U16w: TuS Bad Aibling ist Deutscher Meister 200912. Mai 2009

64:42-Erfolg gegen SV Halle

Man könnte sagen unglaublich, fantastisch, phänomenal oder einfach nur der “Wahnsinn”, was die u16w der TBA Fireballs am vergangenen Samstag in heimischer Halle vor einer Kulisse mit über 600 (!) Zuschauern geleistet und erreicht haben. DEUTSCHER JUGEND-MEISTER 2009 !


Bildunterschrift:
v.l.unten knieend: Michaela Herrmann, Lena Bradaric, Elisa Wiechmann, Jana Genttner, Nathalie Sasjadvolk, Sandra Wimmer, Rahel Kupke
v.l. stehend: u16w-Bundestrainer Rene Spandauw, Coach Stefan Bradaric, Elisabeth Nierle, Franziska Lang, Wanda Guyton (war zu Besuch), Katharina Lang, Marina Stolle, Amelie Illar und Assistant-Coach Philipp Schelhorn


Die FireGirls haben einen langen und erschwerten Weg von Beginn an bis zu diesem grandiosen Erfolg hinter sich gebracht. Als man in der Saison 2006/07 die Vizedeutsche Meisterschaft im Juni 2007 in Halle an der Saale erreicht hatte, dachte man damals, dass dies nicht zu toppen wäre, aber mit konsequenter Arbeit, mit viel Training, Schweiß und Tränen – meist Freudentränen – hat man es geschafft den Traum wahr werden zu lassen. Die FireGirls haben sich in dieser Saison optimal vorbereitet und waren zu jeder Sekunde auf das große Ziel “DM-Titel 2009″ fokussiert. Zu Beginn der Saison 2008/09 gab die Abteilungsleitung der TuS-Sparte Basketball aus, dass man sich voll und ganz auf dieses Ziel konzentriert. Da ein großer Teil der Mädchen mit Jahrgang 1993/94 schon in der Oberliga-Damenmannschaft eingesetzt wurde, wäre man mit dem Klassenerhalt zufrieden gewesen. Durch die hervorragende Arbeit des Trainergespanns Rita Quinz/ Alex Westphal schoss man aber weit über das Ziel hinaus. Die Damen 1 wurde Oberliga-Meister und durften den Regionalliga-Aufstieg (3. höchste Spielklasse Deutschlands) feiern. Durch diese wertvollen Erfahrungswerte im Seniorenbereich (knappe Spiele, Spielhärte und Aggressivität), konnten sich die Mädchen festigten. Dies war einer der Grundsteine des endgültigen Erfolgs. Ein weiteres “Patentrezept” der Fireballs war die konsequente Jugendförderung in den letzten Jahren und v.a. der letzten Monate. Ein bis zwei Individual-Trainings in der Woche, in denen Techniken, Koordination und Athletik vermittelt wurden, halfen den Mädchen sich auf diesem hohen Niveau zu behaupten. Hier agierte v.a. Milos Kandzic als Trainer und Motivator. Es muss immer wieder angeführt werden, dass die TBA-Mädchen sich mit Basketball-Internats-Spielerinnen,  Bundesliga-Vereins-Nachwuchs, der von hauptamtlichen Trainern betreut und trainiert wird, messen musste. Umso mehr ist die ehrenamtliche Arbeit der TuS Basketball-Abteilung zu werten. Ohne die Unterstützung des TuS-Vorstandes, der Schulen (hier v.a. dem Gymnasium Bad Aibling), der Liegenschaftsverwaltung des Landratsamts Rosenheim, der Stadt Bad Aibling, den Verbänden, der vielen Betreuer und ehrenamtlichen Helfer (v.a. dem Organisations-Team und Alex Westphal, 2. Abteilungsleiter) wäre dies nicht möglich gewesen. Einen großen Beitrag haben aber bei der Deutschen Meisterschaft in Bad Aibling die Fans geleistet. Die Atmosphäre war Gänsehaut-Faktor pur! Von der ersten Sekunde des Sprungballs bis zum ertönen der Schlusssirene waren die Fireballs-Zuschauer wirklich Feuer und Flamme. Die Begeisterung infizierte die Spielerinnen und Coaches Stefan Bradaric/ Philipp Schelhorn und spornte bis zu den Haarspitzen an, alles bis zum Ende geben zu wollen.

