U16-Mädchen: Niederlande bei der EM zu stark12. Juli 2012

Ein Aufsteiger ist immer auch ein Außenseiter. So auch die deutsche U16-Nationalmannschaft der Mädchen bei der heute eröffneten Europameisterschaft in Ungarn. Gegen die favorisierten Niederländerinnen konnte das Team von Bundestrainerin Alex Maerz diese oft gerne angenommene Rolle nicht erfüllen und unterlag mit 38:64 (9:19, 12:16, 10:9, 7:20). Emma Stach (Foto) war Deutschlands erfolgreichste Punktesammlerin (17).

Mit hoher Intensität und vielen Inside-Aktionen startete die Niederlande in die Partie, wollte die auf diesem Niveau unerfahrenen und körperlich unterlegenen ING-DiBa-Korbjägerinnen offenbar von Beginn an beeindrucken. Hauteng wurde vor allem Emma Stach bewacht, die anfangs keine Aktionen setzen konnte (4:8, 3. Min.). Ihre ersten Punkte sammelte sie dann an der Freiwurflinie, Deutschland hatte den Kampf angenommen und schien sich so langsam wohl auf dem Parkett zu fühlen, bei den Rebounds blie die Unterlegenheit allerdings deutlich. Die Niederlande verzeichnete enorm viele Fehlwürfe, hatte aber wegen der vielen Offensivrebounds nach sieben Minuten bereits neun Wurfversuche mehr zu verzeichnen als Deutschland (6:10). Der Stach-3er zum 9:10 war Balsam für die deutsche Mannschaft (8. Min.), die bis dahin voll im Spiel war. Doch die folgenden Punkte erzielte allesamt der Nachbar, der sich nach dem ersten Spielabschnitt deutlich abgesetzt hatte (9:19). Zehn Offensivrebounds der Niederlande waren einfach viel zu viel.

Deutschland, das immer eine Spur zu wenig aggressiv agierte und daduch häufig den viel zitierten Schritt zu spät kam, erzielte erst zum 11:23 durch Patricia Broßmann wieder Punkte, als zwölf Minuten gespielt waren. Der Gegner dominierte nun eindeutig trotz einer Wurfquote von phasenweise weniger als 30 Prozent. Das DBB-Team versuchte sich zu sortieren und ein Mittel gegen die starken Niederländerinnen zu finden. An den Brettern wurde auch gegen die 190cm-Centerin der Niederlande, Emese Hof,  jetzt besser gearbeitet, sodass sich das zuvor desaströse Reboundverhältnis deutlich besserte (14:18). Es fehlten jedoch einfach die Punkte, die die DBB-Auswahl näher an den Gegner heran gebracht hätten (13:25, 15. Min.). Lena Wenke musste mit drei Fouls auf die Bank, der Druck der gegnerischen Defense zwang Deuschland zu Ballverlusten. Es passierte nur wenig in dieser Phase der Partie, die vom Favoriten problemlos kontrolliert wurde (15:29, 17. Min.). Beim Gang in die Kabinen sah alles nach einem ungefährdeten Erfolg des Team Oranje aus (21:35), auch Broßmann hatte da bereits drei Fouls auf ihrem Konto.

Der niederländische Korb blieb auch anfangs des dritten Viertels wie vernagelt fürdas DBB-Team. Da auch der Gegner nicht traf, änderte sich am Score kaum etwas (24:35, 24. Min.). Wenke musste ihr viertes Foul hinnehmen, aber Nele Aha machte mit ihrem 3er zum 27:38 (26. Min.) wieder Hoffnung. Doch nur kurz später versammelte Maerz ihr Team, um noch einmal alles herauszuholen (27:42, 28. Min.). Doch was die DBB-Mädchen auch versuchten, der Ball wollte nicht in den niederländischen Korb, die deutsche Wurfquote bewegte sich nur noch knapp über der 20-Prozent-Marke. So hatte man nicht den Eindruck, dass die auch keinesfalls überragende Niederlande diese Begegnung noch aus der Hand geben könnte. Immerhin aber gewann die deutsche Mannschaft das dritte Viertel mit 10:9 (31:44).

Nach 32 Minuten war beim 31:48 eine Vorentscheidung gefallen. Es gelang Deutschland nicht mehr, einen Fuß in das Spiel zu bekommen. So konnte der Gegner seinen Vorsprung bis zur Schlusssirene noch deutlich ausbauen. Die DBB-Mädchen müssen nun mit der Erfahrung vom heutigen Spiel versuchen, es Morgen gegen Italien besser zu machen. “Das war ein völlig verpenntes erstes Viertel. Nur Emma Stach und Patricia Broßmann waren für dieses Spiel bereit und haben die Erwartungen erfüllt. Beim Rest hat heute das internationale Niveau gefehlt, er war überfordert mit der Intensität. Das war eine vertane Chance, denn es war nicht unmöglich. Jetzt müssen wir schauen, wie stark Italien ist, das wird unser ´do or die´-Spiel”, nahm Maerz nach Spielende kein Blatt vor den Mund.

Für Deutschland spielten:
Marija Krstanovic (BG Zahlendorf, 3), Alexandra Wilke (Chemcats Chemnitz), Nele Aha (ASC 46 Göttingen, 5), Jennifer Crowder (BG Göttingen), Lena Wenke (BG Göttingen, 3), Paulina Körner (SG Köln 99ers / Rhein Girls Baskets), Maj vom Hofe (ASC Göttingen), Nadjeschda Ilmberger (DJK Bamberg), Patricia Broßmann (BG Zehlendorf, 10/9 Rebounds), Lisa Janko (TV Langen), Emma Stach (BG 89 Rotenburg / Scheeßel, 17), Cyntia Homburger (MTV 1879 München).

Die weiteren EM-Spiele der Vorrunde
Freitag, 13. Juli 2012, 16.00 Uhr: Deutschland – Italien
Samstag, 13.45 Uhr, 13.45 Uhr: Deutschland – Spanien

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