Zwischenrunde startet für das DBB-Team am Samstag6. September 2007

Frankreich, Slowenien und Italien als Stolpersteine auf dem Weg ins EM-Viertelfinale

Nachdem Deutschland als Zweiter der Gruppe C in die Zwischenrunde einzieht, trifft die DBB-Auswahl nach zwei spielfreien Tagen am Samstag um 16.30 Uhr in Madrid auf Gegner Frankreich. Das zweite Zwischenrundenspiel wird am Montag gegen Slowenien ausgetragen. Am Mittwoch wird die Mannschaft um Nationaltrainer Dirk Bauermann in ihrer letzten Begegnung der Zwischenrundengruppe F gegen das italienische Team spielen. Um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren, muss das DBB-Team unter den sechs Mannschaften mindestens den vierten Platz erreichen.


Frankreich: Reicht ein Spieler, um eine Meisterschaft zu gewinnen?
 

Frankreich, ebenfalls Zweiter in seiner Gruppe D, unterlag lediglich dem Gruppensieger Slowenien mit nur einem Punkt (66:67). Gegen Gruppenverlierer Polen setzte sich das Team von Claude Bergeaud mit 74:66 durch. Zudem bezwang die französische Auswahl Italien mit 69:62-Punkten.

Die bisherigen Spiele zeigten deutlich, dass NBA-Star Tony Parker (Foto: FIBA Europe), ähnlich wie Topspieler Nowitzki im deutschen Team, eine bedeutende Führungsrolle einnimmt. Wie kein anderer in seinem Team glänzte Parker in den bisherigen EM-Vorrundenspielen jedes Mal als Topscorer. Der wendige Aufbauspieler der San Antonio Spurs wurde dieses Jahr im Rahmen des Meisterschaftssieges zum MVP des NBA-Finales geehrt. Neben ihm befinden sich jedoch drei weitere Spieler aus der amerikanischen Profiliga in der französischen Nationalmannschaft: Boris Diaw (Phoenix Suns), Yakhouba Diawara (Denver Nuggets) und Ronny Turiaf (Los Angeles Lakers). Vor allem die Centerqualitäten von Turiaf und der wieder genesene Florent Pietrus (UNICAJA Malaga/ESP) könnten den Deutschen zu schaffen machen. Headcoach Claude Bergeaud verlangt von seinen athletischen Spielern eine kollektive Leistung, bei der die Verantwortung aufgeteilt wird und nicht allein auf den Schultern von Tony Parkers liegt. „ Ein Spieler kann keine Meisterschaft gewinnen“, stimmt NBA-Profi Tony Parker zu.

Neben ihm zeigten sich bisher bei der EM mehrere Spieler als Verantwortungsträger, die sich je nach Tagesform und Spielphase als gefährlich entpuppen. Im ersten Spiel gegen Polen schafften es sogar vier Spieler zweistellig zu punkten, womit Frankreich als eine tief besetzte Mannschaft bezeichnet werden kann, die jedoch teilweise Probleme hat, eine konstante Leistung aufrecht zu halten. Im Spiel gegen Italien ließen sie die Italiener in der Endphase gefährlich nah kommen.

Letztmalig traf Deutschland bei der WM 2006 in Saitama bei einem Platzierungsspiel um die Plätze 5-8 auf Frankreich und unterlag mit 73:75 Punkten. Frankreich erkämpfte sich bei der WM letztes Jahr schließlich Platz 5 . Im Jahr zuvor holte sich die französische Nationalmannschaft bei der EM in Serbien-Montenegro Bronze.

Slowenien: Wenn aus der Not eine Tugend wird

Die Slowenen zählen bisher zu den Überraschungen der EM. Zwei knappe Siege gegen Frankreich (67:66) und Italien (69:68) sowie ein klarer 70:52-Erfolg gegen Polen lassen das Team ungeschlagen in die Zwischenrunde einziehen. Dabei erwiesen sich vor allem die Begegnung gegen die Italiener zum Auftakt und das letzte Spiel gegen die Franzosen als Nervenpartie. Während Italien in der Schlusssekunde durch einen Dreier von Jaka Lakovic bezwungen wurde, holte die Mannschaft gegen Frankreich einen Rückstand von 15 Punkten auf. „Ich bin sehr stolz auf meine Mitspieler. Sie haben Charakter bewiesen und sind einheitlich aufgetreten“, so Center Radoslav Nesterovic nach dem Spiel.