Die letzte Vorbereitungsphase auf das große Event erfolgte vor knapp 2 Wochen, hier wurde ein Trainings- und Vorbereitungsplan entwickelt, der es ermöglichen sollte, dass die Mädchen auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit stehen würden. Jeden Tag ein bis 2 Trainings, Ernährungsplan und 2 Tage vor dem Halbfinale keinen Kontakt nach außen. D.h. Handy-Verbot und Übernachtung im Hotel Johannisbad in Bad Aibling. Man wollte sich absolut auf das wichtige erste Spiel konzentrieren und hier jegliche Ablenkungsmöglichkeit vermeiden.

Die vier besten weiblichen Jugendmannschaften Deutschlands trafen sich zur Endrunde der Deutschen Meisterschaften des DBBs am ersten Maiwochenende in Bad Aibling. Die Teams aus Bad Aibling, Langen (Hessen), Hagen (Nordrhein Westfalen) und Halle an der Saale (Sachsen Anhalt), waren trotz der teilweise langen Anreise topfit zum Halbfinale angetreten. Hier setzten sich die Teams aus Bad Aibling und Halle durch. Bad Aibling gewann gegen den TSV Hagen mit 61:50. Nervös und unkonzentriert ging man in die Partie. Obwohl man gleich nach dem 1. Viertel mit 14:6 führte gelang auf Seiten der Kurstädterinnen nicht viel. V.a. Sandra Wimmer und Jana Genttner erwischten nicht den besten Tag. Dafür sprangen andere Spielerinnen in die Presche. Michaela Herrmann hatte in einigen Situationen zwar auch Probleme; immerhin musste sie sich gegen die Nationalspielerin Froese durchsetzen, konnte sich aber immer wieder behaupten und Akzente setzen. Die Lang-Zwillinge erzielten zusammen 25 wichtige Punkte und Lena Bradaric tat mit 21 Punkten in der Offense, dass was sie  in Normalform im Stande zu leisten scheint. Die Partie war vor knapp 500 Zuschauern durch großen Kampfgeist auf beiden Seiten geprägt. Den Aiblingerinnen gelang es aber nicht sich entscheidend abzusetzen und so stand es dann nach Spielabschnitt nur 41:36. Man musste befürchten, dass das ersehnte Finale Aibling gegen Halle nicht zustande kommt. Doch wie so oft in dieser Saison schalteten die Sparkassen-Mädels ihren Turbo ein, zeigten ihre enorme mentale Stärke und gewannen am Ende doch noch mit 11 Punkten Abstand souverän. Zum Showdown kam es 1 Tag später. Die Mädchen wurden am Freitagabend nach ausgiebigen Essen noch einmal vom Coach Stefan Bradaric gebrieft. Die Nationalspielerinnen Hebbecker und Heise musste man in den Griff bekommen und auch die vielen Systeme wurden analysiert und entsprechende Gegenmittel gefunden. Hoch motiviert und locker kam man in der Aiblinger Gymnasium-Halle an, beobachtete noch den Rest der Partie um Platz 3 von Hagen und Langen (56:36) und bereitete sich auf das Highlight vor. Die Coaches mussten den FireGirls in der letzten Teambesprechung der Saison nicht viel erzählen. “It ain´t over till it´s over” war das Motto; d.h. “es ist nicht vorbei bis es vorbei ist” und unter dem Titelsong von Rocky stand man Hand in Hand im Kreis und schwor sich gemeinschaftlich ein. Unter den Augen der Stadtoberhäupter 1. Bürgermeister Felix Schwaller, 2. Bürgermeisterin Heidi Benda und 3. Bürgermeister Otto Steffl und dem Sportreferenten Hr. Kühnel liefen die Teams ein.

