U17-WM-Team beendet Europameisterschaft in Litauen auf einem guten 11. Platz17. August 2009

Spanien, Litauen, Serbien und Polen als europäische Vertreter bei der U17-WM

Die U16-Jungen des Deutschen Basketball Bundes haben die Europameisterschaft in Kaunas / Litauen auf einem tollen 11. Platz beendet. Die Mannschaft von Bundestrainer Frank Menz gewann drei Spiele (gegen die Tschechische Republik, Lettland und Italien) und musste sich gegen teilweise übermächtige Gegner insgesamt fünf Mal geschlagen geben.

Menz zog ein positives Fazit der kontinentalen Wettkämpfe: „Der 11. Platz ist ein sehr gutes Resultat für uns. Wir hatten vier Spiele, in denen wir eine reelle Siegchance hatten und davon haben wir drei gewinnen können. In den anderen Partien haben wir unter anderem gegen den neuen Europameister aus Spanien und den Drittplatzierten Serbien verloren, zwei extrem starke Mannschaften, die, ebenso wie die Litauer und die Polen, bei der U17-Weltmeisterschaft in Hamburg um die vorderen Plätze mitspielen werden,“ erklärt Menz.

Der deutsche Bundestrainer war vor allem mit dem Auftreten seiner Mannschaft zufrieden, auch wenn es bis zur U17 Weltmeisterschaft vom 2. -11. Juli 2010 in der Sporthalle Hamburg noch einiges zu tun gibt. „Die Qualität, die andere Mannschaften durch frühere Sichtungen und Lehrgänge bekommen, haben wir durch hohe Intensität, sehr viel Einsatz und tolles Teamspiel wett gemacht. Dafür haben wir auch viele Komplimente von den anderen Nationen bekommen,“ stellt Menz nicht ohne Stolz fest. Die mannschaftliche Geschlossenheit und den hoch ausgeprägten Teamspirit konnten die deutschen Basketball-Fans bereits beim ING-DiBa Junior Cup feststellen, den die DBB-Auswahl kurz vor der Europameisterschaft mit drei überzeugenden Siegen gewann und sich im Finale gegen U17-WM-Teilnehmer und Vize-Amerika-Meister Argentinien durchsetzte.

Die Ausgeglichenheit der deutschen Mannschaft zeigte sich auch in den Statistiken: Mit Paul Albrecht (durchschnittlich 10,1 Punkte pro Spiel), Tim Unterluggauer (8,5), Jakob Krumbeck (8,3), Julius Wolf (7,5), Fabien Bleck (6,3) und Leon Tolksdorf (6) waren sechs Spieler im DBB-Team, die im Angriff Akzente setzen konnten. Falls ein Spieler mal einen schlechten Tag erwischte, konnte sich Menz also darauf verlassen, dass ein anderer Spieler für ihn in die Bresche sprang. „Wir sind noch nicht so konstant wie andere Mannschaften, die schon deutlich länger zusammenspielen und deren Spieler auch schon mehr Länderspiele auf dem Buckel haben. Für die Jungs ist es jetzt enorm wichtig, Spielpraxis zu bekommen und in der NBBL weiter Wettkampferfahrung auf hohem Niveau zu sammeln“, so Menz.

Europameisterschafts-Premiere, internationale Härte und ein hoher Erwartungsdruck – viele neue Erfahrungen warteten auf die jungen Nationalspieler. Wie gut das DBB-Team mit dem Druck aber umzugehen wusste, zeigte sich im wichtigen Auftaktspiel gegen die Tschechische Republik, in dem es darum ging, aus der schweren Vorrundengruppe nicht in die Abstiegsrunde zu rutschen. Sensationell spielte das Menz-Team im zweiten Spielabschnitt (27:10), ließ sich durch eine kurze Schwächephase im dritten Viertel nicht beirren und gewann mit 75:64.

