Interview mit Bundestrainer Michael Schwarz23. August 2005

“Ich denke, das haben die Jungs sehr ordentlich gemacht”

Viel Schelte musste die Nachwuchsarbeit des DBB in den letzten Jahren über sich ergehen lassen. Skepsis und Pessimismus reichten sich die Hand, wenn man über die Zukunft des deutschen Basketballs sprach. Doch neben den überwiegend gelungenen Auftritten der Jugendnationalmannschaften bei den jeweiligen Europameisterschaften, ist es vor allem die männliche A2-Nationalmannschaft, die sich in diesem Sommer in einer hervorragenden Verfassung präsentierte.

Am Montag kehrte das sog. „Perspektivteam“ von der erfolgreich absolvierten Universiade aus der Türkei zurück. Bundestrainer Michael Schwarz (Foto) zeigte sich hocherfreut über den beachtlichen 5. Platz seiner Schützlinge, und man höre und staune: Die Weltspitze scheint nicht mehr ganz so weit entfernt, wie man noch vor kurzem geglaubt hatte.

Sind Sie zufrieden mit dem Turnierverlauf?

Schwarz: Ja, natürlich. Es lief insgesamt sehr gut. Wenn man sieben von neun Spielen gewinnt, kann man nur zufrieden sein. Vor allem, wenn man bedenkt, dass unsere Vorbereitung nicht ganz optimal verlaufen ist. Wichtig war, dass sich unsere jungen Spieler bei einem gut besetzten internationalen Turnier beweisen konnten. Und ich denke, das haben die Jungs sehr ordentlich gemacht.

Sind Sie nicht ein wenig wehmütig, dass Sie nicht das Halbfinale erreicht haben und sich im Viertelfinale kapp der Ukraine geschlagen geben mussten?

Schwarz: Natürlich wären wir sehr gerne weitergekommen. Keine Frage. Aber man muss bedenken, dass sowohl die Ukraine als auch die USA bei diesem Turnier wirklich absolute Spitzenmannschaften gestellt haben. Dass wir im Viertelfinale über weite Strecken mithalten konnten, zeugt von einem sehr guten Leistungsstand. Auch die Mannschaft der Amerikaner war sehr viel stärker besetzt als beim Basketball Nationencup in Münster.

Hat sich in Ihren Augen irgendjemand besonders hervorgetan?

Schwarz: Natürlich haben unsere Aufbauspieler Johannes Strasser und Gordon Geib einen hervorragenden Job auf der Aufbauposition gemacht. Auch Johannes Herber auf dem Flügel hat überzeugt. Aber insgesamt war es vor allem eine beeindruckende Teamleistung, bei der sich die Jungs immer wieder gegenseitig angefeuert und unterstützt haben. Die Leistung hat sich in diesem Fall wirklich auf mehrere Schultern verteilt. Das sieht man schon daran, dass pro Spiel fast immer zehn/elf Spieler zum Einsatz kamen.

Wie groß ist denn der Abstand zu diesen Spitzenteams noch?

Schwarz: Im Umfeld der Universiade wurde mir immer wieder bestätigt, was für eine gut eingespielte Mannschaft wir hätten und dass es auch verdient gewesen wäre ins Finale einzuziehen. Ich denke, dass letztendendes der 5. Platz für sich spricht. Wir sind schon oben dabei!

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