U16-Jungen gewinnen im Herzschlag-Finale!25. August 2014

Was für eine Nervenschlacht! In einem unfassbaren Spiel, in dem Deutschland lange Zeit als der sichere Sieger gegen bärenstarke Italiener aussah, sicherte sich die deutsche Mannschaft den zweiten Sieg der Zwischenrunde und steht damit vorzeitig im Viertelfinale! Am Ende reichte es für das Team von Bundestrainer Harald Stein zum 68:67-Sieg  (23:14, 19:13, 13:22, 13:18). Bester deutscher Scorer war heute abermals Kostja Mushidi (Foto) mit 21 Punkten und elf Rebounds. Morgen trifft die deutsche Mannschaft im abschließenden Zwischenrundenspiel auf Russland (17 Uhr dt. Zeit).

Harald Stein setzte erneut auf die bewährte Starting Five um Isaiah Hartenstein, Moritz Sanders, Bennet Hundt, Kostja Mushidi und Louis Olinde. Auf Italiens frühes 3:0 antwortete Mushidi, der per Korbleger die ersten Punkte für das deutsche Team beisteuerte. Die Italiener behielten aber die Kontrolle in diesen ersten Minute. Auf Pennas Dreier zum 6:2 fand Sanders noch die richtige Antwort, in der Folge zog der Gegner aber durch Oxilia und Moretti auf 11:4 davon. Die Italiener lebten in dieser Phase von ihrer sehr hohen Dreierquote (3/4), während die DBB-Auswahl nach fünf Minuten noch nicht von außen getroffen hatte und mit 9:14 zurücklag. Lars Lagerpusch war für die italienische Mannschaft nun aber nicht zu kontrollieren. Im Alleingang glich er die Partie innerhalb von einer Minute aus (14:14). Hartenstein und erneut Lagerpusch nutzten die Schwächephase des Gegners, um die erste deutsche Führung zu besorgen (18:14, 7. Minute). Dem italienischen Coach blieb nach einem weiteren Ballverlust nur die Auszeit, um sein klar unterlegenes Team gegen die hochüberlegenen Deutschen neu einzustellen. Die Auszeit aber verfehlte ihre Wirkung: Mushidi erhöhte zunächst von der Freiwurflinie und kurze Zeit später per Dreier auf 23:14. Mit diesem Zwischenstand endete das erste Viertel, in dem Deutschland durch eine Feldwurfquote von über 70 Prozent glänzte.

Moretti beendete zu Beginn des zweiten Viertels den 16:0-Run der deutschen Mannschaft. Mayer konterte per Dreier und brachte die DBB-Auswahl erstmals mit zehn Punkten in Front (26:16, 12.Minute). Die Italiener hatten nach wie vor große Probleme mit ihrer Feldwurfquote, so dass die vielen Ballverluste der deutschen Mannschaft (11) noch nicht so stark ins Gewicht fielen. Nach 15 Minuten lagen die ING-DiBa-Korbjäger mit zwölf Punkten vorne (30:18).  Unter den Brettern hatte das deutsche Team klare Vorteile, auch die Rotationsspieler machten ihre Aufgabe wesentlich besser als die Italiener. Dennoch kamen sie in dieser Phase durch deutsche Ballverluste zu weiteren Punkten. Auf der Gegenseite war die DBB-Auswahl aber in Person von Hartenstein und Hundt von der Freiwurflinie erfolgreich (35:22, 18. Minute). Sanders und Lagerpusch erhöhten 60 Sekunden vor der Halbzeitpause jeweils per Dreipunkt-Spiel auf 41:26. Beide Teams waren jeweils noch ein Mal von der Freiwurflinie erfolgreich, ehe es beim Stand von 42:27 für die deutsche Mannschaft in die Kabinen ging. Harald Stein konnte mit dem Spiel seiner Mannschaft sehr zufrieden sein, lediglich die vielen Ballverluste waren ein kleiner Wehrmutstropfen auf eine hervorragende erste Hälfte.

Deutschland: Probleme mit den Ballverlusten
Die Italiener erwischten den etwas besseren Start in die zweite Hälfte und erzielten durch Oxalia und Moretti die ersten fünf Punkte des dritten Viertels. Mushidi und Sanders stellten jedoch kurze Zeit später den alten Abstand beinahe wieder her (46:32, 23. Minute). Auch nach 25 Minuten konnte Italien noch nicht zur Aufholjagd blasen, Deutschland hielt in sämtlichen Belangen dagegen und überzeugte gegen diesen starken und bislang ungeschlagenen Gegner auf ganzer Linie (51:38). Moretti drehte aber nun auf, erzielte die italienischen Punkte, sicherte Defensiv- und Offensiv-Rebounds und gab den Hoffnungen des Gegners neue Nahrung (44:51, 27. Minute). Die deutsche Mannschaft fand in dieser Phase kein Mittel und kam nicht mehr zum Korb. Die einzigen Punkte in dieser Phase erzielten die ING-DiBa-Korbjäger von der Freiwurflinie. Folgerichtig nahm Harald Stein zweieinhalb Minuten vor Ablauf des dritten Viertels eine Auszeit, um das Momentum wieder herumzureißen – zunächst ohne Erfolg. Die Italiener fanden nach einem Korbleger von Bucarelli endgültig zurück in die Partie (49:53). Lagerpusch verbesserte die Ausgangsposition für das Schlussviertel durch seinen Korbleger zum 55:49. Die Ballverluste hatte die deutsche Mannschaft nach wie vor nicht unter Kontrolle, Italien hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 21 Punkte nach deutschen Ballverlusten erzielt, umgekehrt waren es “nur” vier.

