Willensstärke führt Nowitzki und Co. zu ihrem Ziel15. September 2007

Mit dem 69:65-Sieg qualifiziert sich die DBB-Auswahl für das vorolympische Qualifikationsturnier

Die DBB-Auswahl hat ihr erstes Platzierungsspiel um die Plätze 5-8 gegen Slowenien mit 69:65 (18:16; 14:15, 14:23; 23:11) gewinnen. Der Sieg garantiert der deutschen Nationalmannschaft die Teilnahme am vorolympischen Qualifikationsturnier im Juli nächsten Jahres.

Das Team um Dirk Bauermann ging motiviert und aufmerksam in die Partie. Dirk Nowitzki (Foto: FIBA Europe) läutete mit zwei Treffern das Spiel ein (4:4, 3. Min.). Vor leeren Rängen in der Madrider Arena war es für beide Teams schwer sich daran zu gewöhnen, dass die Begegnung entscheidend für die Teilnahmeberechtigung am vorolympischen Qualifikationsturnier war. Leistungsträger Nowitzki und Flügelspieler Demond Greene trafen ihre Distanzwürfe, jedoch konnten die Slowenen auf der Gegenseite nach schnellem Umschalten die nötigen Gegentreffer erzielen (13:14, 9. Min). Den Slowenen steckte in den Anfangsminuten die gestrige Partie gegen Griechenland in den Knochen. Zwar hatten die Slowenen bisher eine schlechte Trefferquote (2er 40%, 3er 14, 2%), die deutsche Auswahl konnte sich trotzdem nicht absetzen, so dass es nach dem 1. Viertel ausgeglichen 18:16 stand.

Die physische Spielweise der Slowenen kostete den Deutschen viel Kraft, um sich vor allem unter dem Korb zu behaupten. Zwar waren die Deutschen sehr aktiv in der Verteidigung, ließen den Slowenen aber immer wieder zu viel Platz für freie Würfe. Die slowenische Auswahl schien ihre Frische langsam gefunden zu haben und punktete in den ersten fünf Minuten des 2. Viertels mit 3 Dreiern, so dass Deutschland mit 2 Punkten zurücklag (23:25, 15. Min.). In diesem kritischen Spielmoment wachte die deutsche Auswahl mit Steffen Hamann und Ademola Okulaja auf und verwirklichte einen 6:0-Lauf (32:27, 18. Min.). Neben einem guten Passspiel in der Offensive war die Defense der Deutschen zu lückenhaft. Radoslav Nesterovic nutzte den freien Weg mit einem Dunking zum Korb (29:32, 19. Min.). Im Angriff der deutschen Nationalmannschaft war vor allem ein nach außen hin gelagertes Spiel zu erkennen, wobei die Distanzwurfversuche nicht den Korb fanden. Die slowenische Nationalmannschaft blieb ein hartnäckiger Gegner und hatte vor allem Topscorer Nowitzki gut im Griff. Zur Halbzeit führte das deutsche Team, das zwischenzeitlich einen 6 Punkte-Vorsprung hatte, lediglich mit einem Punkt (32:31).

Das 2. Viertel begann mit einem Dreier von Demond Greene, der einen scharfsinnigen Assist von Steffen Hamann erhalten hatte (35:33, 22. Min.). Deutlich ernsthafter war das Spiel nach der Halbzeitpause geworden und die Führung wechselte ständig. Die beiden Führungsspieler Nesterovic und Lakovic kristallisierten sich als verlässliche Konstante im Spiel der Slowenen heraus. Die Deutschen taten sich in der Defense immer schwerer und vergaben unnötig Offensivrebounde an die Slowenen. Die Fehlpässe und Unkonzentriertheiten häuften sich beim Team um Dirk Bauermann und ließen es auf einen 10-Punkte-Rückstand fallen (44:54, 30. Min.). Die slowenische Nationalmannschaft zeigte fruchtbaren Einsatz und bemühte sich zielstrebig das Spiel zu knacken. Das 3. Viertel endete mit einem 8-Punkte-Rückstand für Deutschland (46:54).

