TSV Grünberg ist Deutscher U18-Meister11. Mai 2009

73:58-Finalsieg im hessischen Duell gegen Rhein-Main Baskets

Es war kurz nach 17 Uhr, als der Auto-Corso aus Hagen am Samstag auf dem Marktplatz in Grünberg einfuhr. Aus den runtergelassenen Fenstern der hupenden Autos jubelten die frisch gebackenen Deutschen Meisterinnen, während begeisterte Anhänger des Grünberger Basketballs die U18-Mädels und ihren Meistermacher Eberhart Spissinger applaudierend empfingen. Gänzlich unbekannt war das Szenario für Akteure und Zuschauer allerdings nicht: Bereits zum zweiten Mal in Folgen haben sich die Gallusstädterinnen nun die Trophäe geholt. Auf dem Weg zum Titel haben Gaudermann und Co. zuerst die New Baskets Oberhausen im Halbfinale mit 66:60 hinter sich gelassen, ehe sie im rein hessischen Duell gegen die Rhein-Main Baskets beim 73:58 ein basketballerisches Feuerwerk abließen. Im Spiel um die Bronzemedaille schlug Gastgeber TSV Hagen die New Baskets Oberhausen deutlich mit 78:48.


Bildunterzeile
TSV Grünberg, Deutscher U18-Meister 2009:
(ganz hinten) Keisha Carthäuser, (mittlere Reihe,v.l.) Co-Trainerin Birte Schaake, Desirée Klaus, Isabelle Spee, Finja Schaake, Cheftrainer Ebi Spissinger, Physio Anke Nau. (vordere Reige,v.l.) Laura Holmelin, Vanessa Poth, Julia Ritter, Jennifer Münnich, Julia Gaudermann, Carolin Christen, Maria-Anna Dreher und Nicola Happel

Rhein-Main Baskets – TSV Grünberg 58:73 (27:40)
Gegen den Dauerrivalen der Spielgemeinschaft Rhein-Main Baskets kam es im Endspiel der Deutschen Meiserschaft zum absoluten Showdown: Bereits zum fünften Mal standen sich beide hessischen Teams gegenüber. Der Zwischenstand vor der Partie betrug 2:2. Zuvor hatten sich beide Mannschaften in den Halbfinal-Begegnungen nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, sodass im Finale alleine die Tagesform entscheiden sollte. Nach anfänglicher Nervosität auf beiden Seiten schafften es die Grünbergerinnen sich bis zur neunten Minuten ein 16:9-Polster aufzubauen und holten sich somit für den weiteren Verlauf die nötige Sicherheit. Ein Finale um den nationalen Titel wäre kein richtiges Finale, wenn das Spiel zu diesem Zeitpunkt schon gelaufen wäre: Bis zur 16. Minute kämpften sich die Südhessinnen zurück und forcierten den Ausgleich (23:23). Dann wiederum kam ein starker Auftritt der Grünbergerinnen: Bis zur Halbzeitpause legten diese einen 17:4-Lauf aufs Parkett, der mit einem Drei-Punkte-Treffer von der äußerst treffsicheren Julia Gaudermann mit der Schlusssekunde gekrönt wurde. „Das Zwischenzeitliche 40:27 war womöglich die vorentscheidende Phase. Diese Führung hat den Rhein-Main einen unheimlich starken Dämpfer verpasst und sie haben es nach der Halbzeitpause nicht mehr geschafft ihren Siegeswillen aufs Spielfeld zu bringen“, beschrieb TSV-Trainer Ebi Spissinger das Auftreten des Kontrahenten.

In den ersten vier Minuten des dritten Viertels wurden die Erwartungen der Spielgemeinschaft dann endgültig gebrochen: Ein 8:0-Run der TSV-Akteurinnen zum 48:27 stellte endgültig die Weichen auf der Siegesstraße Richtung Meistertitel. In der Folge ließen sich die Grünbergerinnen diesen Erfolg nicht mehr nehmen und sicherten sich mit einer ihrer besten Saisonleistungen den 73:58-Sieg. „Möglicherweise haben die Rhein-Main Baskets den Sieg zu sehr gewollt und sind in eine nervöse Spielweise verfallen. Unser Gegner hat unter seinen Möglichkeiten gespielt“, resümierte Spissinger.

TSV Grünberg – NB Oberhausen 66:60 (26:27)
Am Tag vor der Meisterfeier haben es sich die Grünbergerinnen allerdings selbst etwas schwer gemacht. Es war ein klassisches Halbfinale, in dem sich beide Teams zunächst vorsichtig abtasteten und keine Mannschaft richtig aus sich herauskommen wollte. Dabei stellte sich der NBO als unangenehmer Gegner für die Hessinnen heraus, sodass sich die Partie bis zur Halbzeit auf einer Augenhöhe abspielte (26:27). Bis dahin hatten es Schaake und Co. nicht geschafft den nötigen Druck in der Verteidigung aufzubauen. Erst in der 30. Minute setzte sich der TSV auf 54:45 ab und wähnte sich zum ersten Mal auf der Siegesstraße. Doch so leicht wollten sich auch die ambitionierten Oberhausenerinnen sich nicht geschlagen geben: Ein 10:0-Lauf bis zur 35. Minute machte die Führung der Spissinger-Truppe wieder wett (54:55). Dann war es die starke Flügelspielerinn Finja Schaake, die in den Schlussminuten die Verantwortung übernahm und zum endgültigen 66:60 zwölf ihrer insgesamt 40 Punkte gegen die New Baskets beisteuerte. „In dieser Begegnung sind wir gerade so mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte Spissinger, der sich diesen Auftakt leichter vorgestellt hatte.

Am Ende des Turniers hatte Grünbergs Trainer für die gesamte Mannschaft und den Gegner viel Lob übrig: „Wir haben uns auf diesem hohem Niveau stark präsentiert und waren am Finaltag mental das stärkste Team. Neben Finja Schaake, die der entscheidende Faktor gegen Oberhausen gewesen ist und Julia Gaudermann, die im Endspiel ihre Ausnahmestellung auf der Playmakerposition unter Beweis stellte, hat uns auch Neuzugang Vanessa Poth enorm geholfen und ein sehr gutes Turnier gespielt. Aber auch die drei U16-Mädels haben nicht nur für eine breitere, sonder auch für eine tiefere Bank gesorgt. Riesenkompliment allerdings auch an die Rhein-Main  Baskets, die uns über den Saisonverlauf hinweg ein absolut gleichwertiger Gegner waren.“

Von Victoria Ribel

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