U18-Mädchen trotz Sieges in der Abstiegsrunde1. Juli 2007

70:65-Erfolg gegen Italien reicht nicht

Die deutsche U18-Nationalmannschaft der Mädchen muss bei der Europameisterschaft in Novi Sad/Serbien in der neugeschaffenen Abstiegsrunde um den Klassenerhalt in der A-Gruppe kämpfen. Gegen Italien gewann die Mannschaft von Bundestrainer Reiner Chromik zwar mit 70:65 (20:9, 19:16, 22:23, 9:17), wurde aber in der Vorrundengrupe D dennoch nur Letzter. Ein Sieg mit mindestens acht Punkten Differenz wäre nötig gewesen, um die Zwischenrunde zu erreichen. Ab Dienstag heißen die Gegner nun Ungarn (3.7.), Bulgarien (5.7.) und Weißrussland (7.7.). Die letzten beiden Teams müssen in die B-Gruppe absteigen.

Das DBB-Team hatte sich offenbar viel vorgenommen, denn es kam mit Volldampf und nicht so ängstlich wie in den beiden Spielen zuvor aus den Kabinen. 8:0 hieß es bereits nach drei Minuten durch Punkte von Svenja Greunke (Foto) und Stina Barnert, erstmals war der nötige Vorsprung erreicht. Doch Italien fing sich schnell, während die deutsche Mädchen in den folgenden Minuten Fouls und Ballverluste sammelten (8:8, 6. Min.). Die anfangs überragende Greunke ließ sich aber nicht beirren und machte das 12:8 (7. Min.), Nelli Dietrich und Leonie Prudent kurz später das 16:8. 20:9 hieß es nach dem 1. Viertel, die deutschen Mädchen befanden sich auf einem guten Weg, den Sprung in die Zwischenrunde zu schaffen.

Greunke & Co. konnten die hohe Trefferquote (>70 Prozent) und die Reboundüberlegenheit bewahren (30:17, 16. Min.). Besonders Anna-Lisa Rexroth brachte enorme Impulse von der Bank (35:21, 18. Min.) und avancierte zu diesem Zeitpunkt zur Topscorerin (11 Punkte). Nadja Prötzigs Dreier zum 39:25 beendete eine tolle 1. Hälfte der deutschen Mannschaft. Bis dahin hatte die DBB-Auswahl sensationelle 71 Prozent aus dem 2er-Bereich (10/14) und starke 50 Prozent 3er (4/8) getroffen.

Italien erwischte einen guten Start in das 3. Viertel und verkürzte den Rückstand schnell (39:31, 22. Min.), doch zwei Dreier von Dietrich und zwei Freiwurftreffer von Barnert beruhigten die deutschen Nerven (47:31, 23. Min.). Nur die Zahl der Ballverluste machten Sorgen (48:37, 25. Min.). Mit großem kämpferischen Einsatz verteidigte das Chromik-Team seinen Vorsprung (59:42, 28. Min.). Würden Kraft und Konzentration bis zum Schluss reichen? Denn schließlich hatte Italien tags zuvor ein schon verloren geglaubtes Spiel gegen die Türkei noch aus dem Feuer gerissen (61:48, 30. Min.).

Das Nervenspiel begann (61:52, 31. Min.), und beim 62:55 (32.) war Italien erstmals seit Beginn des Spieles wieder in der Zwischenrunde. Deutschland schien zusammen zu brechen, Italien gewann immer mehr Oberwasser (62:59, 33.). Nichts lief mehr zusammen in der deutschen Auswahl, die Ballverlust um Ballverlust produzierte und gab wichtige Rebounds ab. Barnert beendete die deutsche Durststrecke und traf mit zwei Freiwürfen zum 64:59 nach 37 Minuten, eine dramatische Schlussphase bahnte sich an (65:59, Freiwurf Pieczynski, 38.). Als Reiner Chromik 65 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 65:61 und Ballbesitz Italien eine Auszeit nahm, schien die Partie so gut wie entschieden. Doch Barnert war wieder ganz sicher an der Freiwurflinie und erhöhte 41 Sekunden vor Schluss auf 67:61. Deutschland foulte, Italien traf beide Freiwürfe, dann verfehlte Barnert einen Dreier mit 25 Sekunden auf der Uhr. Nach einem weiteren deutschen Foul und zwei Freiwürfen von Italien stand es 16 Sekunden vor dem Ende 67:65. Barnert wurde 9 Sekunden später beim Dreierversuch gefoult und erhielt drei Freiwürfe: 70:65. Dietrich schaffte drei Sekunden vor der Schlusssirene sogar noch einen Steal, aber die Zeit reichte für die deutsche Mannschaft nicht mehr.

Für Deutschland waren dabei:
Stina Barnert (TV Saarlouis, 19), Nelli Dietrich (TV Langen, 12), Hannah Eitel (BSG Ludwigsburg), Svenja Greunke (TV Langen, 10), Vanessa Höhne (BG Zehlendorf/TuS Lichterfelde, 5), Julia Kleen (Osnabrücker SC), Francis Pieczynski (TV Langen, 3), Nadja Prötzig (SV Halle, 3), Leonie Prudent (BBZ Leverkusen/SVU Opladen, 7), Anna-Lisa Rexroth (TV Hofheim, 11), Nele Schmidt (SC Alstertal-Langenhorn/SC Rist Wedel), Sophie Witte (SC Alstertal-Langenhorn/SC Rist Wedel).

Scouting unter www.fibaeurope.com (Spalte rechts mit allen Jugend-Europameisterschaften) 

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