U16-Mädchen: Bittere Niederlage gegen Litauen31. Juli 2009

Spandauw-Team verliert trotz starker erster Halbzeit – Deutschland ab Montag in der Abstiegsrunde
Die U16-Mädchen des Deutschen Basketball Bundes haben ihr zweites Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft in Neapel / Italien mit denkbar knapp mit 65:68 (24:19, 20:13, 6:13, 15:23) verloren. Die Mannschaft von Bundestrainer René Spandauw spielte eine starke erste Halbzeit, brach aber nach dem Seitenwechsel ein und musste in der Schlussphase die bittere Niederlage hinnehmen. Auf Grund der Gruppenkonstellation steht bereits jetzt fest, dass Deutschland ab Montag in der Abstiegsrunde antreten muss. Morgen treffen die DBB-Mädchen zum Abschluss der Vorrunde auf die Mannschaft aus Frankreich, die heute Nachmittag Polen mit 96:39 deklassierte.

Unbeeindruckt von der Auftaktpleite gegen Polen begann die Mannschaft von Bundestrainer René Spandauw ihr zweites Vorrundenspiel mit viel Elan und führte nach schnellen Punkten von Sophie Eder mit 6:0 (3. Min.). Litauens Nachwuchs-Auswahl, die am Vortag eine deftige 52:72-Niederlage gegen die Französinnen einstecken musste, fing sich Mitte des ersten Spielabschnitts wieder, so dass die Begegnung nach sechs Spielminuten ausgeglichen war (15:15). Die ING-DiBa-Korbjägerinnen waren stets die tonangebende Mannschaft und hatten in Sophie Eder (Foto FIBA Europe) die agilste Spielerin, die nach Drei-Punkt-Spiel auf 20:15 für Deutschland erhöhte. Nach den ersten zehn Minuten lag die deutsche Auswahl mit 24:19 in Front.

Auch im zweiten Viertel waren es die deutschen Akteurinnen, die Akzente setzen konnten: Carolin Christen und Carla Bellscheidt trafen zum 28:19 – der bis dato höchsten Führung im Spiel. Das DBB-Team zeigte sich deutlich verbessert in den Wurfquoten (11 von 20 aus der Zwei-Punkte-Zone) und konnte den Vorsprung somit sukzessive ausbauen. Neben Eder trugen sich acht weitere Spielerinnen in die Punktestatistik ein, während in der litauischen Mannschaft lediglich die Starting Five punkten konnte. So waren es dann auch Laure Hebecker und Caroline von der Velde, die mit ihren ersten Punkten für die zweistellige deutsche Führung sorgten (36:24, 15. Min.). Einzig die hohe Foulbelastung (nach fünf Minuten bereits sieben Mannschaftsfouls) konnte man der Mannschaft von René Spandauw zum Vorwurf machen. Da Litauen aber unterdurchschnittlich von der Freiwurflinie traf und die DBB-Mädchen ihr souveränes Spiel fortsetzten, führte Deutschland zur Halbzeit deutlich (44:32).

Litauen startete mit acht unbeantworteten Punkten in die zweite Halbzeit und setzte das nun verunsichert wirkende deutsche Team unter Druck. Um seine Mannschaft auf die Zonen-Verteidigung Litauens einzustellen, nahm Spandauw eine Auszeit. Doch auch danach funktionierte im deutschen Angriff wenig: Die DBB-Mädchen kamen erst in der 26. Minute wieder zu Punkten, als Bellscheidt von der Freiwurflinie zum 46:43 traf. Die zwischenzeitliche Souveränität, aber auch den Zehn-Punkte-Vorsprung, der Deutschland bereits heute den Einzug in die Zwischenrunde hätte sichern können, war zunächst dahin. Auch im weiteren Verlauf gelang den U16-Mädchen kein Feldkorb, da aber Bellscheidt und von der Velde noch einmal an die Freiwurflinie kamen, führte Deutschland vor den letzten zehn Minuten mit 50:45.

Sophie Eder eröffnete für das DBB-Team das Schlussviertel mit einem erlösenden Dreipunktewurf, doch die Freude über die wiedergefundene Treffsicherheit dauerte nicht lange an. Litauen wurde nun immer stärker und eroberte in der 34. Spielminute erstmals die Führung (53:54 aus deutscher Sicht). Eder konnte für Deutschland direkt dagegenhalten – doch das Spiel war nun völlig offen und das Momentum schien zu Gunsten der litauischen Mannschaft gekippt zu sein. Die ING-DiBa-Korbjägerinnen zeigten in dieser Phase jedoch ihre Nervenstärke: Katharina Müller traf einen wichtigen Drei-Punkte-Wurf und Eder untermauerte mit fünf Punkten in Folge, wie wichtig sie für die deutsche Mannschaft ist (63:58, 36. Min.). Das erneute Verkürzen der Litauerinnen versprach eine spannende Schlussphase (65:64). Deutschland brachte die schwerere Hypothek in die entscheidenden Minuten, da die Mannschaftsfoulgrenze bereits erreicht war. Folglich kam Litauen zu den spielentscheidenden Freiwürfen, die Zilinskalte zum 68:65-Endstand traf. Sophie Eder wurde mit der Schlusssirene beim Drei-Punkte-Wurf gefoult, vergab jedoch die Freiwürfe zur möglichen Verlängerung.

Bundestrainer Renè Spandauw hob die positiven Aspekte der Begegnung hervor: „Heute haben wir gegen eine sehr starke Mannschaft gezeigt, was wir können. Ich bin stolz auf die heutige Leistung meiner Mannschaft, die toll gekämpft hat und mit dieser Leistung Polen sicher geschlagen hätte. Die Partie morgen gegen Frankreich werden wir ruhig angehen und uns in den kommenden Tagen intensiv auf die Abstiegsrunde vorbereiten, in die wir nach der heutigen Leistung aber mit viel Selbstbewusstsein gehen können.“

Morgen (20.15 Uhr) muss die deutsche Mannschaft im letzten Vorrundenspiel gegen die Auswahl Frankreichs antreten, die bisher überragende Leistungen gezeigt hat. Die Partie ändert aber nichts mehr an der Konstellation in der Gruppe, da Frankreich mit deutlichem Abstand Gruppenerster ist und Deutschland den letzten Platz auch bei einem Sieg nicht mehr verlassen wird.

Für Deutschland spielten:

Levke Brodersen (SC Rist Wedel, 2), Lena Bradaric (TuS Bad Aibling, 6), Lara Froese (TSV Hagen 1860), Katharina Müller (SG Köln 99ers, 5), Kristin Annawald (UTG Almozara/ Zaragoza, 2), Carolin Christen (TSV Grünberg, 4), Aline Stiller (SG Weiterstadt, 8), Caroline van der Velde (SG Köln 99ers, 3), Laura Hebecker (SV Halle, 3), Carla Bellscheidt (ETB SW Essen, 9), Joana Meyer (TV Saarlouis), Sophie Eder (TSV Nördlingen, 23).

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