Lagerpusch eröffnete den Schlussabschnitt mit seinen Punkten 17 und 18 und führte das deutsche Team zum Achtpunkte-Vorsprung (57:49). Mittlerweile war die italienische Offensive insbesondere in Person von Moretti unter Kontrolle gebracht. Nachdem Italien auch nach drei Minuten in diesem Viertel ohne Punkte waren und Mushidi den Zehnpunkte-Abstand wieder hergestellt hatte, stellte der italienische Coach sein Team nochmal neu ein. Wieder war es Moretti, der kurze Zeit später das Spiel per Dreier wieder etwas offener gestaltete. Viereinhalb Minuten vor Ende des Spiels verkürzte Penna von der Freiwurflinie auf 55:61. Wieder leisteten sich die deutschen Jungen Ballverluste, die aber zunächst von den Italienern nicht dazu genutzt werden konnten, das Spiel auszugleichen.

Dramatische Schlussphase
Mushidi und Moretti lieferten sich nun ein Privatduell, drei Minuten vor dem Ende war der Vorsprung des DBB-Teams auf vier Punkte gesunken (64:60). Mushidi behielt von der Freiwurflinie die Nerven und erhöhte 140 Sekunden vor Schluss per Sprungwurf auf 66:60 – Auszeit Italien. Die Angriffe liefen jetzt nur noch über Moretti bzw. Mushidi. 60 Sekunden vor Schluss lagen die deutschen Korbjäger nach wie vor mit vier Punkten in Führung (66:62). Bucarelli verkürzte auf zwei Punkte, auf der Gegenseite erzielte Hoffmann die wichtigen Punkte auf deutscher Seite.  Vier Sekunden vor dem Ende spitzte sich diese dramatische Partie zu. Deutschland lag mit 68:66 vorne und hatte zwei Freiwürfe. Doch das deutsche Team zeigte Nerven und vergab beide Versuche. Italien hatte nun den vermeintlich letzten Angriff, zog das Foulspiel und ging an die Freiwurflinie. Aber auch Baldasso zeigte Nerven und verwandelte nur einen Freiwurf. Auf der Gegenseite trat erneut das deutsche Team an die Freiwurflinie – wieder erfolglos. Der letzte wilde Schuss der Italiener fand nicht das Ziel!

“Wir haben nervös angefangen, aber schon von Beginn an sehr gut verteidigt. Die Italiener haben alles probiert und natürlich von unseren Ballverlusten profitiert. Das haben wir aber durch die klar gewonnene Reboundstatistik ausgeglichen. Auch von der Freiwurflinie waren wir stark. Später ist Moretti dann natürlich ein bisschen heiß gelaufen. Wir hätten das ein kleines bisschen klarer gestalten können, aber insgesamt war das eine sehr gute Leistung der Mannschaft. Wir stehen jetzt sicher im Viertelfinale, morgen gegen die Russen wollen wir nochmal die Intensität abrufen”, sagte Bundestrainer Harald Stein nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten:
Bennet Hundt (TuS Lichterfelde, 4), Maximilian Mayer (USC Freiburg, 3), Jona Hoffmann (TV 1862 Langen, 6), Isaac Bonga (Post-SV Koblenz), Louis Olinde (BC Hamburg), Noah Kamdem (TSV Tröster Breitengüßbach), Ferdinand Zylka (ALBA Berlin), Kostja Mushidi (Rhöndorfer TV/Team Bonn/Rhöndorf, 21), Alexander Möller (Rhöndorfer TV/Team Bonn/Rhöndorf, dnp), Lars Lagerpusch (SG Braunschweig, 18), Moritz Sanders (TSV Tröster Breitengüßbach, 9), Isaiah Hartenstein (TSV Quakenbrück/Young Dragons, 7).

Spieltermine Deutschland Zwischenrunde (dt. Zeit)
Dienstag, 26. August, 17.00 Uhr: Deutschland – Russland

Alle Infos zur Europameisterschaft gibt es unter diesem Link!

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