Im letzten Viertel spitzte sich die Begegnung zu. Der Wille von Nowitzki war klar im Kampf beim Rebound als auch bei seinem Drang zum Korb zu erkennen (48:54, 32. Min.). Demond Greene (Foto: FIBA Europe) wurde in der 34. Minute an der Dreierlinie gefoult und verwandelte seine 3 Freiwürfe (51:54, 34. Min.). Slowenien stand unter dem Korb auffällig frei und holte sich durch einfaches Give-and-Go-Spiel leichte Würfe. Nach einer Auszeit trafen Greene und anschließend Okulaja wichtige Dreier und verkürzten zum 57:60 (37. Min.). Die punktearme Begegnung war nun eng geworden und die Physis rückte ins Zentrum des Spiels. Beide Teams spielten clever. In der Verteidigung war auf beiden Seiten viel Bewegung im Spiel, womit die Begegnung aufgewühlt wirkte. Beim knappen 62:63-Rückstand nahm Sloweniens Trainer Ales Pipan eine Auszeit. Steffen Hamann gelang 50 Sekunden vor Schluss ein freier Korbleger zum 64:63. Nach einem wichtigen Ballgewinn von Okulaja traf Nowitzki 12 Sekunden vor Schluss trotz engster Verteidigung einen unglaublichen Wurf zum 66:63. 7 Sekunden vor Ende der Begegnung traf Domen Lorbek lediglich einen seiner Freiwürfe (64:66) und auch Nowitzki konnte nur einen seiner zwei Freiwürfe verwandeln (67:64). In den letzten foulreichen Sekunden behielten die Deutschen Nerven und konnten schließlich einen erlösenden 69:65-Sieg einfahren.

Mit dem heutigen Erfolg hat sich das deutsche Team bereits für das vorolympische Turnier qualifiziert und kann gelassen in das morgige Spiel gegen Kroatien gehen. Der überglückliche Nowitzki sieht das morgige Spiel dennoch als Herausforderung: „Wir haben die Chance das verkorkste Turnier, das aus vielen Höhen und Tiefen bestand, mit einem guten 5. Platz abzuschließen.“ Nowitzki & Co. dürfen weiter von Olympia träumen. „ Wir haben für unseren Traum von Olympia gekämpft, auch wenn wir nicht völlig zufrieden mit unserem Turnierverlauf sein können. Es war heute ein wichtiger Erfolg für uns“, freute sich Nowitzki.

Auch Bundestrainer Dirk Bauermann war sichtlich erleichtert: „Es war das 8. Spiel in 12 Tagen und wir haben es trotz der Niederlage gegen Spanien mit größter Entschlossenheit geschafft, die notwendige Qualität für einen Sieg aufzubauen. Für uns ist das Ziel erreicht und dies ist ein riesiger Erfolg für den deutschen Basketball.“

Auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes Dr. Thomas Bach freute sich mit der deutschen Nationalmannschaft und gratulierte dem Team unmittelbar nach Spielende zur erreichten Teilnahme am vorolympischen Qualifiaktionsturnier.

Deutschland spielten:
Mithat Demirel (ohne Verein, 2), Patrick Femerling (ALBA Berlin, 4), Robert Garrett (dnp, Brose Baskets), Demond Greene (Brose Baskets, 16), Guido Grünheid (dnp, Hanzevast Capitals Groningen/Niederlande), Steffen Hamann (Brose Baskets, 6), Johannes Herber (ALBA Berlin), Jan-Hendrik Jagla (Joventut Badalona/Spanien, 6), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks, 28/10 Rebounds), Ademola Okulaja (Brose Baskets, 7/ 8Rebounds), Pascal Roller (Deutsche Bank Skyliners), Stephen Arigbabu (Olimpia Larissa/Griechenland).

Für Slowenien spielten:
Sandi Cebular (dnp, ohne Verein), Jaka Lakovic (FC Barcelona/ESP, 17), Aleksandar Capin (dnp, Whirlpool Varese/ITA), Goran Dragic (TAU Ceramica/ESP, 3), Radoslav Nesterovic (Toronto Raptors, 13), Matjaz Smodis (CSKA Moskau/RUS, 16), Uros Slokar (Triumph Lyubertsy/RUS), Jaka Klobucar (dnp, Geoplin Slovan), Goran Jagodnik (Hemofarm Vrsac/SER, 5), Domen Lorbek (Estudiantes Madrid/ESP, 8), Gasper Vidmar (dnp, Efes Pilsen Istanbul/TUR), Erazem Lorbek (Lottomatica Rom/ITA, 3).

Spiel um Platz 5:
Sonntag, 16. September 2007, 16.30h Deutschland – Kroatien (live im DSF)

Alle weiteren Informationen zur Europameisterschaft finden Sie auf der offiziellen Homepage www.eurobasket2007.org.

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