlagen. Das haben wir heute bewiesen, als wir 18 Punkte aufgeholt haben. Es kann aber nicht sein, dass wir erst in ein Loch fallen müssen, um dann unseren besten Basketball zu spielen. Wir scheitern zu oft an Banalitäten, beispielsweise an unbedrängten Ballverlusten und daran, dass uns der letzte Biss fehlt. Dennoch haben wir es morgen gegen Serbien selber in der Hand und wir werden alles daran setzen, diese Chance zu nutzen.”

Für Deutschland spielten:

Mario Blessing (SG Urspringschule), Martin Breunig (TSV Bayer Leverkusen, 8), Kevin Bright (SG Urspringschule, 3), Patrick Heckmann (ASC Theresianum Mainz, 7), Dennis Kramer (La Costa Canyon High School, 25), Mathis Mönninghoff (TSV Bayer Leverkusen, 9), Philipp Neumann (Brose Baskets Bamberg/ TSV Breitengüßbach, 14), Joey Ney (ALBA Berlin), Maurice Pluskota (BSG Bremerhaven), Falko Theilig (BBLZ Mittelhessen / LTI Giessen 46ers, 6), Ole Wendt (Paderborn Baskets, 1), Lars Wendt (Paderborn Baskets).

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