U16-Jungen als Zweite ins EM-Viertelfinale26. August 2014

Die deutsche U16-Nationalmannschaft der Jungen ist als Zweiter der Zwischenrundengruppe F in das Viertelfinale der Europameisterschaft in Lettland eingezogen und trifft dort nach einem spielfreien Tag am kommenden Donnerstag in Riga auf den Gastgeber (Dritter Gruppe E). Das heutige Spiel gegen Russland hatte darauf keinen Einfluss mehr. Deutschland gewann nach starkem Schlussspurt mit 64:56 (17:14, 12:17, 14:17, 21:8) und darf nun voller Selbstvertrauen in die nächste Partie gehen. Bei einem Sieg wäre das erste EM-Halbfinale für eine deutsche Jugendnationalmannschaft seit 28 Jahren (1986, Junioren-EM in Österreich, 4. Platz) erreicht.

Gegen die Russen, die ihrerseits noch Chancen auf das Erreichen des Viertelfinales besaßen, entwickelte sich eine völlig offene Partie. Im ersten Spielabschnitt wechselte die Führung gleich mehrfach hin und her (7:5, 4. Min.; 13:14, 7. Min.; 17:14, 10. Min.). Bundestrainer Harald Stein (Foto) hatte bereits früh allen zwölf Akteuren Einsatzzeit gegeben. Deutschland lag bei den Rebounds vorne, während beide Teams nur mäßige Wurfquoten von knapp über 30 Prozent verzeichneten.

Russen gehen in Führung

Offensiv lief es nicht rund für die ING-DiBa-Korbjäger, die nach zwei Freiwurftreffern von Moritz Sanders dennoch mit 21:19 vorne lagen (15. Min.). Beide Teams “quälten” sich über die Runden, überboten sich gegenseitig in Fehlwürfen und Ballverlusten (25:23, 19. Min.). Kostja Mushidi, bis dato Topscorer des Turnieres, kam ebenso wie sein Team nur langsam in Gang. Zum Seitenwechsel musste die DBB-Auswahl dem Gegner die Führung überlassen (29:31). Neun Ballverluste dürften den Bundestrainer nicht gerade erfreut haben. Außerdem hatte noch kein einziger Dreipunktewurf sein Ziel im russischen Korb gefunden. Möglicherweise forderte das hochintensive Spiel vom Vortag gegen Italien seinen Tribut.

Nach der Pause blieb es zunächst beim knappen Rückstand der Deutschen (33:36, 23. Min.), die nicht so recht aus ihrem Wurf-“Sumpf” heraus kamen. Scheinbar einfache Versuche wollten nicht in den gegnerischen Korb. Noch immer war man bei zehn Versuchen erfolglos aus der Dreipunktedistanz. Russland baute die Führung aus, was Stein zu einer Auszeit veranlasste (35:42, 26. Min.). Lars Lagerpusch brachte seine Mannschaft mit zwei gelungenen Aktionen auf 41:44 heran, als noch knapp zwei Minuten im dritten Viertel zu spielen waren. Kampflos wollten sich die Deutschen offenbar nicht geschlagen geben (43:48, 30. Min.).

Beeindruckender Schlussspurt

Im Schlussabschnitt änderte sich in den ersten Minuten kaum etwas (47:52, 33. Min.). Deutschland versuchte alles, aber viel wollte nach wie vor nicht gelingen. Es fehlte die letzte Konsequenz in den deutschen Aktionen, die aber noch nicht bezwungen waren. Denn auch die Russen konnten sich nicht weiter absetzen. Man wartete förmlich auf den ersten deutschen Dreier, aber der ließ auf sich warten. Louis Olinde traf zum 51:54 (37. Min.), es fehlte wirklich nicht viel zu einer Wende. Nach einem Freiwurftreffer von Lagerpusch hieß es nur noch 54:56 (38. Min.), Olinde schaffte kurz später den Ausgleich und Mushidi besorgte an der Freiwurflinie die erste deutsche Führung seit langer Zeit (58:56, 1´33). Das viel zitierte Momentum war auf die deutsche Seite gewechselt. Lagerpusch erhöhte auf 59:56 und bei den anschließenden Fehlwürfen sicherte man sich jeweils den Offensivrebound (´59). Mushidi machte mit dem 61:56 (´48) alles klar, die Russen fanden jetzt keine Antwort mehr.

“Der 17:2-Lauf am Ende hat uns das Spiel gerettet. Für Russland ging es noch um alles, das hat man gemerkt. Wir haben lange Zeit unsere “pick and roll”-Defense nicht so gut gespielt wie zuletzt, es ist uns erst spät im Spiel gelungen die Russen zu stoppen. Außerdem haben wir zu viele leichte Körbe vergeben. Alle freuen sich jetzt riesig auf das Spiel gegen Lettland. Die Halle wird mit Sicherheit voll, es wird eine tolle Stimmung herrschen. Hier werden alle lettischen Spiele live im Fernsehen gezeigt, Basketball ist ein echter Volkssport hier”, hört man die Begeisterung aus den Worten des Bundestrainers.

Für Deutschland spielten:
Bennet Hundt (TuS Lichterfelde, 2), Maximilian Mayer (USC Freiburg), Jona Hoffmann (TV 1862 Langen, 4), Isaac Bonga (Post-SV Koblenz, 2), Louis Olinde (BC Hamburg, 12), Noah Kamdem (TSV Tröster Breitengüßbach, 2), Ferdinand Zylka (ALBA Berlin), Kostja Mushidi (Rhöndorfer TV/Team Bonn/Rhöndorf, 16), Alexander Möller (Rhöndorfer TV/Team Bonn/Rhöndorf), Lars Lagerpusch (SG Braunschweig, 11), Moritz Sanders (TSV Tröster Breitengüßbach, 2), Isaiah Hartenstein (TSV Quakenbrück/Young Dragons, 13).

Spieltermin Deutschland Viertelfinale (dt. Zeit)
Donnerstag, 28. August, 19.15 Uhr: Deutschland – Lettland

Alle Infos zur Europameisterschaft gibt es unter diesem Link!

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