“Zitterspiel” mit glücklichem Ende für die DBB-Auswahl11. September 2004

5.940 Zuschauer in der Braunschweiger Volkswagen Halle sehen 82:72-Erfolg gegen Ungarn
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren hat ihr zweites Spiel in der EM-Qualifikationsgruppe C gegen Ungarn mit 82:72 (19:22, 11:16, 22:10, 30:24). Mehr als 5.000 Zuschauer in der Braunschweiger Volkswagen Halle mussten über weite Strecken mit dem deutschen Team zittern und konnten erst ganz am Ende aufatmen.

Gegen die sehr quirligen und dadurch unangenehm zu verteidigenden Ungarn hatte das DBB-Team zu Beginn einige Probleme den eigenen Rhythmus zu finden. Im „eins gegen eins“ meist deutlich überlegen übertrieben die deutschen Korbjäger zunächst die Einzelaktionen. Ungarn hingegen demonstrierte seine Stärke: ständiges Penetrieren und sichere Distanzwürfe: 7:13 (6. Min.).

Dirk Nowitzki kassierte bereits nach sieben Minuten sein 2. Foul, blieb aber auf dem Spielfeld. Aber die Ungarn hatten zu diesem Zeitpunkt bereits immense Foulprobleme, und Deutschland kam langsam heran (12:14, 7. Min.). Nowitzkis erster Feldkorb in der 8. Minute und sein Dreier zum 17:16 sorgten nur kurz für „Beruhigung“ im deutschen Spiel. Immer wieder wurden die Ungarn durch Unkonzentriertheiten der DBB-Auswahl stark gemacht: 17:22 (10. Min.). Zur ersten Viertelpause sah es daher nicht allzu gut aus für die ING-DiBa-Schützen.

Ein Dreier von Laszlo Kalman zum 20:27 (11. Min.) vertiefte die Sorgenfalten auf der Stirn von Coach Dirk Bauermann. Dann aber ließen sich die Deutschen gegen die ungarische Zonenverteidigung mehr einfallen, allerdings ohne Glück im Abschluss. Spätestens beim 22:31 (Erno Sitku, 14. Min.) war jedem klar geworden, dass der deutschen Mannschaft alles andere als ein „Spaziergang“ bevor stand. Bauermann holte sein Team zu einer Auszeit zusammen. Haarsträubende Fehler in der Offense und Schwächen in der Defense (Rebound) veranlassten ihn dann zur zweiten Auszeit binnen zwei Minuten. Ein „Monster-Dunk“ von Dirk Nowitzki zum 26:32 wurde umgehend von Laszlo Kalman zum 26:35 gekontert (17. Min.). Was die deutsche Formation auch versuchte, vor dem Seitenwechsel gelang nicht viel. Es fehlten das Zutrauen in die eigene Qualität.

Zu Beginn des 3. Viertels nahm Dirk Nowitzki das Heft in die Hand und brachte Deutschland auf 38:41 heran (24. Min.). Der nötige Biss war jetzt da, und vorne fielen endlich einige Würfe. Ademola Okulaja „stopfte“ zum 42:43 (16. Min.), und das Braunschweiger Publikum war da. Es entwickelte sich eine Begegnung mit deutlich mehr Höhepunkten als zu Beginn. Okulaja sorgte für die umjubelte 46:45-Führung. Die Ungarn schienen beeindruckt, als ein Dreier von Nowitzki zum 49:45 (28. Min.) in ihrem Korb einschlug. Dann wurde Nowitzki nach seinem 3. Foul geschont. Ein ganz wichtiger Dreier von Nino Garris beendete das 3. Viertel (52:48).

Das Spiel blieb eng und wurde zu einem echten Nerventest. Die Ungarn kamen zum Ausgleich (52:52, 32. Min.). Fast alle „freien“ Bälle wurden von den Gästen erobert, die beim 54:55 wieder vorne lagen (33. Min.). Patrick Femerling „tankte“ sich zum 57:55 durch, wurde gefoult und erhöhte auf 58:55 (34. Min.). Kalman traf umgehend zum erneuten Ausgleich. Es ging hin und her, und das Spiel blieb auf des Messers Schneide. Mit letztem Einsatz wurde um jede kleinste Chance gekämpft, und Okulajas Dunk zum 66:61 (37. Min.) brachte dem DBB-Team etwas Luft. „Derb war wichtig“ hieß es auf den Rängen.

Ungarn ließ sich aber immer noch nicht abschütteln. Dann versenkte Okulaja einen Dreier zum 71:65 (38. Min.), Steffen Hamann fasste sich ein Herz zum 73:67 und erneut Ademola Okulaja dunkte zum 75:67 eineinhalb Minuten vor dem Ende. Der „Warrior“ hatte wieder zugeschlagen. In den letzten Sekunden geriet der mehr als hart erkämpfte Erfolg der Deutschen nicht mehr wirklich in Gefahr. Kollektives Durchatmen war nach der ersehnten Schlusssirene angesagt.

„Wir haben die Kurve gerade noch rechtzeitig gekriegt, weil wir nach dem Seitenwechsel gut verteidig haben. Besonders Demond Greene (Foto)hat da einen guten Job gemacht, auch Steffen Hamann“, meinte Ademola Okulaja, der sein eigenes Licht unter den Scheffel stellte. Auch Coach Dirk Bauermann betonte, dass „wir dieses Spiel als Team gewonnen haben“. Jeder einzelne Spieler habe seinen wichtigen Beitrag zu diesem Erfolg beigetragen. „Ich bin sehr froh, dass wir jetzt zwei Siege auf dem Konto haben und freue mich auf die nächsten Spiele“, so der Bundestrainer.

Für Deutschland spielten:
Johannes Herber, Ademola Okulaja (23), Demond Greene (1), Denis Wucherer, Robert Garrett, Steffen Hamann (11), Misan Nikagbatse, Stefano Garris (3), Stephen Arigbabu (2), Patrick Femerling (10), Dirk Nowitzki (32), Jan-Hendrik Jagla.

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