Der Nachwuchs des TuS Bad Aibling stand Spalier und durfte den Spielerinnen Rosen überreichen. Die Nationalhymne wurde gespielt und unter Gänsehaut-Feeling wurde das Endspiel der Deutsche Meisterschaft offiziell begonnen. Im ersten Viertel des Spiels gingen die Fireballs gleich ab wie die Feuerwehr und führten nach 10 Minuten mit 18:8. Halle zeigte aber, dass sie zu Recht im Finale standen und arbeiteten sich Punkt für Punkt heran. Gleich zu Beginn des 2. Viertels musste mit einem Nasenbeinbruch Katharina Lang das Spiel verletzungsbedingt verlassen. Auch ihre Schwester Franziska bekam im 2. Viertel einen Schlag mit dem Ellenbogen einer Hallenserin auf die Unterlippe und musste erst einmal blutend ausgewechselt werden. Nun musste man befürchten, dass ohne die Twin-Towers kein Ankommen gegen die körperlich überlegenen Spielerinnen von der Saale kein Kraut mehr gewachsen war. Aber Marina Stolle konnte hier gut kompensieren.  Herausragende Akteurinnen auf Aiblinger Seite waren Elisa Wiechmann, die die Topscorerin Hebbecker nahezu ausschalten konnte, Sandra Wimmer, die das Spiel ihres Lebens spielte (18 Punkte, Monsterblock, Defense und Einsatz pur) und Lena Bradaric, die souverän mit Übersicht das Spiel leitete und nebenbei noch Topscorerin der Partie war (22). Nach 30 Minuten lagen die Hallenserinnen gerade mit einem winzigen Pünktchen zurück; das Spiel drohte aus Aiblinger Sicht zu kippen. Was dann aber passierte war unglaublich und riss auch so manche, die nicht regelmäßig Basketball schauen, von den Stühlen. Mit einer tollen Energieleistung überrollten die Mädels der Coaches Stefan Bradaric/Philipp Schelhorn den Gegner förmlich. Das letzte Viertel wurden mit 27:6 (!) gewonnen. Alle Spielerinnen auf Aiblinger Seite konnten überzeugen. Nathalie Sasjadvolk, die entscheidende Punkte erzielte (u.a. 2 von 2 Freiwürfen) und Rahel Kupke. Jana Genttner muss auch hier genannt werden, da sie nach Verletzungspause und Krankheit noch nicht 100% fit war, aber dennoch ihr Bestes gab und einen sehr entscheidenden Beitrag zum Gewinn der MS mit bei trug. Auch Amelie Illar und Elisabeth Nierle, die zwar nicht zum Einsatz kamen, haben zum Teamerfolg beigetragen. Am Ende war die Freude riesengroß, als die restlos begeisterten Zuschauer den Deutschen Meister, den TuS Bad Aibling Fireballs feiern konnten. Der lang gehegte Traum ist dieses Jahr wahr geworden: Die u16-Mädels der Fireballs besiegten in einem dramatischen Finale den SV Halle mit 64:42. Aus den Händen von DBB-Bundestrainer René Spandauw nahmen das Team um Kapitän Ellie Wiechmann die Goldmedaillen entgegen, 600 Fans applaudierten begeistert.

Anzumerken sei noch, dass nach einer 35-jährigen (!) Durststrecke erstmals wieder ein Verein aus Oberbayern die Deutsche Meisterschaft gewonnen hat. 1974 war es als der DJK Sportbund München (C-Jugend männlich) und der FC Bayern München (A-Jugend weiblich) zuletzt den Deutschen Meistertitel nach Oberbayern geholt haben. Der deutsche Meister 2009 heißt TUS BAD AIBLING FIREBALLS!!!

Es spielten mit Punkteverteilung in Klammern der Halbfinalpartie und Finalpartie: Bradaric Lena (21/22), Genttner Jana (2/2), Herrmann Michaela (2/-), Illar Amelie (-/-), Kupke Rahel (-/-), Lang Franziska (12/8), Lang Katharina (13/6), Nierle Elisabeth (-/-), Sasjadvolk Nathalie (2/6), Stolle Marina (-/2), Wiechmann Elisa (5/-), Wimmer Sandra (4/18).

Text: Stefan Bradaric

Weitere News

25. März 2017

Manfred Ströher: Herzlichen Glückwunsch zum 80.!

Über 50 Jahre zum Wohle des Basketballs

StroeherManfredKopf2016-500

24. März 2017

Hermann Paar ist neuer Damen-Bundestrainer

Headcoach der Saarlouis Royals bringt viel Erfahrung mit

ParrHermann-500

24. März 2017

Hier schauen wir in die Röhre

Basketball mit deutscher Beteiligung im TV

Basketball-im-TV

DBB auf Flickr

Bitte anklicken, um die Slideshow zu öffnen.