U16-Jungen lassen sich auch von Serbien nicht stoppen30. Juli 2011

Stein-Team nimmt nach makelloser EM-Vorrunde zwei Siege mit in die am Montag beginnende Zwischenrunde
Die Liste der namhaften Basketball-Nationen, die in diesem Sommer von den deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften bezwungen worden sind, ist um einen weiteren Namen länger geworden. Im dritten Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft in der Tschechischen Republik bezwangen die deutschen U16-Jungen Serbien mit 74:68 (19:13, 11:21, 18:9, 26:25). Damit nimmt das Team von Bundestrainer Harald Stein nach einer makellosen Vorrunde zwei Siege mit in die am Montag beginnende Zwischenrunde und steht bereits mit einem Bein im Viertelfinale.

Deutschland ging durch Ismet Akpinar und Dino Dizdarevic nach drei Minuten mit 5:0 in Führung und zeigte keinerlei Angst vor den Serben. In den folgenden Minuten ging es in einem attraktiven Spiel munter hin und her (10:4, 5. Min.). Stein bremste die besser ins Spiel kommenden Serben beim 10:8 nach sechs Minuten mit einer frühen Auszeit. Der eigene Offense-Schwung kam etwas ins Stottern, aber zumindest gestattete man dem Team vom Balkan keinen größeren Lauf. Der Bundestrainer wechselte munter durch und hatte nach acht Minuten schon neun Spieler eingesetzt. Deutschland behauptete die Führung (17:12, 9. Min., zwei Freiwürfe David Taylor, Foto), ein sehr erfreuliches erstes Viertel endete mit 19:13 für die ING-DiBa-Korbjäger.

Deutschland ließ zwei serbische Dreier zu, die den Gegner nach eineinhalb Minuten des zweiten Spielabschnitts auf 21:19 heran brachten. Das DBB-Team bekam jetzt zunehmend Schwierigkeiten, sich hochprozentige Wurfmöglichkeiten zu erspielen, da der Druck der serbischen Verteidigung größer wurde. Folgerichtig wechselte die Führung (21:23, 13. Min.). Der 0:11-Lauf gefiel Haral Stein ganz und gar nicht. In der zweiten Auszeit versuchte er seine Jungs wieder in die Spur zu bringen. Jan-Niklas Wimberg beendete die deutsche Wurfflaute per Korbleger. Serbien war mit dem dritten Dreier erfolgreich, während Deutschland wieder einige Würfe vergab und bis dato nur neun von 26 Würfen getroffen hatte.

Da aber auch Serbien auf hohem Niveau verteidigt wurde, änderte sich am Spielstand bis zur 16. Minute nichts Dramatisches (23:27). Beide Teams kämpften verbissen um den Sieg und um die damit verbundene gute Ausgangsposition für die Zwischenrunde. Deutschland bekam den bis dahin im Turnierverlauf nicht besonders auffälligen serbischen Shooting Guard Marko Guduric nicht in den Griff und sah sich nach 19 Minuten mit 26:32 im Rückstand. Die DBB-Jungen blieben aber bis zum Seitenwechsel an den Serben dran. Dennoch: so erfreulich das erste Viertel, so ernüchternd musste man den zweiten Abschnitt werten.

Alle wichtigen statistischen Daten, die anfangs noch für die deutsche Auswahl gespochen hatten, zeugten zu Beginn des dritten Viertels von der Wende des Spiels. Deuschland kam nur noch auf eine Wurfquote von 27 Prozent und hatte auch bei den Rebounds mittlerweile einen Rückstand (25:30). Das Resultat auf dem Scoreboard gab allerdings weiterhin Anlass zur Hoffnung (33:36, 24. Min., Wimberg, 35:36, 2. Min., Taylor). Taylor besorgte nach 27 Minuten auch den 40:40-Ausgleich. Deutschland ging durch den bis dahin eher unauffälligen deutschen Turnier-Topscorer Ismet Akpinar nach 29 Minuten mit 44:43 in Führung. Daniel Mayr und wieder Akpinar legten bis zum Viertelende zum 48:43 nach, die Begegnung hatte eine weitere Wende genommen.

Den so wichtigen Start in den Schlussabschnitt aber bekamen die Serben besser hin. Sie profitierten von deutschen Ballverlusten und Fehlwürfen und zogen wieder am Gegner vorbei (48:49, 33. Min.), Stein bat erneut zur Auszeit. Das Spiel entwickelte sich zum Ritt auf der Rasierklinge (52:53, 34. Min.). Dem Publikum wurden jetzt mehr Fehler als gelungene Aktionen geboten, aber die Spannung und Bedeutung des Spiels stand über allem. Nach dem wie fragte schon lange niemand mehr. Ein Dreipunktspiel von Niklas Ney brachte seine Mannschaft wieder in Führung (57:56, 36. Min.). Akpinar übernahm jetzt deutlich mehr Verantwortung und punktete regelmäßig.

Keiner der beiden Mannschaften wollte bis drei Minuten vor dem Ende eine etwas größere Führung gelingen (59:59). Akpinars Dreier zum 62:59 wurde von der deutschen Bank bejubelt, aber auch Guduric war wieder aus seiner zwischenzeitlichen Versenkung aufgetaucht und traf von “downtown” zum 64:64 (1´54). Ney netzte das 66:64 ein, und 55 Sekunden vor dem Ende setzte Akpinar einen weiteren Dreier: 69:64! Genau eine halbe Minute vor der Schlusssirene zeichnete Taylor für das 71:66 verantwortlich, der ersehnte Sieg war jetzt mehr als zum Greifen nah. Die Serben mussten ihren Gegner jetzt an die Freiwurflinie schicken, und dort hielt sich Akpinar zwei Mal schadlos (73:68, ´15). Serbien versuchte es noch einmal mit einer Auszeit, aber die deutsche Mannschaft durfte sich kurz später zurecht über eine großartige EM-Vorrunde freuen.

Die Analyse von Harald Stein fiel wie folgt aus: “Wir haben bärig gekämpft und sehr stark verteidigt. Meine Jungs haben ein Riesenspiel gemacht und ein großes Lob verdient. Die kleinen Fehler habe sich heute sofort gerächt, weil wir gegen eine richtig starke Mannschaft gespielt haben. Bei einer U16 weißt Du nie, was passiert, alles kann sich schnell ändern. Man muss dann schauen, wie man mit den Runs umgeht. Das taktische Verhalten in schwierigen Situationen wird bei uns jedenfalls immer besser. Ein bisschen Glück und Momentum gehört natürlich auch dazu, aber ich habe schon vor der EM gesagt, dass wir jeden Gegner schlagen können.”

Für Deutschland spielten:
Constantin Ebert (Würzburg Baskets, 2), David Taylor (BBC Bayreuth, 14), Dino Dizdarevic (SV Breitengüßbach, 5), Janis Stielow (MTV Bad Bevensen Lüneburg, 3), Ismet Akpinar (BC Hamburg, 20), Terry Thomas (TSV Breitengüßbach), Jan-Niklas Wimberg (Oldenburger TB, 6), Maximilian Ugrai (Würzburg Baskets, 3), Stefan Ilzhöfer (BSG Ludwigsburg, 2), Robert Zinn (BSG Ludwigsburg), Daniel Mayr (TuS Jena, 6), Niklas Ney (ALBA Berlin, 13).

Die Spiele der U16 männlich von der EM in Tschechien sind alle live als Stream (oder auch im Nachhinein) unter folgendem Link zu verfolgen: http://basketbal-me-u16-2011.tvcom.cz/videa/ 

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