U16-Jungen schlagen Slowenien mit toller Moral11. August 2006

Blümel-Team gelingen gleich mehrere Aufholjagden – Nun kommen die Top-Favoriten Russland und Spanien
Die deutsche U16-Nationalmannschaft männlich hat ihr Vorhaben, als Aufsteiger mit einem Sieg in die Europameisterschaft in Spanien zu starten, couragiert in die Tat umgesetzt. Gegen Slowenien gewann das Team von Bundestrainer Kay Blümel mit 82:70 (16:25, 18:15, 25:20, 23:10) und hat sich damit eine glänzende Ausgangsposition verschafft. Es folgen die schwierigen Aufgaben gegen die favorisierten Russen und Spanier.

Recht ausgeglichen verliefen die ersten Minuten, in denen sich beide Teams erst noch finden mussten (9:10, 6. Min.). Slowenien kam dann besser in Schwung, während die DBB-Jungen nachließen und dem Gegner durch zu viele Balverluste (11 im 1. Viertel) leichte Punkte gestatteten. Plötzlich sah sich das Blümel-Team mit 12:20 (9. Min.) und dann gar mit 18:33 in Rückstand (13. Min.). Doch jetzt ging ein Ruck durch die deutsche Mannschaft, die durch Robert Hülsewede, Niels Giffey und Maurice Stuckey zurück schlug und auf 31:34 heran kam (Dreier Maurice Stuckey, 17. Min.).

Akeem Vargas verkürzte sogar auf 33:34 zwei Minuten vor der Pause, die Partie war wieder völlig offen. Slowenien versuchte, mit einer Auszeit den glänzenden Lauf der deutschen Korbjäger zu stoppen, die binnen weniger als fünf Minuten eine 15:1-Serie hingelegt hatten. Einziger Makel zu diesem Zeipunkt war die bereits recht hohe Foulbelastung (Niels Giffey und Erik Land mit 3 Fouls). Zum Seitenwechsel hatte sich Slowenien wieder etwas „befreit“ (34:40).

Kaum hatte das 3. Viertel begonnen, lagen die Slowenen wieder mit zwölf Punken in Front (34:46, 22. Min.). Es war also eine weitere, kräftezehrende Aufholjagd für das deutsche Team nötig, um wieder ins Spiel gekommen. Und genau daran machten sich die deutschen Spieler. Maurice Stuckey traf per Dreier zum 42:46 (24. Min.), Robert Hülsewede zum 44:46 und dann zum Ausgleich (48:48, 25. Min.) Slowenien wackelte zum zweiten Mal in diesem Spiel. Was für eine Moral in der deutschen Mannschaft! Niels Giffey traf einen von zwei Freiwürfen zur deutschen 49:48-Führung, das Momentum war eindeutig auf deutscher Seite. Es entwickelte sich eine ungemein spannende Partie, der Bedeutung für das weitere Turnier angemessen.

Der gerade im Angriff etwas warm gewordene Erik Land kassierte sein 4. Foul und musste zurück auf die Bank (53:55, 28. Min.). Nach drei Vierteln waren packende zehn Schlussminuten vorprogrammiert (59:60). Die begannen mit einem Dreier von Simon Schmitz zum 62:60. Sollte die deutsche Auswahl den längeren Atem haben? Steven Monse machte das umjubelte 64:60 (32. Min.), Slowenien konterte aber umgehend (64:65, 33. Min.). Niels Giffey holte die Führung zurück, ehe auf beiden Seiten einige Würfe ihr Ziel verfehlten. Ein erneuter Dreier von Simon Schmitz bedeutete das 71:65 und damit schon fast eine hohe Führung in diesem engen Spiel (35. Min.). Hülsewede holte seinen 12. Rebound, der nun überragende Schmitz traf zum 73:65 (37. Min.). Dann kassierte Niels Giffey sein 5. Foul, aber Slowenien traf nur einen von drei Freiwürfen. Der sechste (!) Steal von Schmitz leitete das 75:66 vom sehr starken Hülsewede ein (38. Min., Punkte 17 u. 18), das Spiel schien gewonnen. Und so war es dann auch, Slowenien konnte nicht mehr kontern, und die DBB-Auswahl spielte den Sieg erstaunlich souverän nach Hause.

„Das war wie erwartet ein schwerer Kampf. Wir haben uns erst schwer getan gegen die Slowenen, die uns mit taktischen Spielchen geärgert haben. Über die Defense haben wir dann ins Spiel gefunden und am Ende sicher gewonnen. Der eigentliche Matchwinner war Simon Schmitz, und Robert Hülsewede hat großartig gespielt“, freute sich Bundestrainer Kay Blümel.

Deutschland
Nico Adamczak (Marzahner Basket Bären, 1), Niels Giffey (Marzahner Basket Bären, 11), Julian Holzer (FC Bayern München), Robert Huelsewede (Paderborn Baskets, 23/15 Rebounds), Marvin Kruchen (TSV Bayer Leverkusen, 2), Erik Land (TSV Breitengüßbach, 6), Steven Monse (Marzahner Basket Bären, 4), Yannick Schicktanz (MTV Kronberg, 3), Simon Schmitz (TV Bad Bergzabern, 14), Maurice Stuckey (BG Leitershofen, 16), Akeem Vargas (SG Urspringschule, 2), Johannes von Schönfeldt (TV Langen/SSKC Aschaffenburg).

Ergebnisse und Statistiken unter www.fibaeurope.com

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