U16-EM: Dämpfer für die DBB-Youngster23. Juli 2012

Die deutsche U16-Nationalmannschaft der Jungen ist bei der Europameisterschaft in Litauen und Lettland unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Nach drei Siegen in der Vorrunde ging die erste Zwischenrundenpartie gegen Polen mit 63:80 (16:15, 14:30, 16:17, 17:18) verloren. Die meisten Punkte für Deutschland erzielte Jan-Niklas Wimberg (14 Punkte). Dennoch ist das Erreichen des Viertelfinales für die DBB-Youngster von Bundestrainer Harald Stein weiterhin möglich. Morgen geht es um 19.30 Uhr gegen Griechenland weiter.

Stein machte zu Beginn keine Experimente und schickte seine bewährte Startformation mit Constantin Ebert, Jan-Niklas Wimberg, Lennart Okeke, Kevin Casper und Joschka Fener aufs Feld. Die Polen, die mit der Hypothek von zwei Niederlagen in die Zwischenrunde eingezogen waren, erwischten den besseren Start gegen ein deutsches Team, dem nach dem spielfreien Tag augenscheinlich der Rhythmus fehlte (4:9, 6. Min.). Da fand sich Topscorer Wimberg mit zwei schnellen Fouls auch schon auf der Bank wieder. Sebastian Schmitt und Lars Kamp sorgten dann aber für den Anschluss (8:9, 7. Min.). Es blieb aber eine Partie, die auf beiden Seiten durch viele Fehlwürfe und Ballverluste bestimmt wurde. Außerdem fand das Spiel größtenteils an der Freiwurflinie statt, da sowohl Deutschland als auch Polen früh die Teamfoulgrenze überschritten hatten. Andreas Obst schaffte mit der Schlusssirene des ersten Viertels die erste deutsche Führung (16:15) und beendete damit einen recht chaotischen Spielabschnitt.

Die DBB-Youngster nutzten die bessere Phase jetzt zu einem kleinen Zwischenspurt, der durch sechs unbeantwortete Punkte von Niklas Kiel bestimmt wurde (22:16, 12. Min.), der im bisherigen Turnierverlauf noch keine Rolle gespielt hatte. Doch es folgten zwei Ballverluste und eine Auszeit von Stein. Kiel war weiter der bestimmende deutsche Korbjäger (26:20, 13. Min.). Doch wer nun erwartet hatte, dass sich die ING-DiBa-Korbjäger weiter absetzen können, der sah sich getäuscht. Polen holte sich mit einem 8:0-Lauf die Führung zurück (26:28, 16. Min.), weil das DBB-Team einige Male unaufmerksam in der Defense agierte. Beim 28:33 rief Stein seine Mannen erneut zusammen, denn die aktuelle Entwicklung der Begegnung konnte ihm nicht zusagen. Das Momentum war nun eindeutig auf der Seite der Polen, die zudem von der hohen Foulbelastung der Deutschen profitierten (28:41, 19. Min.). Beim Gang in die Kabinen sah es nicht gut aus für die deutsche Mannschaft, Polen hatte eine sagenhafte 25:4-Serie hingelegt (30:45). Die DBB-Auswahl hatte dem Gegner zwölf Offensivrebounds gestattet, sich 14 Ballverluste erlaubt und insgesamt zu unkonzentriert und mit zu wenig Biss agiert.

Auch zu Beginn des dritten Viertels fing sich das DBB-Team ein Foul nach dem anderen ein. Auch offensiv wollte weiterhin überhaupt nichts gelingen. Es sah zu diesem Zeitpunkt nach einem rabenschwarzen Tag für Deutschland ohne Happy End aus. Tim van der Velde und Mahir Agva machten mit ihren Punkten etwas Hoffnung (34:47, 24. Min.), aber Polen durfte wieder früh an die Freiwurflinie und zeigte sich von dort treffsicher genug, um den Vorsprung zu halten. Man konnte der deutschen Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie nicht alles versuchte, aber Polen hatte immer die passende Antwort parat (39:55, 26. Min.). Bis zum Ende des Spielabschnitts blieb es bei den vergeblichen Bemühungen der DBB-Akteure, den Rückstand zu verringern (46:62). Deutschland war noch immer ohne erfolgreichen 3-Punkte-Versuch.

Kiel stemmte sich gegen die drohende Niederlage und Wimberg netzte endlich auch einen 3er in den polnischen Korb (51:64, 32. Min.). Eine weitere interessante Statistik zu diesem Zeitpunkt, Polen 10 Blocks, Deutschland 0. Die nicht nachlassenden Ballverluste (23 nach 33 Minuten) verhinderten ein mögliches Comeback der Deutschen oder zumindest eine Resultatsverbesserung, die im weiteren Turnierverlauf noch Bedeutung haben könnte (51:69, 34. Min.). So wurde die Schlusssirene letztlich zur “Erlösung” für die DBB-Auswahl, die an diesem Tag einfach keinen Fuß auf den Boden bekommen hatte.

“Wir haben es zu keiner Zeit geschafft, die Polen ohne Foul zu stoppen und uns zu viele Ballverluste geleistet. Jetzt gilt es, das Spiel möglichst schnell abzuhaken und uns konzentriert  auf das Griechenlandspiel vorzubereiten”, wollte Harald Stein sich gar nicht mehr lange mit dem Spiel gegen Polen beschäftigen.

Für Deutschland spielten:
Sebastian Schmitt (FC Bayern München, 4), Andreas Obst (TSV Breitengüßbach, 6), Constantin Ebert (Würzburg Baskets, 2), Lars Kamp (Paderborn Baskets, 5), Jan Niklas Wimberg (Oldenburger TB, 14), Jonas Grof (Basketball Boele-Kabel), Lennart Okeke (Eintracht Frankfurt, 2), Tim van der Velde (SG Köln 99ers, 2), Kevin Casper (TuS Lichterfelde, 2), Mahir Agva (SV 03 Tübingen, 9), Niklas Kiel (BBG Herford / Paderborn Baskets, 12), Joschka Ferner (TSV Nördlingen, 5).

Weitere Spieltermine in der Zwischenrunde
Dienstag, 24. Juli 2012, 19.30 Uhr: Deutschland – Griechenland
Mittwoch, 25. Juli 2012, 19.30 Uhr: Deutschland – Frankreich

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