U16-EM: Wimbergs 3er macht deutschen Triumph perfekt21. Juli 2012

Großartig! Die deutsche U16-Nationalmanschaft der Jungen hat bei der Europameisterschaft in Litauen und Lettland auch ihr drittes Spiel gewonnen. Nach katastrophalem Start triumphierte das Team von Bundestrainer Harald Stein in Panevezys/Litauen gegen die Gastgeber mit 66:65 (8:21, 25:16, 18:13, 15:15) und hat nun vor der am Montag beginnenden Zwischenrunde allerbeste Ausichten auf das Erreichen des Viertelfinales. Jan-Niklas Wimberg war bester deutscher Korbjäger (18 Punkte). Er erzielte auch den entscheidenden 3er sechs Sekunden vor dem Ende.

Die deutsche Mannschaft stand kaum auf dem Feld, da hatte ihr der Gastgeber schon den Schneid abgekauft. 0:9 aus deutscher Sicht leuchtete es nach vier Minuten von der Anzeigetafel. Übernervös und hektisch agierte das DBB-Team gegen eine litauische Mannschaft, die ganz cool und konzentriert die Fehler der Deutschen ausnutzte. An der 3er-Linie ließ man dem Gegner viel zu viel Platz, den dieser in zahleiche erfolgreiche Distanzwürfe ummünzte. Aber vor allem offensiv lief bei Deutschland anfangs gar nichts zusammen. Viel zu sehr mit dem Kopf durch die Wand wurde agiert, statt gegen die nicht übermäßig druckvolle litauische Verteidigung geduldig bessere Würfe herauszuspielen. So war das 2:15 nach fünf Minuten kein Wunder. Immer hatten die Litauer eine Hand in den unsauberen deutschen Pässen und kamen so zu sechs Ballgewinnen alleine im ersten Spielabschnitt (8:21).

Ein völlig anderes Bild bot sich den Zuschauern im zweiten Viertel. Über bedingungslosen Einsatz (Mahir Agva!, Foto) fand das DBB-Team langsam ins Spiel und konnte jetzt auch im Angriff mit gelungenen Aktionen glänzen. Schon nach 13 Minuten war der Anschluss einigermaßen hergestellt (17:24), aber zwischendurch mussten immer wieder Nadelstiche der Litauer durch deren 3er verkraftet werden. Deutschland trat nun mit einer völlig anderen Körpersprache auf und beeindruckte den Gegner. Jan-Niklas Wimberg, Joschka Ferner und Kevin Casper brachten ihre Mannschaft nach 18 Minuten auf 25:29 heran, Lars Kamp punktete nach Steal an der Freiwurflinie zum 31:34 und Constantin Ebert vollstreckte einen wunderbaren Drive zum 33:34 kurz vor der Pause. Deutschland war beim 33:37 nach 20 Minuten wieder voll im Spiel!

Litauen eröffnete das dritte Viertel mit zwei schnellen 3ern (Nummer 6 und 7) und ging wieder zweistellig in Front (33:43, 22. Min.). Sofort nahm Stein eine Auszeit. Der unermüdlich “wühlende” Agva stoppte den litauischen Lauf, aber wieder schlichen sich unnötige Ballverluste ins deutsche Spiel, die der alles überragende Tatvydas Paliukenas zu einem weitern Distanztreffer nutzte (37:48, 24. Min.). Der anschließende 3er von Ebert gegen die litauische Zonenverteidigung kam zum richtigen Zeitpunkt, ebenso wie Wimbergs Treffer zum 42:48 (26. Min.) und sein 3er kurz später. Die Halle wurde hörbar ruhiger und Deuschland witterte seine Chance. Kamp traf ebenfalls von “downtown” zum 48:50 (28. Min.), Litauen flüchtete sich in eine Auszeit. Nach 30 Minuten hatte Deutschland durch einen 3er von Andrea Obst die Führung erobert.

Es entwickelte sich jetzt ein Kampf auf Biegen und Brechen mit mehreren Führungswechseln. Beide Teams schenkten sich nichts, Kevin Casper musste mit fünf Fouls auf die Bank. Deuschland erlaubte sich zu viele Fouls, und bereits nach 33 Minuten wanderten die Liauer bei jedem deutschen Foul an die Linie (53:56). Die Partie drohte wieder Richtung Litauen zu kippen, als Deutschland vorne die Einzelaktionen übertrieb und man Litauen so stark machte. Der Spielfluss ging verloren, Stein versuchte mit einer Auszeit sechs Minuten vor dem Ende, seine Mannschaft noch einmal neu einzustimmen. Deutschland kämpfte um jeden Zentimeter und Sebastian Schmitt traf zwei Freiwürfe zum 57:58-Anschluss (36. Min.). Offensiv “mühte” man sich jetzt oft vergebens und musste den Gegner wieder etwas ziehen lasse (59:65, 38. Min.). Aber noch gab sich die DBB-Auswahl nicht geschlagen und intensivierte die letzten Kräfte (61:65, Wimberg, 63:65, Schmitt). 48 Sekunden vor dem Ende gab es noch einmal eine Auszeit. Der anschließende Einwurf der Deutschen landete im Aus, Litauen warf kurz später auf den Korb, verfehlte zwei Mal, konnte sich aber jeweils den Offensivrebound und weitere 24 Angriffssekunden sichern. Deutschland schaffte neun Sekunden vor dem Ende einen Ballgewinn, Stein nahm eine Auszeit. Wimberg wurde freigespielt und traf sechs Sekunden vor Schluss einen 3er zur deutschen 66:65-Führung. Jetzt nahm Litauen eine Auszeit, aber deren letzter Wurf verfehlte das Ziel.

“Das war erneut eine konzentrierte Leistung des gesamten Teams. Wir haben uns durch den frühen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen lassen und den Fokus behalten. Die Jungs haben die Vorgaben umgesetzt und immer an sich geglaubt. Am Ende war es ein verdienter Sieg, mit dem wir uns eine gute Ausgangsbasis für die Zwischenrunde geschaffen haben”, freute sich Bundestrainer Harald Stein über den Erfolg.

Für Deutschland spielten:
Sebastian Schmitt (FC Bayern München, 10), Andreas Obst (TSV Breitengüßbach, 5), Constantin Ebert (Würzburg Baskets, 9), Lars Kamp (Paderborn Baskets, 5), Jan Niklas Wimberg (Oldenburger TB, 18), Jonas Grof (Basketball Boele-Kabel), Lennart Okeke (Eintracht Frankfurt, 1), Tim van der Velde (SG Köln 99ers), Kevin Casper (TuS Lichterfelde, 4), Mahir Agva (SV 08 Tübingen, 9), Niklas Kiel (BBG Herford / Paderborn Baskets), Joschka Ferner (TSV Nördlingen, 5).

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