Damit zogen die WM-Gastgeber in die Zwischenrunde ein, in der mit Frankreich, Serbien und Lettland drei Basketball-Nationen warteten. Gegen Frankreich (42:56) und die späteren Vize-Europameister aus Serbien (65:94) hielt Deutschland lange Zeit gut mit, musste am Ende aber in die Niederlage einwilligen. Vor dem Spiel gegen Lettland hatte bereits festgestanden, dass die DBB-Jungen den Einzug ins Viertelfinale verpasst hatten, der Freude über den 69:63-Sieg tat dies jedoch keinen Abbruch. In den abschließenden Platzierungsspielen verlor die deutsche Mannschaft knapp gegen Montenegro (45:54), setzte sich aber im spannenden Spiel um Platz 11 mit 55:53 gegen Italien durch.

Abschließend sah sich die komplette deutsche Delegation die Halbfinal- und Finalspiele an – Gegnerstudie für die U17 Weltmeisterschaft im nächsten Jahr. „Teilweise saßen wir da mit offenen Mündern“, plaudert Menz aus dem Nähkästchen. „Die Spanier haben eine wahnsinnig starke Mannschaft mit zwölf gleichstarken Spielern. Der Trainer kann beliebig durchwechseln – es ist kein Bruch im Spiel zu erkennen.“ Ähnliches gilt laut Menz für den Finalgegner der Iberer, die Litauer, die sich in einem hochklassigen Finale mit 64:66 geschlagen geben mussten. „Litauen ist ebenfalls taktisch und technisch hoch entwickelt und spielt auf einem anderen Level.“

Auch der Drittplatzierte der Europameisterschaft, Serbien, bewegt sich auf ähnlich hohem Niveau wie Spanien und Litauen. „Serbien hat eine enorm starke erste Fünf. Die Mannschaft spielt nahezu fehlerfrei und hat kaum Ballverluste“, analysiert der Bundestrainer. Im Spiel um Platz 3 setzten sich die Serben gegen die Auswahl aus Polen durch, für Menz die Überraschungsmannschaft des Turniers. „Polen hat einen sehr guten Jahrgang, sind aber nicht so tief besetzt wie die anderen Top-Teams. Dennoch sind sie die Sensation der EM gewesen.“

Gegen die Rolle der Überraschungsmannschaft oder des überzeugenden Gastgebers hat Menz bei der bevorstehenden Heim-WM im nächsten Jahr sicherlich nichts einzuwenden. Eins ist sicher: Spieler und Trainerteam werden hart arbeiten, um die guten Eindrücke der Europameisterschaft in Hamburg zu bestätigen, wenn nicht sogar zu toppen.

Die Statistiken des deutschen EM-Kaders im Überblick:

Paul Albrecht (Oldenburger TB, durchschnittlich 10,1 Punkte / 4,3 Rebounds / 0,1 Assists), Fabian Bleck (TuS Breckerfeld / BBV Hagen, 6,3 / 2,8 /0,5), Alexander Blessig (FC Bayern München, 1,5 / 1,3 / 0,9), Nico Hackmann (TuS Bramsche / Young Dragons Quakenbrück, 0,8 / 2,0 / 0,1), Anselm Hartmann (Oldenburger TB, 3,9 / 3,1 / 1,1), Lukas Higgen (TSG Westerstede / Oldenburger TB, – / 0,2 / 0,2), Jacob Krumbeck (BBC Rendsburg, 8,3 / 2,6 / 0,6), Josip Peric (TuS Neukölln, 2,4 / 2,0 / 1,4), Tobias Schönhammer (TSV Breitengüßbach, 0,4 / 1,9 / 0,1), Leon Tolksdorf (ALBA Berlin, 6 / 4 / 1,1), Tim Unterluggauer (TSV Bayer 04 Leverkusen, 8,5 / 6,6 / 0,6) und Julius Wolf (SG Urspringschule, 7,5 / 4,9 / 1,5).

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