Zwar gehört Slowenien nominell seit Jahren zu den talentiertesten Mannschaften Europas, doch der große Erfolg blieb bisher aus. Mit dem 6. Platz bei der EM 2005 schaffte die Auswahl von Trainer Ales Pipan die WM-Qualifikation, kam jedoch in Japan nicht über das Achtelfinale hinaus. Nachdem diesen Sommer neun Spieler absagten, darunter prominente Namen wie Beno Udrih (San Antonio Spurs), Sasa Vujacic (Los Angeles Lakers), Primoz Brezec (Charlotte Bobcats), Bostjan Nachbar (New Jersey Nets) und Sani Becirovic (Panathinaikos Athen/GRE), wurden dem Team nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Das Fehlen der großen Stars hat sich im bisherigen Turnierverlauf nicht negativ ausgewirkt. Im Gegenteil. Die Slowenen präsentieren sich als geschlossene Mannschaft, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Vier Spieler erzielten in der Vorrunde mindestens neun Punkte pro Spiel. Topscorer mit durchschnittlich 13,3 Zählern ist dabei Matjaz Smodis (CSKA Moskau/RUS). Unterstützt wird er vom routinierten Nesterovic (Toronto Raptors), der seit 2000 in der NBA aktiv ist. Der 2,14 m große Center verbuchte in den ersten drei Partien im Schnitt 9,7 Punkte und 7,3 Rebounds. Jaka Lakovic (FC Barcelona/ESP) zählt zu den besten Guards Europas. Nach den Absagen von Becirovic und Udrih trägt der 1,76 m große Lakovic die Hauptlast im Aufbauspiel der Slowenen.

Die DBB-Auswahl hat bis heute neun Partien gegen Slowenien bestritten. Dabei sprangen drei Siege bei sechs Niederlagen heraus. An das letzte Aufeinandertreffen werden sich die Deutschen jedoch gerne erinnern. Bei der EM 2005 gewann das Team von Dirk Bauermann im Viertelfinale mit 76:62 und ebnete so den Weg zur Silbermedaille.

Italien: Youngsters Bargnani und Belinelli gilt es zu stoppen

Den letzten Gegner der Zwischenrunde der Gruppe F ist den Deutschen noch ein guter Begriff. Beim Supercup in Bamberg (24.-26.08.07) verlor die DBB-Auswahl im letzten Turnierspiel mit 60:69 gegen die Italiener. Die italienische Nationalmannschaft hat in der Vorrunde noch nicht ihre Form gefunden und belegte mit zwei Niederlagen gegen Slowenien (68:69) und Frankreich (62:69) Platz 3 in der Vorrundengruppe D. Das Team um Headcoach Carlo Recalcati besiegte Polen mit 79:70 und sicherte sich damit den Platz in der Zwischenrunde.

Der 21-jährige Shooting-Guard Marco Belinelli (Foto: FIBA Europe, Golden State Warriors) ist ein gefährlicher Schütze aus dem Feld (52,9% Zweier) und ist Topscorer (14 Punkte im Durchschnitt) seines Teams. Center Andrea Bargnani (Toronto Raptors) hatte bereits beim Supercupspiel einen starken Auftritt gegen die Deutschen gehabt und setze auch in der EM-Vorrunde bei den Spielen gegen Frankreich und Polen große Akzente. Mit den weiteren Topspielern wie Massimo Bulleri (Armani Jeans Milano) und Gianluca Basile (FC Barcelona/ESP) überzeugt Italien vor allem durch seinen Teamgeist und sein temporeiches Spiel. Mit der kürzlichen Niederlage im Hinterkopf werden die Deutschen sicherlich ein passendes Rezept gefunden haben, um die starken Distanzschützen und Center Bargnani in den Griff zu bekommen.

Bei 57 Länderspielen gegen Italien sprangen für die deutsche Mannschaft bisher nur acht Siege heraus. Den letzten großen Erfolg feierte die italienische Auswahl 2004 in Athen mit dem Olympia-Silber. Von einer erneuten Olympiaqualifikation erlaubt sich Italien auch dieses Jahr zu träumen, muss sich aber dafür im weiteren Turnierverlauf deutlich steigern. Der Sieg gegen Polen hat viel Druck von den Italienern genommen, auch wenn sie ohne Punkte in die Zwischenrunde einziehen. „Wir reisen nun mit einer anderen Mentalität nach Madrid, da wir wissen, was wir an unserem Spiel verbessern müssen“, so Forward Angelo Gigli.

Zwischenrunde, Gruppe F, Madrid:

Samstag, 8. September 2007
16.30 h: Frankreich – Deutschland (live im DSF)
19.00 h: Italien – Litauen
21.30 h: Türkei – Slowenien

Montag, 10. September 2007:
16.30 h: Italien – Türkei
19.00 h: Litauen – Frankreich
21.30 h: Deutschland – Slowenien (live im DSF)

Mittwoch, 12. September 2007:
16.30 h: Deutschland – Italien (live im DSF)
19.00 h: Frankreich – Türkei
21.30 h: Slowenien – Litauen

Alle weiteren Informationen zur Europameisterschaft finden Sie auf der offiziellen Homepage www.eurobasket2007.org.

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